Preußen Ministerium für Volkswohlfahrt - Staatspreismedaille für Verdienste um die Volksgesundheit 1929

Bronze Durchmesser 51 mm, im Verleihungsetui mit blauer Samteinlage und Seidenfutter, außen in gold aufgedruckter Adler, Preuss.Staatsmünze Berlin SW19. Aus dem Nachlaß des Berliner Ministerialrates Dr. König. Zustand 2+.
Hüsken Nr. 0418.16/2
342836
600,00

Preußen Ministerium für Volkswohlfahrt - Staatspreismedaille für Verdienste um die Volksgesundheit 1929

Die Staatspreismedaille für Verdienste um die Volksgesundheit des Preußischen Ministeriums für Volkswohlfahrt aus dem Jahr 1929 repräsentiert eine wichtige Periode in der deutschen Sozial- und Gesundheitspolitik der Weimarer Republik. Diese Auszeichnung wurde in einer Zeit geschaffen, als die preußische Regierung systematisch versuchte, die Volksgesundheit zu verbessern und Pioniere auf diesem Gebiet zu würdigen.

Nach dem Ersten Weltkrieg stand Preußen vor enormen gesundheitspolitischen Herausforderungen. Die Kriegsfolgen, wirtschaftliche Notlagen und die Spanische Grippe-Pandemie von 1918-1920 hatten die Bevölkerung schwer getroffen. Das Ministerium für Volkswohlfahrt, gegründet im Zuge der demokratischen Reformen der Weimarer Republik, übernahm die Verantwortung für die Koordination aller Maßnahmen zur Förderung der öffentlichen Gesundheit. Die Schaffung dieser Medaille im Jahr 1929 fiel in eine Phase relativer politischer Stabilität, kurz vor dem Beginn der Weltwirtschaftskrise.

Die Medaille wurde in Bronze gefertigt und besitzt einen Durchmesser von 51 mm, was sie zu einer bedeutenden und würdevollen Auszeichnung machte. Die Herstellung erfolgte durch die renommierte Preußische Staatsmünze Berlin SW19, die traditionell für die Prägung staatlicher Auszeichnungen und Münzen zuständig war. Die technische Qualität und künstlerische Gestaltung entsprachen den hohen Standards preußischer Medaillenkunst.

Das Verleihungsetui dieser Medaille demonstriert die Wertschätzung, die dieser Auszeichnung beigemessen wurde. Mit blauer Samteinlage und Seidenfutter ausgekleidet, trug das Etui außen einen in Gold aufgedruckten preußischen Adler - das Hoheitszeichen des Freistaats Preußen. Diese aufwändige Präsentation unterstreicht den offiziellen Charakter und die Bedeutung der Ehrung.

Der Empfänger dieser konkreten Medaille, Ministerialrat Dr. König aus Berlin, gehörte zur administrativen Elite der preußischen Verwaltung. Der Titel Ministerialrat bezeichnete einen höheren Beamten in der Ministerialbürokratie, der mit wichtigen Entscheidungen und Politikgestaltung betraut war. Dr. König dürfte bedeutende Beiträge zur Volksgesundheitspolitik geleistet haben, um diese prestigeträchtige Auszeichnung zu erhalten.

Die Volksgesundheitspolitik der späten 1920er Jahre umfasste verschiedene Bereiche: die Bekämpfung von Infektionskrankheiten wie Tuberkulose, die Verbesserung der Säuglingssterblichkeit, die Förderung der Hygiene, den Ausbau von Krankenhäusern und Beratungsstellen sowie die Gesundheitserziehung. Personen, die in diesen Bereichen herausragende Verdienste erwarben - seien es Ärzte, Wissenschaftler, Sozialarbeiter oder Verwaltungsbeamte - kamen für diese Auszeichnung in Betracht.

Die Katalogisierung nach Hüsken Nr. 0418.16/2 verweist auf das Standardreferenzwerk für preußische und deutsche Orden und Ehrenzeichen. Diese systematische Erfassung ermöglicht Sammlern und Historikern die präzise Identifikation und Einordnung solcher Auszeichnungen.

Der erhaltene Zustand 2+ entspricht einem sehr guten bis nahezu exzellenten Erhaltungsgrad. Dies ist bemerkenswert für ein Objekt, das fast ein Jahrhundert alt ist und die turbulenten Jahre der Weimarer Republik, des Nationalsozialismus, des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit überdauert hat. Die sorgfältige Aufbewahrung im Original-Etui hat zweifellos zur guten Erhaltung beigetragen.

Diese Medaille ist heute nicht nur ein philatelistisches Sammlerstück, sondern auch ein wichtiges historisches Zeugnis. Sie dokumentiert die Bemühungen der Weimarer Republik, trotz aller politischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten, einen modernen Sozialstaat aufzubauen und die Gesundheit der Bevölkerung zu verbessern. Sie erinnert an eine Zeit, in der der preußische Staat versuchte, durch systematische Politik und Anerkennung individueller Leistungen gesellschaftlichen Fortschritt zu erreichen.

Im Kontext der deutschen Geschichte steht diese Auszeichnung für eine kurze demokratische Episode zwischen Kaiserreich und Diktatur, in der progressive Sozialpolitik möglich war und staatlich gefördert wurde.