III. Reich Pressefoto. S. M. König Peter der II und Prinzessin Olga. Belgrad 1939.

Maße. ca. 13 x 18 cm, rückseitig ohne Beschreibung, gebrauchter Zustand.
309437
20,00

III. Reich Pressefoto. S. M. König Peter der II und Prinzessin Olga. Belgrad 1939.

Bei diesem Objekt handelt es sich um ein Pressefoto aus der Zeit des Dritten Reiches, aufgenommen im Jahr 1939 in Belgrad. Das Foto zeigt König Peter II. von Jugoslawien und Prinzessin Olga, seine Tante und zeitweilige Regentin. Mit den Maßen von etwa 13 x 18 cm entspricht es den damals üblichen Standardformaten für Pressebilder.

Die Produktion und Verbreitung von Pressefotos im Dritten Reich unterlag einem hochorganisierten System der Propaganda und Informationskontrolle. Nach der Machtübernahme 1933 wurde das gesamte deutsche Pressewesen unter die Aufsicht des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda unter Joseph Goebbels gestellt. Fotografen und Bildagenturen mussten sich in die Reichskulturkammer eingliedern lassen, und die Verbreitung von Bildmaterial wurde zentral gesteuert.

König Peter II. wurde 1923 geboren und bestieg 1934 nach der Ermordung seines Vaters, König Alexander I., formal den jugoslawischen Thron. Da er noch minderjährig war, übernahm zunächst ein Regentschaftsrat unter Führung seines Onkels Prinz Paul die Regierungsgeschäfte. Prinzessin Olga von Jugoslawien, geborene Prinzessin von Griechenland und Dänemark, war die Ehefrau von Prinz Paul und spielte als Regentin eine wichtige Rolle in der jugoslawischen Politik der Vorkriegszeit.

Das Jahr 1939, in dem dieses Foto entstand, markierte einen entscheidenden Wendepunkt in der europäischen Geschichte. Mit dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg. Für das Dritte Reich waren die Beziehungen zu Jugoslawien von erheblicher strategischer Bedeutung. Das Königreich lag an wichtigen Verkehrswegen und bildete eine Brücke zwischen Mitteleuropa und dem Mittelmeerraum.

Die deutsche Pressefotografie dieser Zeit dokumentierte nicht nur innerdeutsche Ereignisse, sondern auch internationale Beziehungen und ausländische Staatsoberhäupter. Solche Bilder dienten mehreren Zwecken: Sie informierten die deutsche Öffentlichkeit über außenpolitische Entwicklungen, vermittelten ein Bild der internationalen Anerkennung des NS-Regimes und dokumentierten diplomatische Kontakte. Die Aufnahmen wurden von spezialisierten Fotografen angefertigt, oft im Auftrag der großen Presseagenturen wie dem Deutschen Nachrichtenbüro (DNB) oder privaten Bilderdiensten.

Die technische Qualität der Pressefotos entsprach den hohen Standards der Zeit. Sie wurden meist auf hochwertigem Fotopapier entwickelt und trugen häufig auf der Rückseite Stempel, Beschriftungen oder Zensurvermerke. Das vorliegende Exemplar trägt rückseitig keine Beschreibung, was bei Archivexemplaren oder zur internen Verwendung bestimmten Aufnahmen durchaus vorkam.

Die Beziehungen zwischen dem Deutschen Reich und Jugoslawien waren in dieser Zeit komplex. Während die jugoslawische Regierung versuchte, eine neutrale Position zu wahren, übte Deutschland zunehmend Druck aus. Im März 1941 wurde Jugoslawien schließlich gezwungen, dem Dreimächtepakt beizutreten. Dies führte zu einem Militärputsch in Belgrad, bei dem der nun volljährige König Peter II. die tatsächliche Macht übernahm. Als Reaktion auf diesen Putsch griff Deutschland im April 1941 Jugoslawien an, was zur Besetzung des Landes und zur Flucht des jungen Königs ins Exil führte.

Pressefotos wie dieses sind heute wichtige historische Quellen. Sie dokumentieren nicht nur die abgebildeten Personen und Ereignisse, sondern auch die Art und Weise, wie das NS-Regime Informationen kontrollierte und verbreitete. Für Sammler und Historiker sind solche Fotografien wertvoll, da sie Einblicke in die Propaganda- und Medienpolitik der Zeit gewähren.

Der Erhaltungszustand wird als gebraucht beschrieben, was bei einem über 80 Jahre alten Dokument durchaus üblich ist. Solche Fotos wurden häufig in Archiven, Redaktionen oder privaten Sammlungen aufbewahrt und zeigen entsprechende Gebrauchsspuren. Die Authentizität solcher Stücke lässt sich durch verschiedene Merkmale überprüfen, darunter Papierqualität, Entwicklungstechnik und eventuelle rückseitige Vermerke.

Zusammenfassend handelt es sich um ein zeitgeschichtliches Dokument, das die diplomatischen und medialen Verflechtungen zwischen dem Dritten Reich und dem Königreich Jugoslawien in der kritischen Phase unmittelbar vor und zu Beginn des Zweiten Weltkriegs illustriert.

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