Polen große Bronzestatue des polnischen Freiheitshelden und Generals Tadeusz Kosciuszko

um 1820. Große beeindruckende Bronze des Generals im Waffenrock stehend, auf dem Kopf die polnische Pelzmütze, hohe Reiterstiefel mit Sporen, mit dem linken Arm auf den Säbel gelehnt. Auf dem Sockel mit Namensbezeichnung "Kosciuszko", links am Sockel mit Künstlersignatur "fec. David S. Angers". Gesamthöhe 68 cm, Gewicht 13,2 kg. Die Bronze mit wunderschöner Patina, der Sockel aus Granit an den Ecken leicht bestoßen. Zustand 2.

A. Tadeusz B. Kosciuszko (1746 Polen-Litauen - 1817 Schweiz) war ein polnischer Militäringenieur, der im Russisch-Polnischen Krieg von 1792 und als Anführer des "Kosciuszko-Aufstandes" von 1794 gegen die Teilungsmächte Russland und Preußen zum polnischen Nationalhelden wurde. Nach seinem Studium an der Militärhochschule in Warschau und dem Studium an der Académie des Beaux-Arts in Paris schloß er sich 1776 einem Freiwilligenkorps an. Er kämpfte im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg an der Seite George Washingtons. Vom amerikanischen Kongress wurde er als Genie-Oberst in Dienst genommen und erbaute acht Festungen zum Schutze von New York und Philadelphia, die viel zum Siege gegen England beitrugen. An der Südfront stand er selbst im Kampfeinsatz. Für seine Verdienste wurde er von Präsident Washington zum Brigadegeneral erhoben. Er kehrte nach Polen zurück und wurde unter König Stanislaw Poniatowski zum Generalmajor ernannt. Er war Anführer der polnischen Truppen gegen die russische Invasion und führte 1794 den Freiheitskampf in dem nach ihm benannten Aufstand gegen Rußland und Preußen an. Er geriet in russische Gefangenschaft, Paul II. begnadigte ihn und er ging bis 1798 ins Exil in die Vereinigten Staaten. Er stand dort im engen Kontakt mit Thomas Jefferson. Er kehrte aber nach Frankreich zurück und wollte unter Napoleon Bonaparte Polen befreien. Dieser aber hatte andere Ziele. Nach Scheitern seiner weiteren Bemühungen Polen wieder zusammenzuführen, insbesondere seine Heimat Litauen, ging er in die Schweiz ins Exil und verstarb dort im Jahr 1817.
Kosciuszko vertrat die Ideale der Aufklärung und unterstützte die weltweite Bewegung zur Abschaffung der Sklaverei. Seinem Testament zu Folge sollte Jefferson das Vermögen von Kosciuszko für den Freikauf und die Schulbildung der Sklaven verwenden. Der Status eines Nationalhelden wird ihm außer in Polen auch in Weißrussland, in den Vereinigten Staaten und teilweise in Litauen zugeschrieben.

Pierre Jean David d’Angers (1788 Angers-1856 Paris), französischer Bildhauer und Medailleur. Den ersten Unterricht im Zeichnen erhielt er von seinem Vater, einem Holzschnitzer. Er ging 1800 nach Paris, wo er sich anfangs seinen Unterhalt durch Steinarbeiten erwarb. Später wurde er in das Atelier des Bildhauers Philippe-Laurent Roland (1746–1816) aufgenommen. Der Maler Jacques Louis David nahm ihn 1810 in seinem Lehratelier auf. Er wurde 1811 von der „Académie Royale de Peinture et de Sculpture“ mit dem „Prix de Rome“ ausgezeichnet. Verbunden mit dieser Auszeichnung war ein Studienaufenthalt in der Villa Medici in Rom. Er arbeitete dort auch einige Zeit in Antonio Canovas Atelier. Über England kam er wieder nach Paris zurück. Die Fruchtbarkeit seiner Phantasie und die Leichtigkeit im technischen Schaffen begünstigten eine äußerst umfangreiche Tätigkeit. Er unternahm Studienreisen nach Weimar, München, Stuttgart, Berlin und Dresden. Ausfluss daraus waren Büsten in kolossaler Größe von Goethe, Schelling, Dannecker, Tieck und Christian Daniel Rauch. Er gestaltete das Giebelfeld des Pantheon in Paris, in dem er die berühmtesten Männer seit der Revolutionszeit um das Vaterland gruppierte.
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Eine Bronzestatuette des Tadeusz Kościuszko – Kritische Betrachtung einer Zuschreibung

Die vorliegende Bronzefigur zeigt eine stehende Ganzfigur, die Tadeusz Kościuszko (1746–1817) darstellen soll, den polnischen Militäringenieur und Nationalhelden. Laut Objektbeschreibung trägt die Figur einen Waffenrock, eine polnische Pelzmütze, hohe Reiterstiefel mit Sporen und lehnt sich mit dem linken Arm auf einen Säbel. Der Sockel trägt die Inschrift „Kosciuszko“ sowie die Künstlersignatur „fec. David S. Angers“. Die Gesamthöhe beträgt 68 cm bei einem Gewicht von 13,2 kg; die Bronze weist laut Beschreibung eine Patina auf und ruht auf einem Granitsockel.

Zur Zuschreibung an David d’Angers

Die auf dem Sockel angebrachte Signatur schreibt das Werk dem französischen Bildhauer Pierre-Jean David d’Angers (1788 Angers – 1856 Paris) zu, einem der bedeutendsten französischen Bildhauer der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. David d’Angers war in der Tat einer der produktivsten Porträtisten seiner Epoche und schuf zahlreiche Ganzfiguren historischer Persönlichkeiten, darunter Statuen von Thomas Jefferson (1832–34) und Johannes Gutenberg (1839–40) sowie verschiedener französischer Helden. Sein monumentalstes Werk in Paris ist die Gestaltung des Giebelfeldes des Panthéon, in dem er die berühmtesten Männer seit der Revolutionszeit um das Vaterland gruppierte.

David d’Angers ist zudem dokumentiert als Schöpfer von Porträtmedaillons des Kościuszko, die in Museumssammlungen wie dem Metropolitan Museum of Art nachgewiesen sind und auf etwa 1830–1833 datiert werden. Diese Medaillons mit einem Durchmesser von etwa 16–17 cm sind signiert mit „P.J. DAVID“.

Hier liegt jedoch ein erhebliches Problem der Zuschreibung vor, das für Sammler von größter Bedeutung ist: Umfangreiche Recherchen in Museumssammlungen – darunter das Metropolitan Museum, der Louvre, die National Gallery of Art und das Musée David d’Angers in Angers selbst – sowie in wissenschaftlichen Quellen und Auktionsaufzeichnungen haben keinen Nachweis für die Existenz einer stehenden Ganzfigur-Bronzestatuette des Tadeusz Kościuszko von der Hand David d’Angers erbracht. Der Künstler hat nachweislich Medaillons von Kościuszko geschaffen, aber Kościuszko erscheint nicht unter seinen dokumentierten monumentalen oder statuarischen Werken.

Zur Signaturform

Ein weiterer Aspekt, der kritische Aufmerksamkeit verdient, betrifft die Form der Signatur. Auf dem vorliegenden Objekt liest man „fec. David S. Angers“. Die dokumentierten Signaturen David d’Angers auf seinen nachgewiesenen Werken – insbesondere auf den Medaillons und anderen Skulpturen – lauten jedoch typischerweise „P.J. DAVID“ oder schlicht „DAVID“. Die auf diesem Objekt verwendete Signaturform „David S. Angers“ mit dem Zusatz „fec.“ stimmt nicht mit den dokumentierten Signaturgepflogenheiten des Künstlers überein. Dieser Befund sollte potenzielle Erwerber und Sammler zu besonderer Vorsicht mahnen.

Tadeusz Kościuszko – Der historische Kontext

Tadeusz Andrzej Bonawentura Kościuszko war eine der herausragenden Persönlichkeiten der Aufklärungszeit und des transatlantischen Freiheitskampfes. Seine militärische Karriere erstreckte sich über mehrere Kontinente und Jahrzehnte. Die vorliegende Statuette – ungeachtet der offenen Fragen zur Urheberschaft – bezeugt die anhaltende Verehrung, die diesem Mann entgegengebracht wurde und die im 19. Jahrhundert eine Vielzahl von Denkmälern und Bildnissen hervorbrachte.

Kościuszko genießt den Status eines Nationalhelden nicht nur in Polen, sondern auch in Weißrussland und den Vereinigten Staaten sowie teilweise in Litauen. Diese weitreichende Verehrung machte ihn im 19. Jahrhundert zu einem beliebten Sujet für Bildhauer und Künstler in ganz Europa.

Einordnung für Sammler

Für den ernsthaften Sammler militärhistorischer Objekte und Bildhauerkunst des 19. Jahrhunderts wirft dieses Stück bedeutende Fragen auf. Die Zuschreibung an David d’Angers kann nach derzeitigem Forschungsstand nicht bestätigt werden. Es existiert kein Vergleichsstück in den bedeutenden Museumssammlungen, keine wissenschaftliche Dokumentation eines solchen Werks und die Signaturform weicht von den bekannten Gepflogenheiten des Künstlers ab. Dies bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Bronze ohne künstlerischen oder historischen Wert ist – die Darstellung Kościuszkos im frühen 19. Jahrhundert bleibt in jedem Fall ein bemerkenswertes Sammlungsobjekt. Doch die spezifische Zuschreibung an einen der bedeutendsten französischen Bildhauer dieser Epoche bedarf einer deutlich fundierteren Grundlage als die Inschrift auf dem Sockel allein bieten kann.

Es ist Sammlern daher dringend zu empfehlen, vor einem Erwerb eine unabhängige kunsthistorische Expertise einzuholen, die sich insbesondere mit dem Werkverzeichnis David d’Angers, der Analyse der Gusstechnik und der Provenienz des Objekts befasst.

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