Preußen Helm für Offiziere im Regiment Garde du Corps bzw. Garde-Kürassier-Regiment

Eleganter Helm um 1900. Der Helm aus Tombakblech gefertigt, die Glocke und der Vorderschirm vergoldet, mit versilberten Montierungen, die Glocke mit ein paar leichten tragebedingten Dellen. Als Helmemblem der große silberne Gardestern mit fein emailliertem Medaillon, oben in der Emaille ein Haarriss. Gewölbte vergoldete Schuppenketten an Kleeblättern mit Messing-Schlitzschrauben. Beidseitig mit den großen Offizierskokarden, gestufter Vorderschirm. Komplett mit dem fein ziselierten und "frostig" versilberten Paradeadler, die Versilberung zu ca. 50% erhalten, aufgeschraubt die vergoldete Königskrone. Innen mit hellbraunem Lederschweißband mit Seidenbanddurchzug, das Schweißband beschädigt, hellbeiges Seidenfutter, mit leichten Tragespuren. Der Vorderschirm mit grünem Lederfutter, zu ca. 60% erhalten, der Nackenschirm mit weißem Futter, ebenfalls mit leichten Tragespuren. Größe 53. Anbei auch die Spitze für den Helm. Ein getragener aber insgesamt gut erhaltener Helm eines gedienten Offiziers im Regiment Garde du Corps oder Garde-Kürassier-Regiment. Zustand 2.




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Preußen Helm für Offiziere im Regiment Garde du Corps bzw. Garde-Kürassier-Regiment

Der preußische Offiziershelm Modell 1889 für das Regiment Garde du Corps oder das Garde-Kürassier-Regiment repräsentiert den Höhepunkt preußischer Militärpracht während der Regierungszeit Kaiser Wilhelms II. Diese charakteristische Kopfbedeckung wurde von zwei der elitärsten Kavallerieeinheiten des Deutschen Kaiserreichs getragen und verkörpert die Verbindung zwischen militärischer Funktion und höfischer Zeremonie, die das kaiserliche Preußen auszeichnete.

Das Regiment der Gardes du Corps wurde 1740 von Friedrich dem Großen gegründet und entwickelte sich zur königlichen Leibgarde der preußischen Könige und nach 1871 der deutschen Kaiser. In Potsdam stationiert, fungierte das Regiment als persönliche Leibwache des Monarchen, der selbst den Ehrentitel des Regimentsobersten trug. Sowohl Männer als auch Pferde wurden nach strengsten Qualitätskriterien ausgewählt. Anders als der Rest der kaiserlich-deutschen Armee nach der Reichsgründung 1871 rekrutierte sich das Garde du Corps reichsweit und bildete einen Teil der 1. Garde-Kavallerie-Division.

Das Garde-Kürassier-Regiment entstand 1815 zunächst als Ulanenregiment und wurde 1821 in ein Kürassierregiment umorganisiert. In Berlin stationiert, gehörte auch diese Einheit zur Garde-Kavallerie-Division. Beide Regimente kämpften im Deutsch-Dänischen Krieg, im Deutschen Krieg (Österreichisch-Preußischer Krieg) und im Deutsch-Französischen Krieg. Während des Ersten Weltkriegs kämpfte das Garde-Kürassier-Regiment zunächst in Belgien und an der Aisne, ab Sommer 1915 dann an der Ostfront in Polen, Lettland und der Ukraine.

Der Helm vom Typ Modell 1889 unterscheidet sich deutlich in seiner Ausführung für Offiziere. Die Helmglocke wurde aus Tombak gefertigt, einer Legierung aus Kupfer und Zink, und außen vergoldet. Die Beschläge waren versilbert, was der Offiziersversion eine besondere Distinktion verlieh. Die charakteristische dreiteilige Nackenschutzplatte in Hummerschwanzform ist typisch für preußische Kürassierhelme. Der abgestufte Vorderschirm unterschied Offiziershelme von den Mannschaftsmodellen.

Die vergoldeten, gewölbten Schuppenketten waren mittels kleeblattförmiger Rosetten am Helm befestigt, die über Reich- und Staatskokarden angebracht wurden. An der Vorderseite des Helms befand sich der große versilberte Gardestern in mehrteiliger Konstruktion mit einem emaillierten Schwarzen-Adler-Orden-Motiv im Zentrum. Über dem Adler prangte die Devise “SUUM CUIQUE” in vergoldetem Metall, darunter ein Kranz aus emaillierten Lorbeerblättern, beides auf kreisförmigem weißem Emailhintergrund.

Ein besonderes Merkmal stellte der abnehmbare Paradeadler dar. Dieser fein ziselierte, versilberte Adler mit aufgeschraubter vergoldeter Königskrone wurde bei allen Anlässen getragen, die Paradeuniform erforderten. Für den Felddienst und alle anderen Gelegenheiten wurde er abgenommen und durch eine Spitze ersetzt. Das Regiment trug eine weiße Kürassieruniform mit besonderen Auszeichnungen in Parademontur. Offiziere trugen in Hofgala eine rote Uniformjacke, und der versilberte Metalladler saß auf dem bronzenen Helm, als wolle er sich gerade zum Flug erheben.

Das Innere des Helms war mit einem braunen Lederschweißband und einer weißen Seidenfutterung ausgekleidet. Der vordere Schirm war mit braunem Leder gefüttert, der Nackenschirm mit schwarzem Samt. Die handwerkliche Qualität dieser Details unterstreicht den Status als Offiziershelm und die Bedeutung, die der zeremoniellen Ausstattung beigemessen wurde.

Am 10. Dezember 1918 marschierte das Regiment durch das Brandenburger Tor in Berlin, wo die Demobilisierung begann. Das Regiment wurde im September 1919 aufgelöst. Aus den Resten der Einheit wurden drei Freiwilligeneskadrons zur Niederschlagung der Unruhen in Berlin gebildet. Nach dem Versailler Vertrag und der Auflösung der kaiserlich-deutschen Armee wurden solche Helme zu historischen Artefakten und Sammlerstücken. Die Tradition wurde in modifizierter Form in der Reichswehr und später in der Wehrmacht bewahrt, wobei diese Helme heute als materielle Zeugnisse einer untergegangenen militärischen und gesellschaftlichen Ordnung gelten.