Portraitfoto eines Unteroffiziers mit Schützenschnur und Regimentszahlen "607" auf den Schulterklappen

Postkartengröße, Zustand 2.
181136
10,00

Portraitfoto eines Unteroffiziers mit Schützenschnur und Regimentszahlen "607" auf den Schulterklappen

Dieses Portraitfoto eines Unteroffiziers zeigt einen Soldaten des Infanterie-Regiments Nr. 607, erkennbar an den charakteristischen Regimentszahlen auf den Schulterklappen und der deutlich sichtbaren Schützenschnur. Das Foto im Postkartenformat repräsentiert einen typischen Bestandteil der militärischen Erinnerungskultur des Ersten Weltkriegs.

Das Infanterie-Regiment Nr. 607 wurde während des Ersten Weltkriegs als Teil der deutschen Heeresexpansion aufgestellt. Die Regimenter mit Nummern über 500 gehörten zu den während des Krieges neu formierten Einheiten, die zur Verstärkung der bestehenden Streitkräfte geschaffen wurden. Diese Regimenter wurden typischerweise zwischen 1914 und 1916 aufgestellt und setzten sich oft aus Rekruten, Reservisten und erfahrenen Soldaten zusammen, die von anderen Einheiten abkommandiert wurden.

Die Schützenschnur, die der abgebildete Unteroffizier trägt, war eine bedeutende militärische Auszeichnung im deutschen Heer. Sie wurde für hervorragende Schießleistungen verliehen und als sichtbares Zeichen der militärischen Kompetenz am Waffenrock getragen. Die Schützenschnur bestand aus geflochtenen Schnüren, die je nach erreichter Schießklasse in verschiedenen Farben und Ausführungen existierten. Für Infanteristen waren dies üblicherweise Schnüre in Weiß, Grün oder Rot, wobei höhere Qualifikationen durch Zusätze wie Schilder oder Plaketten gekennzeichnet wurden.

Der Rang des Unteroffiziers bildete das Rückgrat der deutschen Armee. Unteroffiziere waren für die Ausbildung und Führung der Mannschaften verantwortlich und fungierten als Bindeglied zwischen den einfachen Soldaten und den Offizieren. Sie trugen charakteristische Rangabzeichen in Form von Tressen am Kragen und auf den Ärmeln. Der Unteroffiziersrang umfasste verschiedene Stufen, von Unteroffizier über Vizefeldwebel bis zum Feldwebel.

Die Schulterklappen mit den Regimentszahlen waren ein wesentliches Erkennungsmerkmal der deutschen Uniformierung. Sie ermöglichten die sofortige Identifikation der Truppenzugehörigkeit eines Soldaten. Die Zahlen wurden auf den Schulterklappen aufgestickt oder aufgenäht, wobei Farbe und Ausführung der Klappen selbst der jeweiligen Waffengattung und dem Regiment entsprachen. Infanterie-Regimenter trugen typischerweise rote oder weiße Zahlen auf farbigen Grundklappen, deren genaue Gestaltung von der Provinz und dem Armeekorps abhing.

Das Postkartenformat war während des Ersten Weltkriegs das bevorzugte Medium für Soldatenportraits. Diese Fotografien, auch Feldpostkarten genannt, wurden in professionellen Fotostudios nahe den Garnisonen oder in improvisierten Studios hinter der Front aufgenommen. Sie dienten mehreren Zwecken: Sie waren persönliche Erinnerungen für die Soldaten selbst, wurden als Andenken an Familienangehörige verschickt und dokumentierten den militärischen Status und die Zugehörigkeit des Abgebildeten. Viele Soldaten ließen sich speziell für diesen Zweck fotografieren, oft unmittelbar nach Erhalt einer Auszeichnung oder Beförderung.

Die fotografische Praxis in den Kriegsjahren folgte bestimmten Konventionen. Soldaten posierten in voller Uniform mit all ihren Auszeichnungen und Erkennungszeichen. Die Fotografen verwendeten häufig standardisierte Hintergründe und Requisiten. Die Aufnahmen wurden in verschiedenen Qualitätsstufen angeboten, von einfachen Abzügen bis zu aufwendig gestalteten Kabinettfotos.

Der angegebene Zustand 2 nach gängiger Sammlerbewertung deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar hin mit nur geringen Gebrauchsspuren. Dies ist bemerkenswert für ein über hundert Jahre altes Dokument und spricht für sorgfältige Aufbewahrung über Generationen hinweg.

Solche Fotografien sind heute wichtige historische Quellen. Sie dokumentieren nicht nur die militärische Uniformierung und Auszeichnungspraxis, sondern bieten auch Einblicke in die persönlichen Geschichten der Soldaten. Für die militärhistorische Forschung sind sie unverzichtbar bei der Rekonstruktion von Regimentsgeschichten und der Identifikation von Uniformvarianten. Für Familienhistoriker können sie wertvolle Hinweise auf die Kriegserfahrungen von Vorfahren liefern.