Nationalsozialistischer Reichskriegerbund ( NSRKB ) - Mitgliedsabzeichen
Das Mitgliedsabzeichen des Nationalsozialistischen Reichskriegerbundes (NSRKB) stellt ein bedeutendes Beispiel der paramilitärischen Organisationsabzeichen des Dritten Reiches dar. Diese Organisation repräsentierte die Gleichschaltung der traditionellen deutschen Veteranenverbände unter nationalsozialistischer Kontrolle.
Der Nationalsozialistische Reichskriegerbund wurde am 4. März 1938 durch die Zusammenlegung des Kyffhäuserbundes und anderer Kriegervereine gegründet. Die Gründung erfolgte auf direkten Befehl Adolf Hitlers und stand im Kontext der umfassenden Gleichschaltung aller gesellschaftlichen Organisationen im nationalsozialistischen Deutschland. Der NSRKB unterstand der Obersten SA-Führung, und sein erster Bundesführer war SA-Obergruppenführer Wilhelm Reinhard, der diese Position von 1938 bis 1940 innehatte. Sein Nachfolger wurde 1943 Obergruppenführer Hermann Ritter von Oberkamp.
Die Organisation hatte zum Ziel, ehemalige Soldaten des Ersten Weltkrieges und ältere Jahrgänge im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie zu organisieren und zu betreuen. Mitglieder waren in der Regel Veteranen, die aufgrund ihres Alters nicht mehr für den aktiven Wehrdienst in Frage kamen, aber dennoch dem Regime ihre Loyalität demonstrieren sollten. Der NSRKB diente als Bindeglied zwischen der Kriegsgeneration und dem NS-Staat.
Das beschriebene Mitgliedsabzeichen trägt die Herstellermarkierung “3 GES.GESCH”, was für “Gesetzlich Geschützt” steht und auf einen registrierten Hersteller hinweist. Diese Markierung war typisch für die Zeit und diente dem Schutz der offiziellen Abzeichen vor Fälschungen. Das Abzeichen wurde an einer langen Nadel getragen, was der üblichen Trageweise für Zivilabzeichen dieser Art entsprach.
Die Mitgliedsabzeichen des NSRKB zeigten typischerweise das charakteristische Stahlhelm-Motiv mit einem Eichenlaub-Kranz und dem Hakenkreuz als zentralem Element. Diese Symbolik verband die militärische Tradition des Kaiserreiches mit der nationalsozialistischen Ideologie. Der Stahlhelm stand für die Frontkämpfer des Ersten Weltkrieges, während das Hakenkreuz die politische Ausrichtung der Organisation verdeutlichte.
Die rechtliche Grundlage für die Verleihung und das Tragen dieser Abzeichen wurde durch verschiedene Verordnungen geregelt. Die Anzugsordnung der NSDAP und entsprechende Bestimmungen der SA regelten präzise, wann und wie diese Abzeichen zu tragen waren. Das Tragen erfolgte in der Regel an der Zivilkleidung auf der linken Brustseite.
Die Produktion solcher Abzeichen erfolgte durch verschiedene autorisierte Hersteller im gesamten Reichsgebiet. Die Qualität und Ausführung variierte je nach Hersteller und Produktionszeitpunkt. Frühe Stücke aus den Jahren 1938 bis 1940 zeigten oft eine höhere Verarbeitungsqualität als spätere Kriegsproduktionen, bei denen Materialmangel zu Qualitätseinbußen führte.
Der NSRKB erreichte bis 1939 eine Mitgliederzahl von etwa 4 Millionen Veteranen. Die Organisation gliederte sich in Gau-, Kreis- und Ortsverbände, die das gesamte Reich abdeckten. Regelmäßige Treffen, Gedenkveranstaltungen und Kameradschaftsabende prägten das Vereinsleben. Die Organisation spielte auch eine wichtige Rolle bei der Betreuung von Kriegsopfern und deren Familien, wobei diese soziale Funktion stets mit ideologischer Indoktrination verbunden war.
Mit dem Fortschreiten des Zweiten Weltkrieges gewann der NSRKB zusätzliche Bedeutung für die Heimatfront. Mitglieder wurden für Luftschutzaufgaben, Sammlungen und andere kriegswichtige Tätigkeiten herangezogen. Die Organisation diente der Aufrechterhaltung der Moral und der Verbindung zwischen Front und Heimat.
Nach der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands im Mai 1945 wurde der NSRKB zusammen mit allen anderen NS-Organisationen durch das Kontrollratsgesetz Nr. 2 vom 10. Oktober 1945 verboten und aufgelöst. Das Tragen seiner Abzeichen wurde untersagt.
Heute sind solche Abzeichen Studienobjekte für Historiker und Sammler militärhistorischer Artefakte. Sie dokumentieren ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte und die Instrumentalisierung von Veteranenverbänden durch totalitäre Regime. Der Handel und die Zurschaustellung solcher Objekte unterliegen in Deutschland dem § 86a StGB, der das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen regelt, wobei Ausnahmen für wissenschaftliche, historische und aufklärerische Zwecke bestehen.