Bundesrepublik Deutschland ( BRD ) Feldzeichen für den Polizeitschako der Berliner Polizei 

um 1957, Aluminium, Rückseite vernickelt, Hersteller Assmann & Söhne, Zustand 2.
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25,00

Bundesrepublik Deutschland ( BRD ) Feldzeichen für den Polizeitschako der Berliner Polizei 

Das Feldzeichen für den Polizeitschako der Berliner Polizei aus der Zeit um 1957 repräsentiert eine bedeutende Epoche in der Geschichte der deutschen Nachkriegspolizei. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Teilung Berlins befand sich die Stadt in einer einzigartigen politischen und administrativen Situation, die sich auch in den Uniformen und Abzeichen ihrer Polizeikräfte widerspiegelte.

Die Berliner Polizei in der frühen Bundesrepublik Deutschland durchlief ab 1949 eine umfassende Reorganisation und Neuausrichtung. Nach der Währungsreform 1948 und der Gründung der Bundesrepublik 1949 mussten die westlichen Besatzungszonen, einschließlich West-Berlins, neue polizeiliche Strukturen aufbauen, die sich deutlich von der nationalsozialistischen Vergangenheit distanzierten. Das Jahr 1957, aus dem dieses Feldzeichen stammt, markiert eine Phase der Konsolidierung dieser neuen demokratischen Polizeistrukturen.

Der Tschako, eine traditionelle hohe zylindrische Kopfbedeckung mit militärischem Ursprung, hatte in der deutschen Polizeigeschichte eine lange Tradition. Bereits im 19. Jahrhundert trugen preußische Gendarmen und Polizisten verschiedene Formen des Tschakos. In der Bundesrepublik wurde diese Tradition bei bestimmten Polizeieinheiten, insbesondere bei Schutzpolizisten in Großstädten wie Berlin, fortgeführt. Das Feldzeichen, das an der Vorderseite des Tschakos angebracht wurde, diente als offizielles Hoheitszeichen und Erkennungsmerkmal.

Die Herstellung durch Assmann & Söhne ist von besonderer Bedeutung. Die Firma Christian Theodor Assmann & Söhne aus Lüdenscheid war eine der renommiertesten Hersteller von militärischen und polizeilichen Ausrüstungsgegenständen in Deutschland. Das Unternehmen, das bereits seit dem 19. Jahrhundert bestand, hatte sich auf die Produktion von Orden, Ehrenzeichen und Uniformabzeichen spezialisiert. Nach dem Krieg gehörte Assmann zu den ersten Firmen, die für die neu aufgestellten Sicherheitskräfte der Bundesrepublik produzierten.

Die Materialbeschaffenheit des Feldzeichens aus Aluminium mit vernickelter Rückseite entspricht den technischen Standards der 1950er Jahre. Aluminium bot mehrere Vorteile: Es war leicht, kostengünstig in der Herstellung und korrosionsbeständig. Die vernickelte Rückseite diente sowohl dem Schutz des Materials als auch der Befestigung am Textil des Tschakos. Diese Fertigungstechnik war charakteristisch für die Nachkriegsproduktion, als man bemüht war, qualitativ hochwertige, aber wirtschaftliche Lösungen zu finden.

Die politische Situation West-Berlins als besondere politische Einheit innerhalb der Bundesrepublik spiegelte sich auch in den Polizeistrukturen wider. West-Berlin hatte eine eigene Polizeiorganisation, die zwar eng mit den westdeutschen Behörden zusammenarbeitete, aber aufgrund des besonderen Status der Stadt eine gewisse Autonomie behielt. Die Berliner Polizei musste in dieser Zeit besondere Herausforderungen meistern, von der Grenzsicherung zur sowjetischen Zone bis zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung in einer geteilten Stadt.

Die uniformgeschichtliche Bedeutung solcher Feldzeichen liegt in ihrer Funktion als Träger staatlicher Symbolik. Nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes war es essentiell, neue demokratische Symbolik zu etablieren, die gleichzeitig an positive Traditionen deutscher Staatlichkeit anknüpfte, ohne belastete Elemente zu übernehmen. Das Design von Polizeiabzeichen in den 1950er Jahren musste diesen Spagat bewältigen.

Die Verwendung des Tschakos in der Berliner Polizei wurde in den folgenden Jahrzehnten allmählich reduziert. Mit der Modernisierung der Polizeiuniformen in den 1960er und 1970er Jahren wurden praktischere Kopfbedeckungen bevorzugt. Der Tschako blieb hauptsächlich bei zeremoniellen Anlässen und bei Ehrenwachen erhalten, bis er schließlich weitgehend aus dem aktiven Dienst verschwand.

Heute sind solche Feldzeichen wichtige Zeugnisse der deutschen Polizeigeschichte und der Entwicklung staatlicher Symbolik in der Nachkriegszeit. Sie dokumentieren nicht nur die handwerkliche Qualität deutscher Hersteller wie Assmann & Söhne, sondern auch die administrativen und politischen Herausforderungen beim Aufbau demokratischer Institutionen im geteilten Deutschland. Für Sammler und Historiker bieten sie wertvolle Einblicke in eine Übergangszeit, in der die Bundesrepublik ihre eigene Identität entwickelte.