III. Reich - DAF - Sportappell der Betriebe 1939

Kunststoffabzeichen, an Nadel, Hersteller : RZM M9/25 Richard Sieper & Söhne Lüdenscheid, Zustand 2.
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30,00

III. Reich - DAF - Sportappell der Betriebe 1939

Das vorliegende Abzeichen zum Sportappell der Betriebe 1939 der Deutschen Arbeitsfront (DAF) repräsentiert ein bedeutendes Element der nationalsozialistischen Sozialpolitik und Propagandamaschinerie im Dritten Reich. Die Deutsche Arbeitsfront, gegründet am 10. Mai 1933 unter der Leitung von Robert Ley, war die größte Massenorganisation des NS-Regimes und ersetzte die aufgelösten freien Gewerkschaften.

Die DAF umfasste bis 1939 über 23 Millionen Mitglieder und verstand sich als umfassende Organisation zur Erfassung aller arbeitenden Deutschen. Ein wesentlicher Bestandteil ihrer Aktivitäten war die Organisation von Sport- und Freizeitveranstaltungen, die unter dem Motto “Kraft durch Freude” (KdF) liefen. Der Sportappell der Betriebe war eine dieser großangelegten Veranstaltungen, die darauf abzielten, die körperliche Ertüchtigung der Arbeiterschaft zu fördern und gleichzeitig die nationalsozialistische Ideologie zu verbreiten.

Das Jahr 1939 markierte einen bedeutenden Wendepunkt in der Geschichte des Dritten Reiches. Es war das Jahr des Kriegsausbruchs am 1. September mit dem Überfall auf Polen. In diesem Kontext erhielten sportliche Veranstaltungen eine zusätzliche Dimension der wehrsportlichen Vorbereitung. Die Sportappelle dienten nicht nur der körperlichen Fitness, sondern auch der mentalen Vorbereitung auf den kommenden Konflikt.

Das Abzeichen selbst ist ein Kunststoffabzeichen, was für die späten 1930er Jahre charakteristisch war. Mit zunehmender Rohstoffknappheit und der Vorbereitung auf den Krieg wurden traditionelle Materialien wie Bronze oder Tombak zunehmend durch Kunststoff ersetzt. Dies ermöglichte eine kostengünstigere Massenproduktion und schonte kriegswichtige Metallressourcen.

Die Herstellermarkierung RZM M9/25 verweist auf das Reichszeugmeisterei-System, das 1929 eingeführt wurde, um die Produktion von Parteiabzeichen und -ausrüstung zu standardisieren und zu kontrollieren. Die RZM war verantwortlich für die Qualitätskontrolle und Vergabe von Herstellernummern. Die Nummer M9/25 identifiziert den Hersteller als Richard Sieper & Söhne aus Lüdenscheid, einer Stadt, die traditionell ein Zentrum der deutschen Metallwarenindustrie war.

Die Firma Richard Sieper & Söhne gehörte zu den zahlreichen Unternehmen, die während der NS-Zeit Auszeichnungen, Abzeichen und militärische Insignien produzierten. Lüdenscheid und das umgebende Sauerland waren bekannt für ihre Expertise in der Herstellung von Metallwaren und Beschlägen, was die Region zu einem natürlichen Produktionsstandort für militärische und paramilitärische Ausrüstung machte.

Die Sportappelle der Betriebe waren groß angelegte Veranstaltungen, bei denen ganze Belegschaften in uniformierter Kleidung antraten, um gemeinsam Sport zu treiben und an Wettkämpfen teilzunehmen. Diese Veranstaltungen dienten mehreren Zwecken: Sie sollten die Volksgemeinschaftsideologie stärken, die Klassenunterschiede überwinden helfen, die körperliche Fitness der Arbeiterschaft steigern und nicht zuletzt Propagandamaterial für die NS-Medien liefern.

Teilnehmer an solchen Veranstaltungen erhielten oft Erinnerungsabzeichen wie das vorliegende Exemplar. Diese Abzeichen wurden an der Kleidung getragen und dienten als sichtbares Zeichen der Teilnahme und der Zugehörigkeit zur Volksgemeinschaft. Sie waren Teil eines umfassenden Systems von Auszeichnungen und Abzeichen, mit dem das NS-Regime Loyalität belohnte und soziale Konformität förderte.

Aus sammlerischer und historischer Perspektive sind solche Abzeichen heute wichtige Zeitzeugnisse der nationalsozialistischen Alltagskultur. Sie dokumentieren die Durchdringung aller Lebensbereiche durch die NS-Ideologie und die Instrumentalisierung von Sport und Freizeit für politische Zwecke. Das Abzeichen erinnert an eine Zeit, in der selbst scheinbar unpolitische Aktivitäten wie betrieblicher Sport Teil der totalitären Kontrolle und Mobilisierung der Gesellschaft waren.

Die Erhaltung in Zustand 2 deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar hin, was bei Kunststoffabzeichen aus dieser Zeit nicht selbstverständlich ist, da das Material anfällig für Alterung und Beschädigung ist.

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