NSLB - 1. Reichstagung Frankfurt a.M. 3.-5. Ernting 1934 ( August )

Blechabzeichen, an Nadel, Zustand 2.
NSLB = Nationalsozialistischer Lehrerbund
325444
40,00

NSLB - 1. Reichstagung Frankfurt a.M. 3.-5. Ernting 1934 ( August )

NSLB-Abzeichen zur 1. Reichstagung in Frankfurt am Main 1934

Das vorliegende Blechabzeichen dokumentiert die erste Reichstagung des Nationalsozialistischen Lehrerbundes (NSLB), die vom 3. bis 5. August 1934 in Frankfurt am Main stattfand. Die Bezeichnung “Ernting” auf dem Abzeichen stellt eine germanisierende Umschreibung des Monats August dar, wie sie in nationalsozialistischen Kreisen zeitweise propagiert wurde.

Der Nationalsozialistische Lehrerbund wurde bereits 1929 als Standesorganisation nationalsozialistischer Lehrer gegründet und entwickelte sich nach der Machtübernahme 1933 rasch zur dominierenden Lehrerorganisation im Deutschen Reich. Unter der Führung von Hans Schemm, der gleichzeitig bayerischer Kultusminister war, strebte der NSLB die vollständige Gleichschaltung des deutschen Bildungswesens an. Bis 1937 waren nahezu alle deutschen Lehrer Mitglieder des NSLB, der etwa 320.000 Mitglieder umfasste.

Die Reichstagung 1934 markierte einen bedeutenden Moment in der Geschichte dieser Organisation. Sie fand in einer Zeit grundlegender Umwälzungen im deutschen Bildungssystem statt. Das Jahr 1934 war auch das Jahr, in dem die NS-Führung ihre Macht durch die Ausschaltung der SA-Führung Ende Juni endgültig konsolidierte. Die Tagung im August stand somit im Zeichen der vollständigen nationalsozialistischen Durchdringung aller gesellschaftlichen Bereiche.

Solche Veranstaltungsabzeichen erfüllten mehrere Funktionen im nationalsozialistischen System. Sie dienten als Teilnehmerausweise, als Erinnerungsstücke und nicht zuletzt als sichtbare Zeichen der Zugehörigkeit zur NS-Bewegung. Die Herstellung als Blechabzeichen war kostengünstig und ermöglichte eine Massenproduktion für die zahlreichen Teilnehmer solcher Großveranstaltungen.

Frankfurt am Main wurde nicht zufällig als Tagungsort gewählt. Die Stadt galt als bedeutendes kulturelles und wirtschaftliches Zentrum und bot die notwendige Infrastruktur für Großveranstaltungen. Die Wahl unterstrich zudem den Anspruch des NSLB, eine reichsweite Organisation zu sein, die nicht nur auf München oder Berlin konzentriert war.

Der NSLB verfolgte das Ziel, die Lehrerschaft zu einem Instrument der nationalsozialistischen Erziehung umzuformen. Auf solchen Reichstagungen wurden die ideologischen Leitlinien vermittelt, pädagogische Konzepte im Sinne der NS-Ideologie diskutiert und die organisatorische Vereinheitlichung vorangetrieben. Die Veranstaltungen dienten auch der gegenseitigen Bestärkung und der Demonstration von Geschlossenheit.

Die materielle Gestaltung solcher Abzeichen folgte typischen Mustern der NS-Zeit: schlichte, aber prägnante Symbolik, klare Schrifttypen und die Verwendung der charakteristischen NS-Ästhetik. Als Blechabzeichen mit Nadelhalterung konnten sie an der Kleidung befestigt werden und machten den Träger als Teilnehmer der Veranstaltung kenntlich.

Heute sind solche Abzeichen wichtige zeithistorische Dokumente, die Einblick in die Organisationsstrukturen und Propagandamethoden des NS-Regimes geben. Sie illustrieren, wie das Regime systematisch alle Berufsstände erfasste und für seine Zwecke instrumentalisierte. Das Bildungswesen war dabei von besonderer Bedeutung, da über die Lehrerschaft die ideologische Indoktrination der Jugend erfolgte.

Der Erhaltungszustand des beschriebenen Abzeiches wird mit “Zustand 2” angegeben, was in der üblichen Bewertungsskala sehr gut bis gut entspricht. Dies deutet auf eine sorgfältige Aufbewahrung über die Jahrzehnte hin. Solche Objekte werden heute in Museen, Archiven und Privatsammlungen bewahrt und dienen der historischen Forschung und Bildungsarbeit über die NS-Zeit.