RLB Reichsluftschutzbund Führerdolch 2.Modell

Die Griffbeschläge aus Buntmetall versilbert, blau belederter Griff mit aufgelegtem RLB-Stern, das Hakenkreuz schwarz emailliert, die Belederung des Griffs mit Fehlstellen, die Stahlklinge ist recht sauber und mit  Hersteller "Paul Weyersberg Solingen" versehen, die Scheidenbelederung Fehlt, Beschläge aus Nickel, komplett mit Gehänge, da ist ein Karabinerhaken beschädigt. Zustand 2-





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€ 2.850,00

RLB Reichsluftschutzbund Führerdolch 2.Modell

Der Reichsluftschutzbund Führerdolch 2. Modell repräsentiert ein bedeutendes Stück der deutschen Zivilschutzgeschichte während der Zeit des Nationalsozialismus. Der Reichsluftschutzbund (RLB) wurde am 29. April 1933 gegründet und war die zentrale Organisation für den zivilen Luftschutz im Deutschen Reich. Unter der Leitung von Generalleutnant Hugo Grimme und später Generalmajor Friedrich von Schröder wuchs die Organisation bis 1939 auf über 13 Millionen Mitglieder an.

Die Einführung spezieller Führerdolche für die RLB-Führerschaft erfolgte in zwei Modellen. Das erste Modell wurde 1934 eingeführt, während das hier beschriebene zweite Modell ab 1936 ausgegeben wurde. Diese Dolche waren nicht nur Rangabzeichen, sondern symbolisierten auch die Autorität und Verantwortung der Träger innerhalb der Organisation. Das zweite Modell unterschied sich vom ersten durch verschiedene Details in der Ausführung der Beschläge und des Griffs.

Die Dolche wurden von renommierten Solingener Klingenherstellern produziert, wobei Paul Weyersberg & Co. zu den wichtigsten Lieferanten gehörte. Die Firma Weyersberg, gegründet 1883, war bekannt für ihre hochwertigen Blankwaffen und belieferte sowohl militärische als auch paramilitärische Organisationen. Die Kennzeichnung “Paul Weyersberg Solingen” auf der Klinge bestätigt die Authentizität und Qualität des Stücks.

Die charakteristischen Merkmale des RLB-Führerdolchs 2. Modell umfassen einen blau belederten Griff mit aufgelegtem RLB-Stern, der das Hakenkreuz als zentrales Element enthielt. Die Griffbeschläge waren typischerweise aus versilbertem Buntmetall gefertigt. Die Scheide war ebenfalls mit blauem Leder bezogen und verfügte über vernickelte Beschläge. Das komplette Gehänge ermöglichte das Tragen des Dolches an der Uniform.

Der RLB-Stern auf dem Griff war das offizielle Abzeichen der Organisation und kombinierte das Hakenkreuz mit Symbolen des Luftschutzes. Die Verwendung der Farbe Blau war charakteristisch für den Luftschutz und unterschied die RLB-Dolche von anderen Dolchen der Zeit, wie beispielsweise den SA- oder SS-Dolchen.

Die Träger solcher Dolche waren in der Regel Führer ab dem Rang eines Ortsgruppenleiters aufwärts. Die Hierarchie des RLB umfasste verschiedene Ränge von Luftschutzwarten bis hin zu Landesgruppenleitern. Der Dolch durfte nur zur Dienstuniform getragen werden und war ein sichtbares Zeichen der Position innerhalb der Organisation.

Der Reichsluftschutzbund spielte eine zentrale Rolle in der Vorbereitung der deutschen Zivilbevölkerung auf den Luftkrieg. Die Organisation war verantwortlich für die Ausbildung in Brandbekämpfung, Erste Hilfe, Verdunkelung und Schutzraumbau. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs im September 1939 gewannen die Aufgaben des RLB erheblich an Bedeutung. Die Organisation koordinierte den zivilen Luftschutz während der alliierten Bombenangriffe und war direkt dem Reichsluftfahrtministerium unter Hermann Göring unterstellt.

Die Produktion von RLB-Dolchen wurde während des Krieges zunehmend eingeschränkt, da Ressourcen für die Waffenproduktion benötigt wurden. Dies macht erhaltene Exemplare zu wichtigen historischen Dokumenten einer spezifischen Periode deutscher Geschichte.

Nach der deutschen Kapitulation im Mai 1945 wurde der Reichsluftschutzbund zusammen mit allen anderen NS-Organisationen aufgelöst. Die alliierten Besatzungsmächte beschlagnahmten viele der noch vorhandenen Dolche und anderen Insignien. Viele Stücke wurden zerstört, während andere als Kriegstrophäen in Privatbesitz gelangten.

Heute sind RLB-Führerdolche gesuchte Sammlerstücke für Militaria-Sammler und historische Museen. Sie dokumentieren einen wichtigen Aspekt der deutschen Zivilverteidigung und der organisatorischen Struktur des NS-Regimes. Die erhaltenen Exemplare variieren erheblich im Zustand, abhängig von ihrer Lagerung und Verwendung über die Jahrzehnte.

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit solchen Objekten erfolgt im Kontext der kritischen Aufarbeitung der NS-Zeit. Sie dienen als materielle Zeugnisse einer Epoche und helfen, die Organisationsstrukturen und die Mobilisierung der Zivilbevölkerung für den Krieg zu verstehen. Museen und historische Institute verwenden solche Objekte für Bildungszwecke, um die Geschichte dieser Zeit objektiv darzustellen und zur historischen Aufklärung beizutragen.