Deutscher Schwimmverband ( DSV ) - Mitgliedsabzeichen 1. Form groß

an Nadel, Hersteller : P.Schmidt Berlin 26 GES.GESCHÜTZT, Zustand 2-3.
322234
25,00

Deutscher Schwimmverband ( DSV ) - Mitgliedsabzeichen 1. Form groß

Das Mitgliedsabzeichen des Deutschen Schwimmverbandes (DSV) in seiner ersten Form stellt ein bemerkenswertes Zeugnis der deutschen Sportgeschichte dar, obwohl es sich bei diesem Objekt nicht um ein militärisches Artefakt im engeren Sinne handelt. Die Zuordnung zu militärischen Sammlungen erklärt sich durch die enge Verflechtung von Sport- und Wehrsportorganisationen in der deutschen Geschichte des frühen 20. Jahrhunderts.

Der Deutsche Schwimmverband wurde im Jahr 1886 gegründet und entwickelte sich schnell zur zentralen Organisation für den Schwimmsport in Deutschland. Die Gründung erfolgte in einer Zeit, in der der organisierte Sport in Deutschland zunehmend an Bedeutung gewann und verschiedene Sportverbände nach englischem Vorbild entstanden. Der DSV hatte nicht nur die Aufgabe, den Wettkampfsport zu organisieren, sondern auch das Schwimmen als lebensrettende Fertigkeit in der Bevölkerung zu verbreiten.

Das vorliegende Abzeichen wurde vom Hersteller P. Schmidt Berlin 26 produziert und trägt den Vermerk “GES.GESCHÜTZT” (Gesetzlich geschützt), was auf eine eingetragene Schutzmarke hinweist. Die Firma Schmidt gehörte zu den renommierten Berliner Herstellern von Abzeichen und Orden und war besonders in der Zeit der Weimarer Republik und des Dritten Reiches aktiv. Die Adressangabe “Berlin 26” bezieht sich auf den 26. Berliner Postbezirk, der etwa dem heutigen Stadtteil Pankow entsprach.

Die Bezeichnung “1. Form groß” deutet darauf hin, dass es sich um die erste offizielle Ausführung des Mitgliedsabzeichens handelt, die in einer größeren Variante gefertigt wurde. Sportverbände gaben üblicherweise verschiedene Größen ihrer Abzeichen heraus – größere für offizielle Anlässe und kleinere für den täglichen Gebrauch. Die erste Form eines Abzeichens ist für Sammler besonders interessant, da sie oft nur über einen begrenzten Zeitraum ausgegeben wurde, bevor Designänderungen oder politische Umstände zu neuen Ausführungen führten.

Die Verbindung zwischen Schwimmsport und militärischer Ausbildung war in Deutschland traditionell eng. Schwimmen galt als wichtige militärische Fertigkeit, und viele Schwimmvereine arbeiteten eng mit militärischen Einrichtungen zusammen. Während des Ersten Weltkrieges und in der Zwischenkriegszeit wurde das Schwimmen als Teil der körperlichen Ertüchtigung und Wehrhaftmachung der Jugend betrachtet. Der DSV spielte dabei eine aktive Rolle in der Breitensportförderung, die auch wehrpolitische Aspekte umfasste.

Die Nadelkonstruktion des Abzeichens ist typisch für die Zeit. Eine einfache Nadel auf der Rückseite ermöglichte das Tragen an Zivilkleidung oder Sportbekleidung. Mitgliedsabzeichen dienten nicht nur der Identifikation, sondern auch als Zeichen der Zugehörigkeit zu einer anerkannten Organisation und drückten Stolz und Verbundenheit aus.

Der angegebene Zustand 2-3 entspricht der gängigen Sammlerterminologie und deutet auf ein Exemplar mit leichten bis mittleren Gebrauchsspuren hin. Dies ist für Abzeichen, die tatsächlich getragen wurden, durchaus üblich und mindert den historischen Wert nicht wesentlich.

In der Zeit nach 1933 wurden viele Sportverbände gleichgeschaltet und in die nationalsozialistischen Organisationsstrukturen eingegliedert. Der DSV musste sich den neuen politischen Gegebenheiten anpassen, was auch zu Änderungen in der Abzeichengestaltung führte. Mitglieder jüdischer Herkunft wurden ausgeschlossen, und der Verband wurde Teil des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Schwimmsport in beiden deutschen Staaten neu organisiert. In der Bundesrepublik Deutschland wurde der DSV 1950 neu gegründet und führte die Traditionen des Vorkriegsverbandes fort, während in der DDR der Schwimmsport in das zentralistische Sportsystem integriert wurde.

Für Sammler militärischer und paramilitärischer Antiquitäten sind solche Sportabzeichen interessant, weil sie die Verflechtung von Sport, Gesellschaft und militärischer Ausbildung dokumentieren. Sie ergänzen Sammlungen von Wehrsportabzeichen und illustrieren die gesellschaftliche Realität ihrer Entstehungszeit. Das vorliegende Exemplar ist aufgrund seiner frühen Form und der Herstellermarkierung besonders dokumentationswürdig.