Tapferkeitsauszeichnung für Ostvölker 2. Klasse in Bronze

Feinzink, am Band mit Tragenadel, Zustand 2.
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165,00

Tapferkeitsauszeichnung für Ostvölker 2. Klasse in Bronze

Die Tapferkeitsauszeichnung für Ostvölker 2. Klasse in Bronze stellt ein bemerkenswertes Zeugnis der nationalsozialistischen Auszeichnungspolitik während des Zweiten Weltkriegs dar. Diese Dekoration wurde speziell für Angehörige der sogenannten “Ostvölker” geschaffen, die in den deutschen Streitkräften oder in Hilfstruppen dienten.

Die Stiftung dieser Auszeichnung erfolgte am 14. Juli 1942 durch Adolf Hitler persönlich. Der historische Kontext dieser Maßnahme ist eng mit der militärischen Situation an der Ostfront verbunden. Nach dem Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 erkannte die deutsche Führung zunehmend die Notwendigkeit, zusätzliche Arbeitskräfte und Soldaten aus den besetzten Gebieten zu rekrutieren. Hunderttausende sowjetische Staatsbürger, darunter Ukrainer, Kosaken, Turkestaner, Kaukasier und Angehörige baltischer Völker, dienten in verschiedenen Funktionen bei der Wehrmacht.

Die Auszeichnung existierte in zwei Klassen: der 1. Klasse in Silber und der hier vorliegenden 2. Klasse in Bronze. Die Verleihungskriterien waren klar definiert: Die 2. Klasse wurde für einzelne Taten der Tapferkeit oder für bewährte Pflichttreue vergeben, während die 1. Klasse herausragende militärische Leistungen würdigte. Im Gegensatz zu deutschen Soldaten, die für vergleichbare Leistungen das Eiserne Kreuz erhielten, waren die Ostvölker von dieser Auszeichnung ausgeschlossen und erhielten stattdessen diese spezielle Dekoration.

Das Design der Auszeichnung zeigt auf der Vorderseite ein Hakenkreuz, umgeben von einem Lorbeerkranz, mit der Inschrift “FÜR TAPFERKEIT”. Die Rückseite trägt typischerweise keine besonderen Kennzeichnungen. Die Bronze-Variante der 2. Klasse wurde aus Feinzink gefertigt, einem Material, das aufgrund der kriegsbedingten Ressourcenknappheit häufig verwendet wurde. Die Medaille wurde am Band mit einer Tragenadel befestigt getragen, wobei das Band in charakteristischen Farben gehalten war.

Die Produktion dieser Auszeichnungen erfolgte durch verschiedene Hersteller im Deutschen Reich. Die Verwendung von Zink anstelle von Bronze war eine direkte Folge der Kriegswirtschaft und des Mangels an Buntmetallen, die für kriegswichtige Produktionen benötigt wurden. Trotz der Bezeichnung “in Bronze” wurden viele Exemplare tatsächlich aus Zinklegierungen hergestellt und anschließend bronziert.

Die historische Bedeutung dieser Auszeichnung ist ambivalent zu betrachten. Einerseits dokumentiert sie die Versuche der nationalsozialistischen Führung, fremdvölkische Soldaten zu motivieren und an die deutsche Wehrmacht zu binden. Andererseits verdeutlicht die Schaffung einer separaten Auszeichnung die rassistische Ideologie des NS-Regimes, die zwischen “germanischen” und “östlichen” Völkern unterschied.

Die Verleihungspraxis war streng geregelt. Nur deutsche Offiziere waren berechtigt, die Auszeichnung zu verleihen, und jede Verleihung musste dokumentiert werden. Genaue Zahlen über die Gesamtzahl der verliehenen Auszeichnungen sind heute schwer zu ermitteln, da viele Unterlagen gegen Kriegsende verloren gingen oder vernichtet wurden. Schätzungen gehen von mehreren zehntausend Verleihungen aus.

Nach dem Kriegsende 1945 wurden alle nationalsozialistischen Auszeichnungen durch die alliierten Besatzungsmächte verboten. Das Tragen dieser Orden wurde in Deutschland durch das Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen von 1957 geregelt, wobei nationalsozialistische Symbole entfernt werden mussten.

Heute sind diese Auszeichnungen wichtige zeitgeschichtliche Dokumente und Studienobjekte für Historiker und Sammler militärischer Antiquitäten. Sie erinnern an ein dunkles Kapitel der europäischen Geschichte und an die komplexen politischen und militärischen Verhältnisse während des Zweiten Weltkriegs. Der hier beschriebene Zustand 2 deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar hin, was bei Objekten aus Feinzink, das zu Korrosion neigt, bemerkenswert ist.