Deutsches Kartell für Jagd- und Sportschießen ( KKS )

Abzeichen 2. Form : Ehrennadel für Schützen in Bronze, an langer Nadel, Hersteller : Lauer Nürnberg, Zustand 2.
291738
€ 100,00

Deutsches Kartell für Jagd- und Sportschießen ( KKS )

Das Deutsche Kartell für Jagd- und Sportschießen (KKS) stellte eine bedeutende Organisation im deutschen Schießwesen der Zwischenkriegszeit dar. Diese Institution entstand aus der Notwendigkeit, die verschiedenen Schützenvereine und jagdlichen Organisationen nach dem Ersten Weltkrieg unter einem Dachverband zu vereinen und das Schießwesen in Deutschland zu koordinieren.

Nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg und den restriktiven Bestimmungen des Versailler Vertrags von 1919 war Deutschland erheblichen Beschränkungen hinsichtlich militärischer Aktivitäten unterworfen. Das Schießwesen erfuhr jedoch als sportliche und jagdliche Betätigung eine gewisse Duldung, sofern es nicht unmittelbar militärischen Zwecken diente. In diesem Kontext entwickelten sich verschiedene Schützenorganisationen, die formal als Sportvereine organisiert waren.

Das KKS fungierte als Dachorganisation für diese vielfältigen Schützenvereine und etablierte ein System von Auszeichnungen zur Anerkennung schießsportlicher Leistungen. Die Ehrennadel für Schützen wurde in verschiedenen Stufen verliehen, wobei die bronzene Ausführung typischerweise für grundlegende Leistungen im Schießsport vergeben wurde. Diese Auszeichnungen waren nicht militärischer Natur, sondern sollten sportliche Erfolge würdigen.

Die Herstellung solcher Abzeichen erfolgte durch spezialisierte Unternehmen, die sich auf die Fertigung von Orden, Ehrenzeichen und Vereinsabzeichen konzentrierten. Die Firma Lauer aus Nürnberg gehörte zu den renommierten Herstellern dieser Branche. Nürnberg hatte seit Jahrhunderten eine Tradition in der Metallverarbeitung und war ein Zentrum für die Produktion von Auszeichnungen und Abzeichen. Die Firma Lauer produzierte neben Schützenabzeichen auch andere Ehrenzeichen und Orden und stand für handwerkliche Qualität.

Die zweite Form der Ehrennadel deutet darauf hin, dass es verschiedene Varianten oder Ausgaben dieser Auszeichnung gab. Solche Unterscheidungen waren in der Ordenskunde üblich und resultierten häufig aus veränderten Statuten, modifizierten Designs oder organisatorischen Umstrukturierungen innerhalb der verleihenden Organisation.

Das Abzeichen wurde als lange Nadel ausgeführt, was der üblichen Trageweise entsprach. Diese Nadeln wurden an der Zivilkleidung befestigt und signalisierten die Zugehörigkeit zur Schützengemeinschaft sowie die erworbenen Leistungen. Die bronzene Ausführung war typischerweise die Einstiegsstufe, gefolgt von silbernen und goldenen Varianten für höhere Leistungen.

Das Schießwesen in Deutschland hatte tiefe historische Wurzeln in den städtischen Schützengilden des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Diese Tradition wurde im 19. Jahrhundert durch die Gründung zahlreicher Schützenvereine fortgeführt, die sowohl gesellschaftliche als auch wehrsportliche Funktionen erfüllten. Nach 1918 mussten sich diese Organisationen den veränderten politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen anpassen.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 erfuhr das gesamte Vereinswesen in Deutschland eine Gleichschaltung. Viele Schützenorganisationen wurden in nationalsozialistische Strukturen eingegliedert oder aufgelöst. Das Schießwesen wurde zunehmend in den Dienst der vormilitärischen Ausbildung gestellt, auch wenn formal weiterhin die sportliche Komponente betont wurde.

Die Sammlung und Bewahrung solcher Auszeichnungen ist heute von historischem Interesse, da sie Zeugnis ablegen von der Vereinskultur und dem Schießwesen einer vergangenen Epoche. Für Sammler und Militärhistoriker bieten diese Objekte Einblicke in die Organisationsstrukturen, die handwerkliche Qualität der Herstellung und die gesellschaftliche Bedeutung des Schießsports in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Die Erhaltung solcher historischer Objekte erfordert fachgerechte Behandlung, da Bronze zu Korrosion neigen kann. Der angegebene Zustand 2 entspricht in der Numismatik und Phaleristik üblicherweise einem sehr guten bis guten Erhaltungszustand mit geringen Gebrauchsspuren. Dies deutet darauf hin, dass das Abzeichen trotz seines Alters gut erhalten geblieben ist.