Knötel Uniformtafel "De le Noble´sches Freicorps" 1756-1763,
Die Knötel-Uniformtafeln stellen eines der bedeutendsten Standardwerke zur militärischen Uniformkunde dar und sind für Sammler, Historiker und Militaria-Enthusiasten von unschätzbarem Wert. Diese spezielle Tafel zeigt das De le Noble'sche Freicorps, eine militärische Formation, die während des Siebenjährigen Krieges von 1756 bis 1763 existierte.
Richard Knötel (1857-1914) war ein preußischer Maler und der bedeutendste Uniformkundler seiner Zeit. Zusammen mit seinem Vater, dem Schlachtenmaler Carl Knötel, und später seinem Sohn Herbert Knötel, schuf die Familie ein monumentales Werk zur Geschichte der preußischen und deutschen Militäruniformen. Die Knötel-Tafeln zeichnen sich durch ihre außerordentliche historische Genauigkeit und künstlerische Qualität aus. Richard Knötel studierte akribisch historische Quellen, Uniformstücke in Sammlungen und zeitgenössische Dokumente, um seine Darstellungen so authentisch wie möglich zu gestalten.
Das De le Noble'sche Freicorps war eine der zahlreichen Freikorps-Formationen, die während des Siebenjährigen Krieges aufgestellt wurden. Freikorps waren irreguläre militärische Einheiten, die oft von adeligen Offizieren auf eigene Kosten geworben und ausgerüstet wurden. Sie spielten eine wichtige Rolle in der Kriegsführung des 18. Jahrhunderts, insbesondere bei Aufklärungs-, Sicherungs- und Partisanenoperationen. Diese Verbände waren in der Regel leichter bewaffnet und beweglicher als reguläre Linieninfanterie.
Der Siebenjährige Krieg (1756-1763) war ein globaler Konflikt, der Europa, Nordamerika und Indien umfasste. In Europa stand Preußen unter Friedrich II. (Friedrich dem Großen) einer Koalition aus Österreich, Frankreich, Russland, Sachsen und Schweden gegenüber. Während dieses Krieges wurden zahlreiche Freikorps von verschiedenen Parteien aufgestellt. Diese Einheiten trugen oft charakteristische Uniformen, die sich von denen der regulären Truppen unterschieden und häufig grüne Röcke als Kennzeichen der leichten Truppen aufwiesen.
Die Familie de le Noble gehörte zum französisch-reformierten Adel, der nach der Aufhebung des Edikts von Nantes 1685 aus Frankreich emigrierte. Viele dieser Hugenotten fanden in Preußen und anderen protestantischen Staaten Zuflucht und brachten ihre militärischen Fähigkeiten in den Dienst ihrer neuen Heimat ein. Die Aufstellung eines Freikorps durch einen Angehörigen dieser Familie spiegelt die Integration dieser französischen Emigranten in die preußische Militärstruktur wider.
Die Knötel-Tafeln wurden ursprünglich als einzelne Lithographien oder Chromolithographien produziert und später in verschiedenen Sammelwerken zusammengefasst. Das bekannteste dieser Werke ist die “Uniformenkunde”, die in mehreren Auflagen erschien. Diese Tafeln dienten nicht nur ästhetischen Zwecken, sondern waren auch wichtige wissenschaftliche Dokumente für die Erforschung der Militärgeschichte. Sie wurden von Museen, militärischen Institutionen und privaten Sammlern gleichermaßen geschätzt.
Der angegebene Zustand 2 weist nach gängiger Sammlernomenklatur auf einen sehr guten bis guten Erhaltungszustand hin. Dies bedeutet, dass die Tafel weitgehend intakt ist, möglicherweise mit leichten Gebrauchsspuren, aber ohne wesentliche Beschädigungen. Für eine Tafel, die möglicherweise über hundert Jahre alt ist, ist dies ein bemerkenswerter Erhaltungszustand.
Die Bedeutung solcher Uniformtafeln für die historische Forschung kann nicht überschätzt werden. In einer Zeit, in der nur wenige originale Uniformstücke aus dem 18. Jahrhundert erhalten geblieben sind, bieten die Knötel-Tafeln eine der zuverlässigsten visuellen Quellen für die Rekonstruktion historischer Uniformierung. Sie basieren auf zeitgenössischen Quellen wie Uniformreglementen, Beschreibungen und gelegentlich erhaltenen Originalstücken.
Für Sammler militärhistorischer Graphik stellen Knötel-Tafeln ein besonders lohnendes Sammelgebiet dar. Sie verbinden künstlerischen Wert mit historischer Dokumentation und sind aufgrund ihrer wissenschaftlichen Grundlage auch heute noch relevante Referenzwerke. Besonders Tafeln zu weniger bekannten Formationen wie Freikorps sind von besonderem Interesse, da sie militärische Einheiten dokumentieren, über die oft nur wenig schriftliche Quellen existieren.