Sascha Weber - Das Erdkampfabzeichen der Luftwaffe 1939-1945 Band 5,

nach den Erfolgen der ersten Auflagen in den Jahren 2005 - 2008 erscheint nun nach weiterer Arbeit eine aktualisierte und erweiterte Neuausgabe dieses Fachbuches zu den Erdkampfabzeichen der Luftwaffe. In gewohnter Form befasst sich der Autor mit der Entstehungsgeschichte, Verleihungspraxis und den Herstellervarianten des Erdkampfabzeichens der Luftwaffe. Ob Besitzzeugnisse, Soldbücher, Miniaturen, der Autor lässt nichts unberücksichtigt, um dem Sammler eine klare Übersicht über dieses Thema zu geben. Ein weiteres wertvolles Werk für den Einsteiger wie auch für den fortgeschrittenen Sammler! Standardausgabe, Format A5, Hardcover, gebunden und mit Lesebändchen. 152 Seiten, komplett in Farbe, nahezu über 1000 Abbildungen. Neuzustand
446927
80,00

Sascha Weber - Das Erdkampfabzeichen der Luftwaffe 1939-1945 Band 5,

Das Erdkampfabzeichen der Luftwaffe stellt eine der bedeutendsten und interessantesten Auszeichnungen der deutschen Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs dar. Diese Auszeichnung wurde speziell für Angehörige der Luftwaffe geschaffen, die an Bodenkämpfen teilnahmen – eine Situation, die sich besonders in den späteren Kriegsjahren häufig ergab, als Luftwaffeneinheiten zunehmend in terrestrischen Kampfhandlungen eingesetzt wurden.

Die Stiftung des Erdkampfabzeichens erfolgte am 31. März 1942 durch eine Verordnung des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Hermann Göring. Die Schaffung dieser Auszeichnung war eine direkte Reaktion auf den verstärkten Einsatz von Luftwaffenverbänden im Bodenkampf, insbesondere an der Ostfront. Bereits während des Russlandfeldzugs wurden Luftwaffen-Feld-Divisionen aufgestellt, die neben ihren ursprünglichen Aufgaben auch in konventionellen Infanteriekämpfen eingesetzt wurden.

Das Abzeichen selbst zeigt ein ovales Design mit einem stilisierten Adler, der eine Hakenkreuz-Swastika in den Fängen hält, umgeben von einem Eichenlaubkranz. Im unteren Bereich sind Blitze dargestellt, die die Zugehörigkeit zur Luftwaffe symbolisieren. Die Gestaltung wurde vom Berliner Künstler und Designer Wilhelm Ernst Peekhaus entworfen, der auch für andere Auszeichnungen der Wehrmacht verantwortlich war.

Die Verleihungsbedingungen waren klar definiert: Das Abzeichen konnte an Angehörige der Luftwaffe verliehen werden, die an mindestens drei verschiedenen Tagen an Erdkämpfen teilgenommen hatten oder bei solchen Kämpfen verwundet wurden. Alternativ konnte es auch für besondere Tapferkeit im Erdkampf verliehen werden. Die Dokumentation erfolgte durch Eintragungen in Soldbücher und die Ausstellung von Besitzzeugnissen, die heute wichtige historische Dokumente für Sammler und Forscher darstellen.

Die Herstellung des Erdkampfabzeichens erfolgte durch verschiedene Firmen im gesamten Deutschen Reich. Zu den bedeutendsten Herstellern gehörten Unternehmen wie Juncker aus Berlin, Assmann & Söhne aus Lüdenscheid und Friedrich Linden aus Lüdenscheid. Jeder Hersteller hatte seine eigenen charakteristischen Merkmale in der Ausführung, was heute zur Identifizierung und Klassifizierung der verschiedenen Varianten dient. Die Abzeichen wurden hauptsächlich aus Zinkdruckguss gefertigt und anschließend versilbert.

Mit zunehmender Kriegsdauer und Materialknappheit änderten sich auch die Produktionsmethoden und Materialien. Spätere Ausführungen zeigen häufig eine vereinfachte Herstellung und geringere Materialqualität. Diese Entwicklung spiegelt die allgemeine wirtschaftliche Situation des Deutschen Reiches in den letzten Kriegsjahren wider.

Neben den regulären Abzeichen wurden auch Miniaturversionen hergestellt, die an Zivilkleidung getragen werden konnten. Diese Miniaturen sind heute besonders selten und bei Sammlern sehr gesucht. Sie wurden oft privat bei Juwelieren in Auftrag gegeben und zeigen eine Vielzahl an individuellen Ausführungen.

Die historische Bedeutung des Erdkampfabzeichens liegt nicht nur in seiner militärischen Funktion, sondern auch darin, dass es die veränderte Rolle der Luftwaffe im Verlauf des Krieges dokumentiert. Die zunehmende Verlegung von Luftwaffenpersonal in den Bodenkampf war ein Zeichen für die verzweifelte militärische Lage Deutschlands, insbesondere nach 1943, als die Luftüberlegenheit der Alliierten immer deutlicher wurde.

Das Werk von Sascha Weber stellt eine umfassende wissenschaftliche Aufarbeitung dieses Themas dar. Nach den erfolgreichen ersten Auflagen zwischen 2005 und 2008 erschien eine vollständig überarbeitete und erweiterte Neuauflage, die den aktuellen Forschungsstand widerspiegelt. Mit fast 1000 Farbabbildungen auf 152 Seiten bietet das Buch eine detaillierte Übersicht über alle bekannten Herstellervarianten, Verleihungspraxis und zugehörige Dokumente.

Für Sammler militärhistorischer Objekte ist die korrekte Identifizierung und Bewertung von Erdkampfabzeichen von großer Bedeutung. Der Markt ist leider auch von Fälschungen betroffen, weshalb fundierte Fachliteratur unverzichtbar ist. Das vorliegende Werk gibt sowohl Anfängern als auch erfahrenen Sammlern die notwendigen Werkzeuge zur Authentifizierung und Einordnung dieser historischen Artefakte an die Hand.

Heute dienen solche Auszeichnungen als wichtige historische Quellen für die Militärgeschichtsforschung. Sie ermöglichen Einblicke in die Organisation, Hierarchie und Anerkennungspraxis der Wehrmacht. Gleichzeitig sind sie Zeugnisse individueller Schicksale und der dramatischen Ereignisse des Zweiten Weltkriegs.

r