NSDAP - Kreistag 1938

Eisenblechabzeichen, an Nadel, Zustand 2.
435542
€ 45,00

NSDAP - Kreistag 1938

Das NSDAP-Kreistag-Abzeichen von 1938 repräsentiert ein bedeutendes Zeugnis der organisatorischen Struktur und politischen Inszenierung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei während der Vorkriegszeit des Dritten Reiches. Diese Abzeichen wurden zu spezifischen Parteiversammlungen auf Kreisebene ausgegeben und dienten sowohl als Zugangsberechtigungen als auch als Erinnerungsstücke an diese propagandistischen Veranstaltungen.

Die NSDAP-Kreistage waren regionale Parteiversammlungen, die eine wichtige Rolle in der territorialen Organisation der Partei spielten. Die NSDAP hatte Deutschland in 42 Gaue unterteilt, die wiederum in Kreise gegliedert waren. Diese Kreise bildeten die mittlere Verwaltungsebene zwischen den lokalen Ortsgruppen und den regionalen Gauen. Im Jahr 1938, einem entscheidenden Jahr für das nationalsozialistische Regime, fanden zahlreiche solcher Kreistage statt, um die Parteilinie zu vermitteln und die Loyalität der Mitglieder zu festigen.

Das vorliegende Abzeichen besteht aus Eisenblech, einem typischen Material für solche Veranstaltungsabzeichen der Zwischenkriegszeit und des Dritten Reiches. Die Verwendung von Eisenblech anstelle wertvollerer Metalle war sowohl aus wirtschaftlichen Gründen als auch im Hinblick auf die spätere Ressourcenschonung im Rahmen der Aufrüstung üblich. Diese Abzeichen wurden in der Regel gestanzt und oft emailliert oder bemalt, um die verschiedenen Symbole und Beschriftungen hervorzuheben.

Die Befestigung mittels Nadel auf der Rückseite ermöglichte es den Trägern, das Abzeichen an der Kleidung, typischerweise an der Jacke oder am Hemd, zu befestigen. Dies war bei NSDAP-Veranstaltungen üblich, wo die sichtbare Zurschaustellung von Parteiinsignien zur Demonstration von Zugehörigkeit und ideologischer Treue diente.

Das Jahr 1938 war für das nationalsozialistische Deutschland von besonderer Bedeutung. Es markierte wichtige Ereignisse wie den Anschluss Österreichs im März, die Sudetenkrise und das Münchner Abkommen im September sowie die Novemberpogrome (Reichspogromnacht) im November. In diesem Kontext dienten die Kreistage dazu, die Parteibasis zu mobilisieren, die außenpolitischen “Erfolge” des Regimes zu feiern und die antisemitische Propaganda zu intensivieren.

Die Kreistagungen folgten einem standardisierten Ablauf, der Reden lokaler und regionaler Parteiführer, Fahnenappelle, Aufmärsche und oft kulturelle Darbietungen umfasste. Sie waren Teil des umfassenden Systems der NS-Massenveranstaltungen, zu denen auch die jährlichen Reichsparteitage in Nürnberg, die größten und aufwendigsten Propagandaereignisse des Regimes, gehörten.

Solche Abzeichen wurden in der Regel von lokalen oder regionalen Herstellern produziert, was zu Variationen in Design, Qualität und Ausführung führte. Einige Abzeichen zeigten lokale Wappen oder Symbole, andere konzentrierten sich auf die standardisierten NS-Symbole wie das Hakenkreuz, den Reichsadler oder das Parteiabzeichen. Die Beschriftung enthielt typischerweise den Anlass (“Kreistag”), das Jahr und oft den Namen des jeweiligen Kreises.

Aus sammlungshistorischer Perspektive sind solche Abzeichen heute wichtige Dokumente für die Erforschung der NS-Organisationsgeschichte und der Alltagskultur im Dritten Reich. Sie belegen die Durchdringung aller Lebensbereiche durch die Partei und ihre Symbolik. Der angegebene Zustand 2 nach der üblichen Sammlerbewertungsskala deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar mit möglicherweise leichten Gebrauchsspuren hin, was bei über 85 Jahre alten Objekten bemerkenswert ist.

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit solchen Objekten erfordert eine kritische Kontextualisierung. Sie sind Zeugnisse eines verbrecherischen Regimes und müssen als solche verstanden und präsentiert werden. Ihre Erhaltung in Museen und Sammlungen dient der historischen Bildung und der Dokumentation dieser dunklen Periode deutscher Geschichte.