XI. Olympischen Spiele 1936 Berlin - Erinnerungsplakette " Internationale DKV Sternfahrt zu den Olympischen Spielen Berlin 1936 "

47 x 50 mm, Aluminium bronziert, auf schwarze Holzplatte 80 x 85 mm montiert, Zustand 2.
DKV = Deutscher Kanu-Verband
315838
120,00

XI. Olympischen Spiele 1936 Berlin - Erinnerungsplakette " Internationale DKV Sternfahrt zu den Olympischen Spielen Berlin 1936 "

Die Erinnerungsplakette zur Internationalen DKV Sternfahrt zu den Olympischen Spielen Berlin 1936 dokumentiert ein bemerkenswertes Ereignis im Zusammenhang mit den XI. Olympischen Spielen, die vom 1. bis 16. August 1936 in Berlin stattfanden. Diese Plakette aus bronziertem Aluminium, montiert auf einer schwarzen Holzplatte, repräsentiert die enge Verbindung zwischen dem aufstrebenden Kanusport und der größten Sportveranstaltung der damaligen Zeit.

Der Deutsche Kanu-Verband (DKV), gegründet 1914, hatte sich bis Mitte der 1930er Jahre zu einer bedeutenden Sportorganisation entwickelt. Die Olympischen Spiele 1936 markierten einen historischen Meilenstein für den Kanusport, denn erstmals wurden Kanu-Wettbewerbe als offizielle olympische Disziplinen ausgetragen. Dies geschah auf der eigens errichteten Regattastrecke in Berlin-Grünau, wo vom 7. bis 8. August 1936 neun Kanu-Wettbewerbe stattfanden.

Die Sternfahrt war eine traditionelle Form der organisierten Gruppenfahrt, bei der Teilnehmer aus verschiedenen Ausgangspunkten zu einem gemeinsamen Ziel paddelten. Im Kontext der Olympischen Spiele 1936 organisierte der DKV eine internationale Sternfahrt, die Kanusportler aus verschiedenen Ländern nach Berlin führte. Solche Veranstaltungen dienten nicht nur der sportlichen Betätigung, sondern auch der Völkerverständigung und der Demonstration der wachsenden Popularität des Kanusports in Europa.

Die Gestaltung der Plakette folgt den typischen Konventionen der Sportmedaillen und Erinnerungsabzeichen der 1930er Jahre. Das bronzierte Aluminium war ein kostengünstiges Material, das eine edle Optik ermöglichte und gleichzeitig eine massenhafte Produktion für alle Teilnehmer der Sternfahrt zuließ. Die Montage auf einer schwarzen Holzplatte erhöhte den repräsentativen Charakter und machte das Stück zu einem würdigen Andenken für die Teilnehmer.

Die Olympischen Spiele 1936 standen im Zeichen erheblicher politischer Instrumentalisierung durch das nationalsozialistische Regime. Die Spiele wurden als Propagandashow genutzt, um Deutschland als friedliche, weltoffene Nation darzustellen. Gleichzeitig wurden rassistische Ideologien teilweise kaschiert, um internationale Kritik zu vermeiden. Die sportlichen Erfolge deutscher Athleten sollten die angebliche Überlegenheit der “arischen Rasse” demonstrieren. In diesem Kontext gewannen auch vermeintlich unpolitische Ereignisse wie die Kanu-Sternfahrt eine propagandistische Dimension.

Im Kanusport selbst errangen bei den olympischen Wettbewerben mehrere Nationen Erfolge. Deutschland dominierte mit fünf Goldmedaillen, doch auch Österreich, Kanada, die Tschechoslowakei und Schweden gewannen Medaillen. Die internationale Teilnahme an den Kanu-Wettbewerben und der begleitenden Sternfahrt zeigte die grenzüberschreitende Begeisterung für diesen noch jungen olympischen Sport.

Erinnerungsplaketten wie diese waren in der Zwischenkriegszeit weit verbreitet. Sportverbände, Vereine und Organisationen produzierten solche Andenken für besondere Ereignisse, Jubiläen und Wettkämpfe. Sie dienten als persönliche Erinnerung für die Teilnehmer und als Dokumente der Vereinsgeschichte. Sammler schätzen heute solche Objekte als historische Zeugnisse der Sportgeschichte und der gesellschaftlichen Entwicklungen ihrer Zeit.

Die Erhaltung dieser Plakette im Zustand 2 (sehr gut) spricht dafür, dass sie von ihrem ursprünglichen Besitzer geschätzt und sorgfältig aufbewahrt wurde. Dies unterstreicht die Bedeutung, die solchen Erinnerungsstücken beigemessen wurde. Für moderne Betrachter ist die Plakette ein materielles Zeugnis einer komplexen historischen Epoche, in der sportliche Leistung, nationale Identität und politische Propaganda eng miteinander verwoben waren.

Der historische Kontext der Olympischen Spiele 1936 und ihrer Begleitveranstaltungen muss heute kritisch betrachtet werden. Die Spiele fanden in einem Deutschland statt, in dem bereits massive Menschenrechtsverletzungen stattfanden, politische Gegner verfolgt wurden und die systematische Diskriminierung der jüdischen Bevölkerung längst begonnen hatte. Dennoch bleibt der sporthistorische Wert solcher Objekte unbestritten, dokumentieren sie doch die Entwicklung des modernen Sportwesens und die Geschichte ihrer Verbände.