IV. Olympische Winterspiele Garmisch-Partenkirchen - Ausweis zur Armbinde Nr. 0517 in der Kategorie " Ski "

Dieser Ausweis gilt nur in Verbindung mit der Armbinde, die die Nummer dieses Ausweises trägt. Nur leicht gebrauchter Zustand.
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IV. Olympische Winterspiele Garmisch-Partenkirchen - Ausweis zur Armbinde Nr. 0517 in der Kategorie " Ski "

Die IV. Olympischen Winterspiele von Garmisch-Partenkirchen 1936 stellen ein bedeutendes Kapitel in der Geschichte des internationalen Wintersports dar, jedoch auch ein komplexes Erbe im Kontext der nationalsozialistischen Machtübernahme in Deutschland. Diese Spiele fanden vom 6. bis 16. Februar 1936 statt und waren die ersten Olympischen Winterspiele unter dem NS-Regime.

Der vorliegende Ausweis zur Armbinde Nr. 0517 in der Kategorie “Ski” repräsentiert das ausgefeilte Organisations- und Kontrollsystem, das für diese Großveranstaltung entwickelt wurde. Die Olympischen Spiele von 1936 – sowohl die Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen als auch die Sommerspiele in Berlin – wurden vom NS-Regime als Propagandainstrument genutzt, um Deutschland als moderne, organisierte Nation zu präsentieren.

Das Ausweissystem für die Olympischen Winterspiele war streng hierarchisch aufgebaut. Verschiedene Kategorien von Ausweisen regelten den Zugang zu unterschiedlichen Bereichen der Wettkampfstätten. Die Kombination aus Ausweis und nummerierter Armbinde diente der Identifikation und Zugangskontrolle. Der Hinweis “Dieser Ausweis gilt nur in Verbindung mit der Armbinde, die die Nummer dieses Ausweises trägt” zeigt die Sicherheitsmaßnahmen, die implementiert wurden, um Missbrauch zu verhindern.

Die Kategorie “Ski” bezog sich auf die alpinen und nordischen Skidisziplinen, die ein zentrales Element der Winterspiele darstellten. Garmisch-Partenkirchen bot ideale Bedingungen für diese Wettbewerbe. Die Skirennen fanden an verschiedenen Orten statt: die Abfahrt und der Slalom am Kreuzeck und Gudiberg, während die nordischen Disziplinen wie Langlauf und Skispringen auf speziell präparierten Anlagen ausgetragen wurden.

Bei den IV. Olympischen Winterspielen nahmen 646 Athleten aus 28 Nationen teil. Deutschland stellte mit 55 Athleten das größte Team. Die Spiele umfassten 17 Wettbewerbe in vier Sportarten: Ski (alpin und nordisch), Eiskunstlauf, Eisschnelllauf und Eishockey. Erstmals wurden alpine Skiwettbewerbe als Demonstrationswettbewerbe in das olympische Programm aufgenommen, was einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung des alpinen Skisports darstellte.

Die Organisation dieser Spiele erforderte ein umfangreiches Personal. Neben den Athleten und offiziellen Delegationen benötigte man Wettkampfrichter, technisches Personal, Streckenposten, Sanitäter und viele weitere Helfer. Jede Personengruppe erhielt spezifische Ausweise und Armbinden, die ihre Funktion und Zugangsberechtigung kennzeichneten. Die numerische Erfassung durch fortlaufende Nummern wie “0517” ermöglichte eine präzise Kontrolle und Dokumentation.

Das Organisationskomitee unter der Leitung von Karl Ritter von Halt entwickelte detaillierte Regelwerke für alle Aspekte der Spiele. Die Ausweise wurden nach einem strengen System ausgegeben und mussten bei Verlust sofort gemeldet werden. Die Armbinden, die in verschiedenen Farben je nach Funktion gestaltet waren, mussten während der gesamten Dauer der Spiele sichtbar getragen werden.

Aus historischer Perspektive sind diese Dokumente heute bedeutende Zeugnisse einer ambivalenten Zeit. Einerseits repräsentieren sie eine sportliche Großveranstaltung von internationalem Rang, andererseits stehen sie im Kontext der nationalsozialistischen Propagandabestrebungen. Das Regime nutzte die Spiele, um Deutschland als friedliebende, gastfreundliche Nation darzustellen, während gleichzeitig antisemitische Propaganda temporär zurückgefahren wurde, um internationale Kritik zu vermeiden.

Die baulichen Hinterlassenschaften der Spiele, wie das Olympia-Skistadion und die Große Olympiaschanze, prägen Garmisch-Partenkirchen bis heute. Die Stadt wurde durch die Spiele dauerhaft als internationales Wintersportzentrum etabliert und richtete später mehrfach Weltmeisterschaften aus.

Für Sammler und Historiker sind Ausweise und Armbinden der Olympischen Spiele von 1936 bedeutende Dokumente. Sie dokumentieren nicht nur die sporthistorische Dimension, sondern auch die administrative und organisatorische Komplexität einer Großveranstaltung in den 1930er Jahren. Der “leicht gebrauchte Zustand” des vorliegenden Ausweises deutet darauf hin, dass er tatsächlich während der Spiele verwendet wurde und somit ein authentisches Zeugnis dieser historischen Ereignisse darstellt.