III.Reich Pressefoto, Ministerialrat Godlewski, Präsident des statistischen Reichsamts 24.12.1940

Maße ca. 13 x 18 cm, gebrauchter Zustand.
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20,00

III.Reich Pressefoto, Ministerialrat Godlewski, Präsident des statistischen Reichsamts 24.12.1940

Das vorliegende Pressefoto aus dem Dritten Reich vom 24. Dezember 1940 zeigt Ministerialrat Godlewski, der als Präsident des Statistischen Reichsamts tätig war. Solche Pressefotos waren ein wesentlicher Bestandteil der nationalsozialistischen Propaganda- und Informationsmaschinerie und dokumentieren heute die administrative Struktur des NS-Regimes.

Das Statistische Reichsamt war die zentrale statistische Behörde des Deutschen Reiches und hatte seinen Sitz in Berlin. Die Institution wurde bereits 1872 als Kaiserliches Statistisches Amt gegründet und erhielt 1918 den Namen Statistisches Reichsamt. Unter der nationalsozialistischen Herrschaft ab 1933 wurde das Amt zunehmend in den Dienst der NS-Politik gestellt. Die Aufgaben umfassten die Erhebung, Auswertung und Veröffentlichung statistischer Daten zu Bevölkerung, Wirtschaft, Landwirtschaft und anderen gesellschaftlichen Bereichen.

Die Position eines Ministerialrats entsprach einem höheren Beamtenrang im deutschen Verwaltungssystem. Ministerialräte waren in der Regel erfahrene Beamte, die Abteilungen leiteten oder als stellvertretende Abteilungsleiter fungierten. Als Präsident des Statistischen Reichsamts hatte Godlewski eine bedeutende administrative Funktion inne, die sowohl fachliche Expertise als auch politische Zuverlässigkeit im Sinne des Regimes erforderte.

Pressefotos im Dritten Reich wurden systematisch vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda unter Joseph Goebbels kontrolliert. Fotografische Aufnahmen von Amtsträgern und Funktionären dienten mehreren Zwecken: Sie dokumentierten die Kontinuität der Verwaltung, vermittelten ein Bild von Ordnung und Professionalität und wurden für Veröffentlichungen in Zeitungen, Zeitschriften und offiziellen Publikationen verwendet.

Die typischen Maße von etwa 13 x 18 cm entsprechen dem damals üblichen Format für Pressefotos. Solche Fotografien wurden in der Regel von autorisierten Fotografen oder Pressediensten wie dem Deutschen Nachrichtenbüro (DNB) oder der Pressebildzentrale erstellt. Auf der Rückseite trugen sie häufig Stempel, Beschriftungen und Verwendungshinweise für Redaktionen.

Das Datum 24. Dezember 1940 fällt in eine bedeutsame Phase des Zweiten Weltkriegs. Ende 1940 befand sich Deutschland nach den erfolgreichen Feldzügen gegen Polen, Norwegen, Dänemark, die Benelux-Länder und Frankreich auf dem Höhepunkt seiner militärischen Expansion. Die Luftschlacht um England war im Oktober 1940 faktisch gescheitert, aber die deutsche Führung bereitete bereits den Angriff auf die Sowjetunion vor. In dieser Zeit spielten statistische Daten eine wichtige Rolle für die Kriegswirtschaft, die Ressourcenplanung und die demografische Erfassung.

Das Statistische Reichsamt war unmittelbar in die Erhebung kriegswichtiger Daten eingebunden. Dazu gehörten Statistiken über Industrieproduktion, landwirtschaftliche Erträge, Arbeitskräfte und Bevölkerungsbewegungen. Die Behörde arbeitete eng mit anderen Ministerien zusammen, insbesondere mit dem Reichswirtschaftsministerium und dem Vierjahresplan unter Hermann Göring.

Die Verwendung solcher Pressefotos in der historischen Forschung ist heute von Bedeutung für die Prosopographie – die systematische Erforschung biografischer Daten von Funktionsträgern des NS-Regimes. Sie helfen dabei, die personelle Struktur der Verwaltung zu rekonstruieren und die Kontinuitäten sowie Brüche zwischen der Weimarer Republik, dem Dritten Reich und der Nachkriegszeit zu erfassen.

Der gebrauchte Zustand des Fotos mit möglichen Gebrauchsspuren wie Stempeln, Beschriftungen oder Knicken ist typisch für historische Pressefotos. Diese Spuren sind oft selbst historische Dokumente, die Aufschluss über die Verwendung und Verbreitung des Bildes geben können. Viele solcher Fotos wurden nach dem Krieg von Archiven, Museen oder privaten Sammlern aufbewahrt und dienen heute als Primärquellen für die Erforschung der NS-Zeit.

Für Sammler und Historiker sind solche Dokumente von wissenschaftlichem Interesse, da sie die Ikonographie der Macht im Dritten Reich dokumentieren und Einblick in die Selbstdarstellung des Regimes geben. Sie müssen jedoch stets im Kontext ihrer Entstehung und Funktion als Propagandainstrumente betrachtet werden.