Kriegsmarine Brustadler für Offiziere Marinebeamte

Metallfaden Silber handgestickt auf dunkelblau, ungetragen, Hakenkreuz leicht oxidiert, Zustand 2
463939
175,00

Kriegsmarine Brustadler für Offiziere Marinebeamte

Der Kriegsmarine Brustadler für Offiziere und Marinebeamte stellt ein bedeutendes Beispiel der maritimen Uniformabzeichen der deutschen Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs dar. Diese kunstvolle Handstickerei in Metallfaden verkörpert die strenge Hierarchie und die symbolische Bedeutung, die militärischen Insignien in der Zeit des Nationalsozialismus beigemessen wurde.

Die Kriegsmarine, offiziell am 1. Juni 1935 gegründet, war die Seestreitmacht des Deutschen Reiches von 1935 bis 1945. Sie entstand aus der Reichsmarine der Weimarer Republik und wurde nach dem Versailler Vertrag erheblich ausgebaut. Großadmiral Erich Raeder führte die Kriegsmarine von 1935 bis 1943, gefolgt von Großadmiral Karl Dönitz, der das Kommando bis zum Kriegsende innehatte.

Der Brustadler, auch als Hoheitsabzeichen bezeichnet, war ein obligatorisches Erkennungszeichen auf deutschen Militäruniformen. Für die Kriegsmarine wurde der Adler in einer spezifischen maritimen Variante gestaltet. Das vorliegende Exemplar zeigt die charakteristische Ausführung für Offiziere und Marinebeamte: Eine Handstickerei in silbernem Metallfaden auf dunkelblauem Grundstoff, der typischen Farbe der Marineuniform.

Die Uniformvorschriften der Kriegsmarine waren in verschiedenen Anzugsordnungen genau festgelegt. Die Anzugsordnung für die Kriegsmarine (M.Dv. Nr. 52) regelte detailliert die Trageweise und Ausführung aller Uniformteile. Der Brustadler wurde auf dem blauen Waffenrock, dem Übergangsrock und anderen Uniformjacken über der rechten Brusttasche angebracht. Für Offiziere war die hochwertige Ausführung in Handstickerei vorgeschrieben, während Mannschaftsdienstgrade maschinell gewebte Varianten trugen.

Die Herstellung solcher Brustadler erfolgte durch spezialisierte Militäreffektenfirmen. Bekannte Hersteller waren unter anderem die Firmen BeVo (Mechanische Bandweberei Bevoelkerung & Wippermann), BEKA und verschiedene Goldstickereien. Die Handstickerei erforderte erhebliches handwerkliches Können und mehrere Arbeitsstunden pro Exemplar. Der silberne Metallfaden bestand typischerweise aus Aluminiumdraht, der um eine Baumwollseele gewickelt war.

Das Hoheitszeichen selbst zeigt den Reichsadler mit ausgebreiteten Schwingen, der in seinen Fängen ein Hakenkreuz im Eichenkranz hält. Diese Symbolik wurde 1935 mit der Gründung der Wehrmacht eingeführt und auf allen Teilstreitkräften verwendet, wobei die Ausführung je nach Waffengattung variierte. Der Adler der Kriegsmarine unterschied sich von dem des Heeres durch seine spezifische Stilisierung und die charakteristische Anordnung der Schwungfedern.

Die Verwendung von dunkelblauem Grundstoff entsprach der traditionellen maritimen Farbgebung. Die Kriegsmarine knüpfte damit an die Traditionen der Kaiserlichen Marine an, die bereits im 19. Jahrhundert dunkelblaue Uniformen eingeführt hatte. Diese Farbe war praktisch für den Dienst auf See und wurde zur charakteristischen Kennfarbe aller deutschen Marinestreitkräfte.

Marinebeamte waren zivile Beamte im Dienst der Kriegsmarine, die technische, administrative und medizinische Aufgaben erfüllten. Sie trugen ähnliche Uniformen wie Offiziere, jedoch mit spezifischen Unterscheidungsmerkmalen. Für beide Gruppen – Offiziere und Marinebeamte – war die hochwertige handgestickte Ausführung des Brustadlers vorgeschrieben.

Der ungetragene Zustand des vorliegenden Exemplars ist bemerkenswert, da die meisten derartigen Abzeichen während des Krieges verwendet wurden. Die leichte Oxidierung des Hakenkreuzes ist ein typisches Alterungsmerkmal, das bei silbernen Metallfäden durch Luftfeuchtigkeit und Zeit entsteht. Dies bestätigt die Authentizität und das Alter des Stückes.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Kriegsmarine aufgelöst. Das Kontrollratsgesetz Nr. 2 vom 10. Oktober 1945 verbot alle nationalsozialistischen Organisationen und ihre Symbole. Die Verwendung von Hoheitszeichen mit Hakenkreuzen ist in Deutschland und vielen anderen Ländern heute verboten, außer zu wissenschaftlichen und historischen Dokumentationszwecken.

Heute sind solche Brustadler wichtige historische Dokumente für die Uniformkunde und Militärgeschichte. Sie dokumentieren die handwerkliche Qualität militärischer Ausrüstung, die hierarchischen Strukturen der Wehrmacht und die symbolische Repräsentation staatlicher Macht. Militärhistorische Museen und Archive bewahren solche Objekte als Teil der Dokumentation dieser dunklen Epoche deutscher Geschichte.

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