3. Reich Fotos, Olympiastadion Berlin

3 Fotos, Maße ca. 9 x 6,2 cm. Gebrauchter Zustand.
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20,00

3. Reich Fotos, Olympiastadion Berlin

Die vorliegenden drei Fotografien zeigen das Olympiastadion Berlin und stellen ein bedeutendes zeitgeschichtliches Dokument aus der Epoche des Dritten Reichs dar. Diese Aufnahmen im Format von etwa 9 x 6,2 cm entsprechen dem typischen Kleinbildformat der 1930er Jahre und dokumentieren eines der ambitioniertesten Bauprojekte der nationalsozialistischen Herrschaft.

Das Berliner Olympiastadion wurde zwischen 1934 und 1936 unter der Leitung des Architekten Werner March für die XI. Olympischen Sommerspiele 1936 errichtet. Es ersetzte das ursprüngliche Deutsche Stadion, das bereits 1913 für die nie stattgefundenen Olympischen Spiele 1916 gebaut worden war. Mit einem Fassungsvermögen von ursprünglich 100.000 Zuschauern war es zur Zeit seiner Fertigstellung eines der größten Stadien der Welt.

Die Olympischen Spiele von 1936 waren das erste große internationale Ereignis, das vom NS-Regime für propagandistische Zwecke instrumentalisiert wurde. Adolf Hitler und Joseph Goebbels erkannten früh die Möglichkeit, die Spiele als Schaufenster für das “Neue Deutschland” zu nutzen. Das monumentale Stadion sollte die angebliche Überlegenheit der nationalsozialistischen Architektur und Organisationsfähigkeit demonstrieren.

Die architektonische Gestaltung des Stadions vereinte klassische Elemente mit monumentaler nationalsozialistischer Bauästhetik. Der Naturstein aus Muschelkalk, die massiven Säulen und die symmetrische Anordnung sollten Dauerhaftigkeit und Macht symbolisieren. Das gesamte Reichssportfeld umfasste neben dem Olympiastadion auch das Maifeld, die Waldbühne, das Olympische Dorf und zahlreiche weitere Sportanlagen auf einem Areal von etwa 132 Hektar.

Fotografien wie die vorliegenden wurden während und nach der Olympiade massenhaft angefertigt. Sie dienten sowohl privaten Erinnerungszwecken als auch der offiziellen Propaganda. Das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda kontrollierte streng die Bildberichterstattung über die Spiele. Professionelle Fotografen wie Leni Riefenstahl, die den berühmten Film “Olympia” drehte, erhielten privilegierten Zugang, während auch Amateure ihre Eindrücke festhielten.

Das typische Format von etwa 9 x 6,2 cm entspricht dem Kleinbildformat der damals populären Rollfilm- und Kleinbildkameras. Beliebte Modelle waren die Leica, Contax oder einfachere Box-Kameras verschiedener Hersteller. Die Fotografie war in den 1930er Jahren bereits weit verbreitet, wenn auch noch nicht so allgegenwärtig wie heute.

Nach den Olympischen Spielen wurde das Stadion weiterhin für sportliche und politische Großveranstaltungen genutzt. Hier fanden Reichsparteitagsähnliche Veranstaltungen, Aufmärsche der Hitler-Jugend und militärische Zeremonien statt. Während des Zweiten Weltkriegs wurden die Sportstätten teilweise für militärische Zwecke umfunktioniert.

Das Stadion überstand den Krieg relativ unbeschadet, obwohl es bei Luftangriffen teilweise beschädigt wurde. Nach 1945 übernahmen die britischen Besatzungstruppen die Anlage und nutzten sie als Hauptquartier. In den folgenden Jahrzehnten wurde das Olympiastadion mehrfach renoviert und modernisiert, zuletzt für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006.

Aus historischer Perspektive sind solche Fotografien wichtige Quellen für die Erforschung der NS-Zeit. Sie dokumentieren nicht nur die architektonische und städtebauliche Entwicklung, sondern auch die Alltagskultur, Freizeitgestaltung und die visuelle Propaganda des Regimes. Sammler und Historiker schätzen derartige Aufnahmen als authentische Zeitzeugnisse, wobei stets der kritische Kontext ihrer Entstehung berücksichtigt werden muss.

Der Erhaltungszustand solcher historischer Fotografien variiert erheblich. Nach fast 90 Jahren zeigen die meisten Abzüge Gebrauchsspuren, Vergilbungen oder Beschädigungen. Dies mindert jedoch nicht ihren dokumentarischen Wert als Primärquellen für die Geschichtsforschung und als Erinnerungsobjekte an eine der dunkelsten Epochen der deutschen Geschichte.