Wolfgang Hanne: Das deutsche Heer in Feldgrau 1907–1918 (Fotoband)

Verlag Militaria. Bildband mit Schuber, 720 Seiten, ca. 1100 Fotos, Hardcover-Band mit Schutzumschlag. Format: 29,5×26 cm.

Mit der feldgrauen Uniformierung endete für das deutsche Heer das Zeitalter des „Bunten Rockes“. Bedingt durch die neuen Kampfmittel musste die Bekleidung des Soldaten durch eine „Tarnuniform“ an die Anforderungen eines industriellen Krieges angepasst werden. Die neue Uniform war bereits mehrere Jahre vor Kriegsausbruch entwickelt worden, erfuhr aber ihre große Bewährungsprobe im Weltkrieg, die nochmals zu einer radikalen Vereinfachung der Felduniform führte. Dem Aufbau des zweibändigen Textbandes „Die feldgraue Uniformierung des deutschen Heeres 1907–1918“ folgend illustriert dieser Bildband nahezu lückenlos sämtliche beschriebenen Bekleidungs- und Ausrüstungsstücke der feldgrauen Uniformierung und deren Trageweise anhand von mehr als 1000 zeitgenössischen Fotografien. In jahrelanger Sammeltätigkeit gelang es dem Autor, eine unglaubliche Fülle eindringlicher Bilder zusammenzutragen, die einen repräsentativen Querschnitt der gesamten Uniformierung ergeben. Diese bislang unveröffentlichten Fotoaufnahmen der wohl umfangreichsten Privatsammlung zu diesem Thema bilden einen wertvollen Ergänzungsband zu dem oben angeführten Werk.

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Wolfgang Hanne: Das deutsche Heer in Feldgrau 1907–1918 (Fotoband)

Der vorliegende Bildband von Wolfgang Hanne dokumentiert einen der bedeutendsten Einschnitte in der deutschen Militärgeschichte: die Einführung der feldgrauen Uniformierung zwischen 1907 und 1918. Mit über 1100 zeitgenössischen Fotografien auf 720 Seiten stellt dieses Werk eine umfassende visuelle Dokumentation dar, die das Ende einer jahrhundertealten Tradition bunter Militäruniformen markiert.

Die Entwicklung der feldgrauen Uniform begann nicht erst mit dem Ersten Weltkrieg, sondern bereits in den Jahren davor. Die preußische Heeresleitung erkannte, dass die traditionellen bunten Uniformen – die preußische Pickelhaube, die bunten Waffenröcke und die auffälligen Distinktionen – auf dem modernen Schlachtfeld mit Maschinengewehren, Artillerie und Luftaufklärung zu einer tödlichen Gefahr für die eigenen Soldaten geworden waren. Die Erfahrungen aus dem Burenkrieg (1899-1902) und dem Russisch-Japanischen Krieg (1904-1905) hatten gezeigt, dass Tarnung überlebenswichtig war.

Am 23. Februar 1910 wurde durch die Allerhöchste Kabinettsorder die Einführung der feldgrauen Friedensuniform für das gesamte deutsche Heer angeordnet. Diese Uniformreform war das Ergebnis jahrelanger Versuche und Diskussionen. Der gewählte Grauton – offiziell als “Feldgrau” oder “Hechtgrau” bezeichnet – erwies sich als praktische Tarnfarbe, die unter verschiedenen Lichtverhältnissen und in unterschiedlichem Gelände gute Tarneigenschaften aufwies.

Wolfgang Hannes Bildband folgt dem Aufbau seines zweibändigen Textwerkes “Die feldgraue Uniformierung des deutschen Heeres 1907-1918” und ergänzt dieses durch eine nahezu lückenlose fotografische Dokumentation. Die Fotografien zeigen nicht nur die verschiedenen Uniformstücke, sondern auch deren praktische Trageweise im Feld, in Garnisonen und in verschiedenen Einsatzsituationen. Dies macht das Werk zu einer wichtigen Quelle für Militärhistoriker, Uniformkundler und Sammler.

Die Evolution der feldgrauen Uniform während des Ersten Weltkriegs spiegelt die zunehmende Industrialisierung und Rationalisierung der Kriegsführung wider. Was 1914 noch eine relativ aufwendig gefertigte Uniform mit zahlreichen Details und Distinktionen war, wurde bis 1918 schrittweise vereinfacht. Materialknappheit, die Notwendigkeit der Massenproduktion und praktische Erfahrungen an der Front führten zu dieser “radikalen Vereinfachung”, wie sie in der Objektbeschreibung erwähnt wird.

Besonders wertvoll ist die Sammlung von über 1000 bislang unveröffentlichten Fotografien, die der Autor über Jahre zusammengetragen hat. Diese Bilder aus der wohl umfangreichsten Privatsammlung zu diesem Thema zeigen Soldaten aller Waffengattungen – von der Infanterie über die Kavallerie bis zur Artillerie, von den Pionieren bis zu den neu geschaffenen Fliegerverbänden. Sie dokumentieren die regionalen Besonderheiten der verschiedenen deutschen Staaten (Preußen, Bayern, Sachsen, Württemberg), die trotz der Vereinheitlichung teilweise erhalten blieben.

Das Werk behandelt auch die Ausrüstungsgegenstände, die zur feldgrauen Uniform gehörten: den Tornister, das Koppelzeug, die verschiedenen Formen von Helmen (von der anfänglichen Pickelhaube mit feldgrauem Überzug bis zum 1916 eingeführten Stahlhelm M1916), Gasmasken, Grabenmesser und viele weitere Ausrüstungsstücke, die das Leben des deutschen Soldaten im Ersten Weltkrieg prägten.

Der großzügige Format von 29,5×26 cm ermöglicht eine detaillierte Darstellung der Fotografien, sodass auch feine Details der Uniformierung erkennbar werden. Dies ist besonders wichtig für das Verständnis der verschiedenen Distinktionen und Rangabzeichen, die trotz der Vereinfachung weiterhin zur Identifikation von Rang, Waffengattung und Einheit dienten.

Für Sammler von Militaria stellt dieser Bildband ein unverzichtbares Referenzwerk dar. Die zeitgenössischen Fotografien erlauben es, erhaltene Uniformstücke und Ausrüstungsgegenstände genau zu datieren und ihre Trageweise zu rekonstruieren. Für Historiker bietet das Werk Einblicke in den Alltag der deutschen Soldaten und die materielle Kultur des Ersten Weltkriegs. Die visuelle Dokumentation ergänzt schriftliche Quellen und Dienstvorschriften und zeigt, wie militärische Regelungen in der Praxis umgesetzt wurden.

Das Werk von Wolfgang Hanne steht in der Tradition der deutschen Uniformkunde, die sich als wissenschaftliche Disziplin im 19. Jahrhundert entwickelte. Anders als ältere, oft idealisierte Darstellungen basiert dieser Bildband jedoch ausschließlich auf authentischen Fotografien, was ihm einen hohen dokumentarischen Wert verleiht. Die feldgraue Uniform markierte den Übergang von der repräsentativen zur funktionalen Militärkleidung – ein Prozess, der die moderne Militäruniformierung bis heute prägt.

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