NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " NSKK Motorbrigade Nordmark Nachtprüfung 23.-24.11.1935 "

Buntmetall vergoldet, farbig emailliert, 88 mm, Hersteller : M. Hansen Kiel, Zustand 2.
418729
€ 250,00

NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " NSKK Motorbrigade Nordmark Nachtprüfung 23.-24.11.1935 "

Die vorliegende NSKK-Teilnehmerplakette dokumentiert eine spezifische Veranstaltung der Motorbrigade Nordmark des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) am 23. und 24. November 1935. Diese vergoldete und farbig emaillierte Plakette aus Buntmetall mit einem Durchmesser von 88 mm wurde vom Kieler Hersteller M. Hansen gefertigt und repräsentiert die Kultur der motorisierten Massenorganisationen im nationalsozialistischen Deutschland.

Das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps wurde am 1. April 1931 zunächst als Unterorganisation der SA gegründet und am 23. August 1934 unter der Führung von Adolf Hühnlein zu einer eigenständigen Gliederung der NSDAP erhoben. Das NSKK hatte die Aufgabe, die motorisierte Ausbildung der deutschen Bevölkerung zu fördern und damit indirekt die Wehrmacht auf einen zukünftigen Krieg vorzubereiten. Bis 1945 wuchs die Organisation auf etwa 500.000 Mitglieder an.

Die Motorbrigade Nordmark war eine regionale Untergliederung des NSKK, die den schleswig-holsteinischen Raum umfasste. Der Begriff “Nordmark” war eine historisch-ideologische Bezeichnung für das nördliche Grenzgebiet des Deutschen Reiches und wurde von den Nationalsozialisten bewusst zur Betonung germanischer Traditionen verwendet. Die Motorbrígaden waren die mittlere Führungsebene des NSKK und gliederten sich in mehrere Motorstandarten.

Die auf der Plakette vermerkte Nachtprüfung war eine besondere Form der motorsportlichen Ausbildungsveranstaltung. Bei solchen Nachtfahrten mussten die Teilnehmer ihre fahrerischen Fähigkeiten unter erschwerten Bedingungen bei Dunkelheit unter Beweis stellen. Diese Übungen dienten nicht nur der sportlichen Ertüchtigung, sondern hatten einen klaren vormilitärischen Charakter. Die Teilnehmer sollten lernen, Fahrzeuge auch unter schwierigen Bedingungen sicher zu führen – eine Fähigkeit, die im Kriegsfall von großer Bedeutung war.

Solche Veranstaltungen waren im NSKK häufig und umfassten verschiedene Disziplinen wie Orientierungsfahrten, Geschicklichkeitsprüfungen und technische Wartungsaufgaben. Die Durchführung am 23. und 24. November 1935 fiel in eine Zeit, in der das NS-Regime seine Rüstungsbemühungen intensivierte. Im März 1935 hatte Hitler die Wehrpflicht wieder eingeführt, und das NSKK spielte eine wichtige Rolle bei der Vorbereitung junger Männer auf den Militärdienst, insbesondere in motorisierten Einheiten.

Die Teilnehmerplaketten des NSKK waren keine offiziellen Auszeichnungen im engeren Sinne, sondern Erinnerungsstücke für die Teilnahme an bestimmten Veranstaltungen. Sie wurden nicht getragen, sondern dienten als Sammlerobjekte und Souvenirs. Die Herstellung solcher Plaketten war Ausdruck der NS-Propaganda und der Bemühungen, durch symbolische Objekte ein Gemeinschaftsgefühl und Stolz auf die Teilnahme an Organisationsaktivitäten zu fördern.

Der Hersteller M. Hansen aus Kiel war einer von mehreren spezialisierten Betrieben, die Abzeichen, Plaketten und andere Insignien für NS-Organisationen fertigten. Die handwerkliche Qualität mit Vergoldung und farbiger Emaillierung zeigt den hohen Stellenwert, den solche Objekte in der NS-Kultur hatten. Die Größe von 88 mm macht die Plakette zu einem beachtlichen Schaustück.

Die historische Einordnung solcher Objekte ist komplex. Sie dokumentieren einerseits die umfassende Durchdringung der deutschen Gesellschaft mit NS-Organisationen und deren Aktivitäten. Andererseits zeigen sie die Instrumentalisierung von Sport und Motorisierung für militärische Zwecke. Das NSKK war nach dem Krieg vom Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg nicht als verbrecherische Organisation eingestuft worden, dennoch diente es der Vorbereitung des Angriffskrieges.

Heute sind solche Plaketten Studienobjekte für Historiker und werden in Museen sowie privaten Sammlungen bewahrt. Sie helfen, die Alltagskultur und Organisationsstrukturen des NS-Regimes zu verstehen. Der Sammler- und Marktwert ist erheblich, wobei die historisch-wissenschaftliche Bedeutung im Vordergrund stehen sollte.