Kriegsmarine Fotoalbum, Angehöriger von U-Boot U-1233

Brauner Einband, ca. 210 Fotos. Dienst bei der Küstenartillerie, Beerdigung der gefallenen Soldaten auf dem Pnazerschiff "Deutschland" 1937, Kiel, Stapellauf der Gneisenau, In Norwegen, Überfahrt mit einen Leichten Kreuzer nach Bergen, Zerstörte Ortschaften in Norwegen, Zerstörer Z 2 Georg Thiele nach der Versenkung, Einheimische, U-Boot auf hoher See, Deutsches Kriegsschiff im Gefecht, Beerdigung von Soldaten, mit dem U-Boot auf Feindfahrt. Zustand 2.
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Kriegsmarine Fotoalbum, Angehöriger von U-Boot U-1233

Dieses Kriegsmarine-Fotoalbum dokumentiert die außergewöhnliche Dienstzeit eines Marinesoldaten, der seine militärische Laufbahn bei der Küstenartillerie begann und später als Besatzungsmitglied des U-Bootes U-1233 diente. Mit etwa 210 Fotografien bietet dieses Album einen seltenen und persönlichen Einblick in verschiedene Aspekte des Kriegsmarinedienstes während des Zweiten Weltkriegs.

Die frühesten Aufnahmen zeigen den Dienst bei der Küstenartillerie, einer wichtigen Komponente der deutschen Küstenverteidigung. Ein besonders bedeutendes dokumentiertes Ereignis ist die Beerdigung gefallener Soldaten auf dem Panzerschiff “Deutschland” im Jahr 1937. Die “Deutschland”, später in “Lützow” umbenannt, war eines der drei Panzerschiffe der Deutschland-Klasse. Der Namenswechsel erfolgte 1939 auf persönlichen Befehl Hitlers, um die propagandistische Blamage zu vermeiden, dass ein Schiff namens “Deutschland” versenkt werden könnte.

Das Album enthält auch Aufnahmen vom Stapellauf der Gneisenau in Kiel. Die Gneisenau war ein Schlachtschiff der Kriegsmarine, das am 8. Dezember 1936 vom Stapel lief. Zusammen mit ihrem Schwesterschiff Scharnhorst bildete sie das Rückgrat der deutschen Schlachtschiffflotte in den frühen Kriegsjahren. Diese Schiffe spielten eine zentrale Rolle im Unternehmen Weserübung, der deutschen Invasion Norwegens im April 1940.

Die Fotografien aus Norwegen dokumentieren die Überfahrt mit einem leichten Kreuzer nach Bergen sowie die Folgen der Kampfhandlungen. Besonders bedeutsam sind die Aufnahmen des Zerstörers Z 2 Georg Thiele nach der Versenkung. Die “Georg Thiele” war ein Zerstörer der Typ 1934-Klasse, der während der Ersten Schlacht von Narvik am 10. April 1940 schwer beschädigt und schließlich in den Zweiten Schlacht von Narvik am 13. April 1940 von ihrer eigenen Besatzung selbstversenkt wurde, nachdem sie von britischen Schiffen angegriffen worden war. Diese Aufnahmen sind historisch wertvoll, da sie die Realität der intensiven Seeschlachten um Narvik dokumentieren.

Der Übergang des Albumbesitzers zum U-Boot-Dienst markiert eine bedeutende Veränderung in seiner militärischen Karriere. U-1233 war ein U-Boot vom Typ IX C/40, einer weiterentwickelten Version des erfolgreichen Typ IX. Diese U-Boot-Klasse hatte eine Verdrängung von etwa 1.120 Tonnen aufgetaucht und 1.232 Tonnen getaucht, war 76,76 Meter lang und konnte eine Geschwindigkeit von 18,3 Knoten über Wasser erreichen. Die Bewaffnung bestand typischerweise aus sechs Torpedorohren und einer 10,5-cm-Deckkanone sowie verschiedenen Flugabwehrwaffen.

U-1233 wurde bei der Deutsche Werft AG in Hamburg gebaut, lief am 4. März 1943 vom Stapel und wurde am 3. Juni 1943 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Hans Freiherr von Bartenwerffer in Dienst gestellt. Das Boot gehörte zur 4. U-Flottille in Stettin während der Ausbildungsphase und später zur 10. U-Flottille in Lorient als Frontboot.

Die Fotografien von “U-Boot auf hoher See” und “mit dem U-Boot auf Feindfahrt” dokumentieren die gefährliche Realität des U-Boot-Krieges. Die Schlacht im Atlantik war eine der längsten kontinuierlichen Militärkampagnen des Zweiten Weltkriegs. U-Boot-Besatzungen erlitten die höchsten Verlustquoten aller deutschen Waffengattungen - von etwa 40.000 U-Boot-Fahrern kehrten etwa 30.000 nicht zurück, eine Verlustrate von 75 Prozent.

U-1233 unternahm zwei Feindfahrten. Die erste Fahrt dauerte vom 24. März bis 20. Mai 1944 und führte in den nordatlantischen Raum, blieb aber erfolglos. Die zweite und letzte Feindfahrt begann am 1. Juli 1944 und führte ebenfalls in den Nordatlantik. Das Boot versenkte während seiner gesamten Dienstzeit keine feindlichen Schiffe.

Die Aufnahmen von Beerdigungen von Soldaten und deutschen Kriegsschiffen im Gefecht zeugen von den harten Realitäten des Seekrieges. Solche persönlichen Fotoalben sind heute von unschätzbarem historischem Wert, da sie die Perspektive der einfachen Soldaten widerspiegeln und Ereignisse dokumentieren, die oft in offiziellen Kriegsberichten fehlen.

Das Album repräsentiert ein wichtiges zeitgeschichtliches Dokument, das verschiedene Phasen und Aspekte des Kriegsmarinedienstes umfasst - von der Küstenverteidigung über die Norwegen-Kampagne bis zum gefährlichen U-Boot-Krieg im Atlantik. Es bietet authentische visuelle Einblicke in das Leben, die Kameradschaft und die Gefahren, denen diese Soldaten ausgesetzt waren.