Preussen Rot-Kreuz-Medaille 3. Klasse - Miniatur
Preis pro Stück :
Es handelt sich hierbei um einen kleinen Restbestand eines Münchner Ordensgeschäfts. Die abgebildete Tüte ist im Angebot nicht enthalten.
Die Preußische Rot-Kreuz-Medaille 3. Klasse repräsentiert ein wichtiges Kapitel der humanitären Auszeichnungen im Deutschen Kaiserreich. Diese Miniatur mit einem Durchmesser von 16 mm verkörpert die jahrhundertealte Tradition, bedeutsame Orden und Ehrenzeichen in verkleinerter Form zu tragen.
Die Preußische Rot-Kreuz-Medaille wurde durch Allerhöchste Kabinettsorder vom 9. September 1898 durch Kaiser Wilhelm II. gestiftet. Sie sollte Personen auszeichnen, die sich im Sanitätsdienst oder in der Krankenpflege besonders verdient gemacht hatten. Die Medaille war in drei Klassen unterteilt: Die 1. Klasse aus vergoldetem Silber, die 2. Klasse aus Silber, und die 3. Klasse aus Bronze – wie das vorliegende Exemplar.
Das originale Erscheinungsbild zeigt auf der Vorderseite ein rotes Kreuz auf weißem Email-Grund, umgeben von einem goldenen Lorbeerkranz bei der 1. und 2. Klasse, beziehungsweise einem bronzierten Kranz bei der 3. Klasse. Die Rückseite trägt die Inschrift “Hilf Dir selbst, so hilft Dir Gott” sowie die Jahreszahl der Stiftung. Die Medaille wurde am Band des Preußischen Roten Kreuzes getragen – einem weißen Band mit schwarzen und weißen Streifen an den Rändern.
Die Bedeutung von Miniaturen im militärischen und zivilen Ordenswesen kann nicht unterschätzt werden. Seit dem 18. Jahrhundert war es üblich, bei festlichen Anlässen, insbesondere bei der Abendgarderobe oder der großen Gala, verkleinerte Versionen der erworbenen Auszeichnungen zu tragen. Diese Miniaturen wurden entweder auf speziellen Miniaturschnallen oder auf Fracks und Smoking angebracht. Sie waren nicht nur praktischer als die vollständigen Orden, sondern ermöglichten es auch, eine größere Anzahl von Auszeichnungen würdevoll zu präsentieren.
Das vorliegende Stück stammt aus dem Restbestand eines Münchner Ordensgeschäfts, was auf die bedeutende Rolle spezialisierter Händler im Ordenswesen hinweist. Städte wie München, Berlin und Hamburg waren Zentren des Ordenshandels, wo sowohl offizielle Hersteller als auch lizenzierte Händler tätig waren. Das noch vorhandene Preisetikett für 1.– Mark gibt einen faszinierenden Einblick in die Handelspraktiken der Zeit und den damaligen Wert solcher Miniaturen.
Die bronzierte Ausführung ist typisch für die 3. Klasse dieser Auszeichnung. Im Gegensatz zu den höheren Klassen, die aus edleren Metallen gefertigt wurden, war die 3. Klasse für eine breitere Vergabe gedacht und wurde häufiger verliehen. Dies spiegelte die Absicht wider, auch Helfer und Sanitätspersonal niedrigerer Dienstgrade für ihre Verdienste zu würdigen.
Die Verleihung der Preußischen Rot-Kreuz-Medaille erfolgte während des Deutschen Kaiserreichs (1871-1918) und auch noch in der frühen Weimarer Republik. Besonders während des Ersten Weltkriegs (1914-1918) stieg die Anzahl der Verleihungen erheblich an, da unzählige freiwillige Helfer, Krankenschwestern und Sanitäter im Dienst der Verwundetenversorgung tätig waren. Das Rote Kreuz spielte eine zentrale Rolle in der medizinischen Versorgung sowohl an der Front als auch in der Heimat.
Die Herstellung von Miniaturen erfolgte durch spezialisierte Ordensfabriken und Juweliere. Bekannte Hersteller wie Godet & Sohn aus Berlin oder andere renommierte Firmen fertigten sowohl die offiziellen Ordensausgaben als auch die dazugehörigen Miniaturen. Die Qualität konnte dabei variieren – von aufwendig gearbeiteten Stücken mit Email bis hin zu einfacheren, gestanzten Ausführungen wie der vorliegenden bronierten Version.
Das Fehlen des Bandes bei diesem Exemplar ist nicht ungewöhnlich für Sammlerstücke oder Lagerbestände. Miniaturen wurden oft ohne Band verkauft, da die Träger entweder bereits über entsprechende Bänder verfügten oder die Miniaturen direkt auf Kleidung aufnähen ließen.
Der Erhaltungszustand 2+ nach militärhistorischer Bewertungsskala deutet auf ein sehr gut erhaltenes Stück hin, mit nur minimalen Gebrauchsspuren. Dies ist bemerkenswert für ein Objekt, das über ein Jahrhundert alt sein kann.
Heute sind solche Miniaturen gesuchte Sammlerobjekte, die Einblick in die Ordenskultur des Deutschen Kaiserreichs geben. Sie dokumentieren nicht nur die militärische und humanitäre Geschichte, sondern auch die sozialen Strukturen und Wertvorstellungen einer vergangenen Epoche. Das Preußische Rote Kreuz und seine Auszeichnungen stehen dabei für die Entwicklung des modernen Sanitätswesens und die Anerkennung humanitärer Dienste in der deutschen Geschichte.