NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Motorbrigade Westmark 2. Eifel-Geländefahrt 17.-18.4.1937 "
NSKK-Teilnehmerplakette zur 2. Eifel-Geländefahrt der Motorbrigade Westmark 1937
Diese nichttragbare Teilnehmerplakette aus versilbertem, teilweise emailliertem Eisen dokumentiert ein bedeutendes motorsportliches Ereignis des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) im Frühjahr 1937. Die Plakette mit den Maßen 72 x 101 mm und zwei Bohrungen zur Befestigung wurde anlässlich der 2. Eifel-Geländefahrt der Motorbrigade Westmark am 17. und 18. April 1937 ausgegeben.
Das NSKK wurde am 1. Mai 1931 zunächst als motorisierte Unterorganisation der SA gegründet und entwickelte sich nach der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 zu einer eigenständigen Gliederung der NSDAP. Unter der Führung von Korpsführer Adolf Hühnlein wuchs das NSKK zu einer Massenorganisation mit über 500.000 Mitgliedern an. Die Hauptaufgaben lagen in der kraftfahrtechnischen Ausbildung, der Förderung des Motorsports und der Vorbereitung einer motorisierten Reserve für die Wehrmacht.
Die Motorbrigade Westmark war eine der regionalen Untergliederungen des NSKK und umfasste die westlichen Grenzgebiete des Deutschen Reiches, insbesondere die Pfalz, das Saarland und angrenzende Gebiete. Die Bezeichnung “Westmark” war eine propagandistische Namensgebung für diese strategisch wichtige Grenzregion zu Frankreich. Die Organisation in Motorbrigaden erfolgte nach geografischen Gesichtspunkten und militärischem Vorbild.
Geländefahrten bildeten einen wesentlichen Bestandteil der NSKK-Aktivitäten. Diese motorsportlichen Veranstaltungen dienten nicht nur der Unterhaltung und dem Wettbewerb, sondern hatten ausdrücklich auch einen vormilitärischen Ausbildungscharakter. Die Teilnehmer sollten ihre Fähigkeiten im Führen von Kraftfahrzeugen unter erschwerten Bedingungen verbessern, Orientierungsfähigkeit entwickeln und technisches Verständnis für ihre Fahrzeuge erlangen. Die Eifelregion mit ihrem anspruchsvollen Gelände, den bewaldeten Höhenzügen und dem späteren Standort des Nürburgrings bot ideale Voraussetzungen für solche Veranstaltungen.
Die Durchführung der 2. Eifel-Geländefahrt im April 1937 fand in einer Phase intensiver Aufrüstung und Motorisierung der deutschen Streitkräfte statt. Das Jahr 1937 markierte einen Höhepunkt der NS-Motorsportaktivitäten, in dem zahlreiche regionale und überregionale Veranstaltungen organisiert wurden. Die Nummerierung als “2.” Geländefahrt deutet darauf hin, dass es sich um eine etablierte Traditionsverstaltung handelte, die wahrscheinlich jährlich durchgeführt wurde.
Die nichttragbaren Teilnehmerplaketten unterschieden sich grundlegend von tragbaren Auszeichnungen und Abzeichen. Während letztere an der Uniform getragen wurden und offiziellen Verleihungsbestimmungen unterlagen, dienten nichttragbare Plaketten als Erinnerungsstücke und Nachweise der Teilnahme. Sie wurden üblicherweise auf Holzsockeln montiert, in Vitrinen ausgestellt oder in Sammelalben aufbewahrt. Die zwei Bohrungen im vorliegenden Objekt ermöglichten die Befestigung mittels Schrauben oder Nägeln.
Die Herstellung solcher Plaketten erfolgte typischerweise durch spezialisierte Metallwarenfabriken und Prägeanstalten. Die Verwendung von versilbertem Eisen als Material war ein Kompromiss zwischen repräsentativem Aussehen und Kosteneffizienz. Die teilweise Emaillierung einzelner Elemente, häufig in den Farben Schwarz, Weiß und Rot oder mit organisationsspezifischen Kennzeichen, verlieh den Plaketten einen besonderen ästhetischen Wert. Die Gestaltung folgte üblicherweise den NS-Designprinzipien mit klaren geometrischen Formen, Hakenkreuzsymbolik und regionalspezifischen Motiven.
Solche Veranstaltungsplaketten wurden in begrenzter Auflage hergestellt, wobei die Stückzahl von der Teilnehmerzahl abhing. Bei regionalen Geländefahrten der Motorbrigaden ist von einigen hundert bis wenigen tausend Exemplaren auszugehen. Die Ausgabe erfolgte meist gegen Nachweis der erfolgreichen Teilnahme oder als Bestandteil eines Teilnahmepakets.
Die historische Bedeutung solcher Objekte liegt heute vor allem in ihrem Quellenwert für die Erforschung der NS-Organisationsgeschichte, der Motorsportentwicklung und der regionalgeschichtlichen Aspekte der NS-Zeit. Sie dokumentieren die flächendeckende Organisation des NSKK, die Mobilisierung der Bevölkerung durch sportliche Veranstaltungen und die Verknüpfung von Freizeitaktivitäten mit ideologischen und vormilitärischen Zielen. Gleichzeitig bieten sie Einblicke in die materielle Kultur und Erinnerungspraktiken der Zeit zwischen 1933 und 1945.