DAF - Arbeitsbeschaffung 28.9.-14.10.1934 Württemberg-Hohenzollern Reichsbetriebsgemeinschaft Handel und Handwerk

Blechabzeichen, an Nadel, Hersteller : Metall Jäckle, Zustand 2.
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35,00

DAF - Arbeitsbeschaffung 28.9.-14.10.1934 Württemberg-Hohenzollern Reichsbetriebsgemeinschaft Handel und Handwerk

Das vorliegende Blechabzeichen stellt ein faszinierendes Zeugnis der frühen Deutschen Arbeitsfront (DAF) dar und dokumentiert eine spezifische Kampagne zur Arbeitsbeschaffung in Württemberg-Hohenzollern vom 28. September bis 14. Oktober 1934. Hergestellt von Metall Jäckle, einem bekannten Produzenten von Abzeichen und Metallwaren jener Zeit, repräsentiert dieses Stück die Propaganda- und Mobilisierungsstrategien des NS-Regimes in den frühen Jahren seiner Herrschaft.

Die Deutsche Arbeitsfront wurde am 10. Mai 1933 nach der Zerschlagung der freien Gewerkschaften gegründet und entwickelte sich zur größten Massenorganisation des Dritten Reiches. Unter der Leitung von Robert Ley sollte die DAF die “Volksgemeinschaft” im Arbeitsleben verkörpern und vereinte theoretisch Arbeiter und Arbeitgeber in einer gemeinsamen Organisation. Bis 1939 gehörten ihr über 22 Millionen Mitglieder an, was sie zur weltweit größten Organisation ihrer Art machte.

Das Jahr 1934 war für das NS-Regime von besonderer Bedeutung. Nach der Machtübernahme 1933 befand sich Deutschland in einer Phase der Konsolidierung nationalsozialistischer Herrschaft. Die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen standen im Zentrum der Propaganda, da die Bekämpfung der Massenarbeitslosigkeit – im Januar 1933 waren über sechs Millionen Menschen arbeitslos – als zentrale Legitimationsgrundlage des Regimes galt. Die Kampagne vom Herbst 1934 fiel in eine Zeit intensiver wirtschaftspolitischer Aktivität und demonstrierte die angeblichen Erfolge der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik.

Die Reichsbetriebsgemeinschaft Handel und Handwerk war eine der Untergliederungen innerhalb der DAF-Struktur. Die DAF war in verschiedene Reichsbetriebsgemeinschaften gegliedert, die jeweils bestimmte Wirtschaftszweige repräsentierten. Diese Organisationsform sollte die vertikale Integration von Arbeitnehmern und Arbeitgebern innerhalb einzelner Branchen fördern und die traditionellen horizontalen Klassenstrukturen überwinden. Die Betriebsgemeinschaft für Handel und Handwerk umfasste ein breites Spektrum von Klein- und Mittelbetrieben, die für die NS-Wirtschaftspolitik von erheblicher Bedeutung waren.

Solche Blechabzeichen dienten mehreren Zwecken: Sie waren sichtbare Zeichen der Teilnahme an Kampagnen und Veranstaltungen, fungierten als Propagandainstrumente und schufen ein Gefühl der Zugehörigkeit und kollektiven Identität. Das Tragen solcher Abzeichen demonstrierte öffentlich die Unterstützung für die Ziele der DAF und des Regimes. Sie wurden oft bei Sammlungen, Veranstaltungen oder als Teilnahmenachweis ausgegeben und sollten die Allgegenwart der nationalsozialistischen Organisationen im Alltag visualisieren.

Die zeitliche und regionale Spezifizierung – Württemberg-Hohenzollern als Gau und der exakte Zeitraum vom 28. September bis 14. Oktober 1934 – deutet auf eine regional koordinierte Kampagne hin. Die NS-Herrschaft war trotz ihrer zentralistischen Tendenz in der Praxis oft durch regional differenzierte Aktionen gekennzeichnet. Württemberg-Hohenzollern war ein bedeutender Industriestandort mit einer Mischung aus traditionellem Handwerk und moderner Industrie, was die Region zu einem wichtigen Ziel für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen machte.

Der Hersteller Metall Jäckle gehörte zu den zahlreichen Firmen, die von der enormen Nachfrage nach Abzeichen, Orden und Ehrenzeichen im Dritten Reich profitierten. Die Herstellung solcher Gegenstände entwickelte sich zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig, da das Regime systematisch Symbolik und visuelle Identifikation zur Massenmobilisierung einsetzte. Die technische Ausführung als Blechabzeichen mit Nadelbefestigung war typisch für Massenproduktionen dieser Art, die kostengünstig hergestellt und in großer Stückzahl verteilt werden konnten.

Aus heutiger Perspektive sind solche Objekte wichtige historische Quellen, die Einblick in die Alltagsgeschichte des Nationalsozialismus geben. Sie dokumentieren die Durchdringung aller Lebensbereiche durch NS-Organisationen und die systematische Instrumentalisierung von Symbolik für politische Zwecke. Für Sammler und Historiker bieten sie konkrete Anhaltspunkte für regional- und zeitgeschichtliche Forschungen und illustrieren die Mechanismen totalitärer Herrschaft auf der Mikroebene des Alltags.

Die Erhaltung in Zustand 2 (nach üblicher Sammlerbewertung gut bis sehr gut erhalten) macht dieses Exemplar zu einem wertvollen Studienobjekt, das die originale Gestaltung und Herstellungsqualität noch deutlich erkennen lässt und somit authentische Erkenntnisse über Produktion und Distribution solcher Propagandamittel ermöglicht.

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