Der Deutsche Automobil Club ( DDAC ) - nichttragbare Teilnehmerplakette " Württ. Zuverlässigkeitsfahrt 28.6.1936 "

Feinzink getönt, 62 x 82 mm, aufgelegt auf Holzplatte 98 x 142 mm, Zustand 2.
322638
220,00

Der Deutsche Automobil Club ( DDAC ) - nichttragbare Teilnehmerplakette " Württ. Zuverlässigkeitsfahrt 28.6.1936 "

Der DDAC und die Württembergische Zuverlässigkeitsfahrt von 1936

Die vorliegende nichttragbare Teilnehmerplakette aus Feinzink dokumentiert ein bemerkenswertes Kapitel der deutschen Automobilgeschichte während der nationalsozialistischen Herrschaft. Die Württembergische Zuverlässigkeitsfahrt vom 28. Juni 1936 war eine von vielen motorsportlichen Veranstaltungen, die der Der Deutsche Automobil Club (DDAC) in dieser Epoche organisierte.

Der DDAC war 1933 durch die Gleichschaltung aus der Fusion mehrerer deutscher Automobilclubs entstanden, darunter der traditionsreiche ADAC (Allgemeiner Deutscher Automobil-Club). Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde der DDAC zum einzigen staatlich anerkannten Automobilclub im Deutschen Reich und dem Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) als Gliederung der NSDAP unterstellt. Der Clubführer war Adolf Hühnlein, der gleichzeitig Korpsführer des NSKK war.

Die Organisation von Zuverlässigkeitsfahrten hatte in Deutschland eine lange Tradition, die bis in die Anfänge des Automobilsports zurückreichte. Diese Veranstaltungen dienten nicht primär der Geschwindigkeit, sondern der Prüfung der technischen Zuverlässigkeit der Fahrzeuge unter realen Straßenbedingungen. Teilnehmer mussten vorgegebene Strecken innerhalb bestimmter Zeitvorgaben bewältigen, wobei technische Pannen oder Verspätungen zu Strafpunkten führten.

Im Jahr 1936, als diese württembergische Veranstaltung stattfand, hatte das nationalsozialistische Regime die Motorisierung zu einem zentralen propagandistischen und wirtschaftspolitischen Thema erhoben. Die Olympischen Spiele in Berlin standen unmittelbar bevor, und Deutschland präsentierte sich der Welt als moderne, technologisch fortschrittliche Nation. Der Automobilbau und der Motorsport spielten dabei eine Schlüsselrolle. Die erfolgreichen deutschen Rennwagen von Mercedes-Benz und Auto Union, die “Silberpfeile”, dominierten in dieser Zeit die internationalen Grand-Prix-Rennen.

Württemberg hatte als Standort bedeutender Automobilhersteller wie Daimler-Benz in Stuttgart eine besondere Bedeutung für die deutsche Automobilindustrie. Regionale Zuverlässigkeitsfahrten wie die vom 28. Juni 1936 dienten mehreren Zwecken: Sie förderten die Popularität des Automobils in der Bevölkerung, boten Herstellern eine Plattform zur Demonstration ihrer Produkte und integrierten die lokalen DDAC-Gliederungen in das nationalsozialistische Organisationsgefüge.

Die Teilnehmerplakette selbst ist ein typisches Beispiel für die Erinnerungs- und Auszeichnungskultur dieser Zeit. Gefertigt aus getöntem Feinzink und auf eine Holzplatte montiert, war sie nicht zum Tragen an der Uniform oder Kleidung bestimmt, sondern als Ehrenzeichen zur Aufbewahrung und Präsentation gedacht. Solche Plaketten wurden Teilnehmern nach erfolgreichem Abschluss der Fahrt überreicht und dokumentierten die motorsportliche Leistung.

Die Gestaltung solcher DDAC-Plaketten folgte typischerweise den ästhetischen Konventionen der Zeit, mit klaren, grafischen Elementen und häufig nationalsozialistischer Symbolik. Der DDAC verwendete als Emblem ein stilisiertes Rad mit Hakenkreuz, das die ideologische Durchdringung auch des Automobilwesens verdeutlichte.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der DDAC 1945 von den Alliierten aufgelöst. In den westlichen Besatzungszonen erfolgte 1946 die Neugründung des ADAC, der an die Traditionen der Vorkriegszeit anknüpfte, aber sich bewusst von der nationalsozialistischen Vergangenheit distanzierte. In der sowjetischen Besatzungszone und späteren DDR entstanden eigene Automobilorganisationen.

Heute sind DDAC-Memorabilien wie diese Teilnehmerplakette wichtige zeithistorische Dokumente. Sie illustrieren die Verflechtung von Sport, Technik und Politik im nationalsozialistischen Deutschland und dokumentieren eine Epoche der deutschen Automobilgeschichte, die von bemerkenswerten technischen Leistungen einerseits und totalitärer Instrumentalisierung andererseits geprägt war. Für Sammler und Historiker bieten solche Objekte wertvolle Einblicke in die Alltagskultur und die Organisationsstrukturen der Zeit zwischen 1933 und 1945.

Die Erhaltung solcher Objekte in gutem Zustand ermöglicht es nachfolgenden Generationen, die materielle Kultur dieser Epoche zu studieren und die historischen Zusammenhänge besser zu verstehen, ohne die problematischen Aspekte dieser Zeit zu glorifizieren.