Preußen Rote Kreuz-Medaille - Band für die Miniatur

Breite 10 mm, Länge 100mm, ungetragen.

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Preußen Rote Kreuz-Medaille - Band für die Miniatur

Das Band zur Miniatur der Preußischen Rote-Kreuz-Medaille: Ein Symbol humanitärer Verdienste im Kaiserreich

Das hier beschriebene Objekt ist ein Miniaturband zur Preußischen Rote-Kreuz-Medaille, ein faszinierendes Zeugnis der preußischen Auszeichnungstradition und des Sanitätswesens im Deutschen Kaiserreich. Mit seinen Maßen von 10 mm Breite und 100 mm Länge repräsentiert dieses ungetragene Band eine wichtige Kategorie militärischer und ziviler Ehrenzeichen, die im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert verliehen wurden.

Historischer Hintergrund der Preußischen Rote-Kreuz-Medaille

Die Preußische Rote-Kreuz-Medaille wurde durch Allerhöchste Kabinettsorder (AKO) von König Wilhelm I. am 19. November 1866 gestiftet. Diese Stiftung erfolgte unmittelbar nach dem Deutschen Krieg von 1866, in dem die entscheidende Bedeutung einer organisierten Sanitäts- und Krankenpflege deutlich geworden war. Die Medaille sollte Personen auszeichnen, die sich in besonderer Weise um die Pflege verwundeter und kranker Soldaten verdient gemacht hatten.

Die Stiftung stand im direkten Zusammenhang mit der Gründung der Rot-Kreuz-Bewegung durch Henry Dunant und der Genfer Konvention von 1864. Preußen gehörte zu den ersten Staaten, die das humanitäre Völkerrecht umsetzten und die freiwillige Krankenpflege im militärischen Kontext institutionalisierten.

Verleihungskriterien und Kategorien

Die Medaille konnte in mehreren Klassen verliehen werden und stand sowohl Militärpersonen als auch Zivilisten offen. Besonders während der Kriege von 1866, 1870/71 (Deutsch-Französischer Krieg) und des Ersten Weltkriegs 1914-1918 wurden zahlreiche Verleihungen vorgenommen. Die Auszeichnung honorierte:

- Krankenpfleger und Pflegerinnen in Lazaretten
- Ärzte und Sanitätspersonal
- Freiwillige Helfer der Rot-Kreuz-Vereine
- Organisatoren des Sanitätsdienstes
- Stifter und Förderer humanitärer Einrichtungen

Die Medaille konnte auch in einer Kriegsdekoration mit gekreuzten Schwertern verliehen werden, wenn die Verdienste unter Kriegsbedingungen erbracht wurden.

Miniaturen und ihre Trageweise

Die Verwendung von Miniaturen militärischer Orden und Ehrenzeichen etablierte sich im 19. Jahrhundert als gesellschaftliche Konvention. Während die regulären Ordensdekorationen bei offiziellen militärischen Anlässen und in Uniform getragen wurden, dienten Miniaturen für:

- Gesellschaftliche Anlässe in Abendgarderobe (Frack, Smoking)
- Zivilkleidung bei besonderen Veranstaltungen
- Damenkleidung (besonders bei weiblichen Ordensträgerinnen)

Die Miniaturen waren exakte verkleinerte Nachbildungen der Originalmedaillen und wurden typischerweise in der halben Größe der Originalausführung gefertigt. Das Band mit seiner charakteristischen Breite von 10 mm (gegenüber etwa 30-35 mm bei der Vollgröße) ermöglichte das diskrete und dennoch sichtbare Tragen der Auszeichnung.

Beschaffenheit und Herstellung

Solche Miniaturbänder wurden von spezialisierten Ordensmanufakturen und Militäreffektenhändlern hergestellt. Bekannte Firmen wie Godet & Sohn in Berlin oder andere renommierte Hersteller lieferten sowohl an offizielle Stellen als auch direkt an Ordensträger. Das Band der Preußischen Rote-Kreuz-Medaille zeigte die charakteristischen Farben Weiß-Schwarz-Weiß in gleichen Proportionen, wobei Schwarz die preußischen Staatsfarben und Weiß die Reinheit und Neutralität des Roten Kreuzes symbolisierte.

Die Qualität der Bänder variierte je nach Hersteller. Hochwertige Ausführungen bestanden aus Seidenmoiré, während einfachere Versionen aus Baumwolle oder Kunstseide gefertigt wurden. Der ungetragene Zustand des beschriebenen Bandes deutet darauf hin, dass es entweder als Ersatz erworben oder nie tatsächlich verwendet wurde.

Bedeutung im historischen Kontext

Die Preußische Rote-Kreuz-Medaille und ihre Miniaturen dokumentieren einen wichtigen Wandel in der Kriegsführung und Militärkultur des 19. Jahrhunderts. Sie repräsentieren die zunehmende Professionalisierung und Humanisierung des militärischen Sanitätswesens. Die Tatsache, dass auch Zivilpersonen und Frauen diese Auszeichnung erhalten konnten, war für die damalige Zeit bemerkenswert und spiegelte die besondere Stellung der Krankenpflege wider.

Nach dem Ende der Monarchie 1918 und der Auflösung des Königreichs Preußen verlor die Medaille ihren offiziellen Status, wurde aber von berechtigten Trägern weiterhin getragen. In der Weimarer Republik blieben die monarchistischen Auszeichnungen als private Erinnerungsstücke erhalten.

Sammlerwert und heutige Bedeutung

Heute sind Miniaturbänder wie das beschriebene wichtige Sammlerstücke für Phaleristiker (Ordenskundler) und Militärhistoriker. Sie bieten Einblicke in die materielle Kultur des Kaiserreichs und dokumentieren die komplexe Hierarchie von Ehrenzeichen und deren Trageweise. Ungetragene Exemplare sind dabei besonders interessant, da sie den ursprünglichen Zustand bewahrt haben und oft Details zeigen, die bei getragenen Stücken durch Alterung verloren gingen.

Das Miniaturband zur Preußischen Rote-Kreuz-Medaille steht exemplarisch für eine Epoche, in der militärische Ehre und humanitäres Engagement miteinander verbunden wurden – ein bleibendes Zeugnis preußischer Tradition und des frühen internationalen Rotkreuzgedankens.