Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser ( DRKB ) - Schießauszeichnung in Silber

2. Form, an langer Nadel, Zustand 2.
450846
€ 30,00

Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser ( DRKB ) - Schießauszeichnung in Silber

Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser (DRKB) - Schießauszeichnung in Silber

Die Schießauszeichnung in Silber des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser repräsentiert ein bedeutendes Kapitel der deutschen Veteranenorganisationen in der Zwischenkriegszeit. Der Deutsche Reichskriegerbund Kyffhäuser (DRKB) entstand 1921 aus dem Zusammenschluss des Deutschen Kriegerbundes und des Kyffhäuserbundes der Deutschen Landes-Kriegerverbände, die beide ihre Wurzeln im Kaiserreich hatten.

Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Versailler Vertrag von 1919 wurde Deutschland erheblichen militärischen Beschränkungen unterworfen. Die paramilitärische Ausbildung und Organisation waren stark eingeschränkt. Veteranenorganisationen wie der DRKB dienten nicht nur der Kameradschaftspflege und Erinnerungskultur, sondern auch der Aufrechterhaltung militärischer Traditionen in einem stark beschränkten Rahmen. Mit über vier Millionen Mitgliedern in den 1930er Jahren war der DRKB die größte Veteranenorganisation der Weimarer Republik.

Die Schießauszeichnungen des DRKB wurden in mehreren Stufen verliehen und dienten der Förderung der Schießfertigkeit unter den Mitgliedern. Diese Auszeichnungen existierten in verschiedenen Formen: Bronze, Silber und Gold, wobei die silberne Variante für überdurchschnittliche Leistungen im Schießsport vergeben wurde. Die hier beschriebene zweite Form deutet auf eine spätere Ausführung hin, die wahrscheinlich nach 1930 eingeführt wurde, als verschiedene gestalterische Änderungen an den Abzeichen vorgenommen wurden.

Die Auszeichnung wurde typischerweise an langer Nadel getragen, was für Sportabzeichen und zivile Auszeichnungen dieser Epoche charakteristisch war. Die Nadel ermöglichte das Tragen an der Zivilkleidung, insbesondere am Revers oder an der Brust von Jacken und Uniformjacken der Veteranenverbände. Die technische Ausführung dieser Abzeichen zeigt die handwerkliche Qualität deutscher Hersteller der 1920er und 1930er Jahre.

Das Design dieser Schießauszeichnungen folgte einem einheitlichen Schema: Sie zeigten typischerweise das Kyffhäuser-Denkmal, militärische Symbole oder stilisierte Schießscheiben, umrahmt von Eichenlaub oder anderen traditionellen deutschen Symbolen. Die silberne Ausführung wurde entweder aus versilbertem Metall oder aus Reinsilber gefertigt, abhängig vom Herstellungszeitpunkt und den verfügbaren Materialien.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurden auch die Veteranenorganisationen gleichgeschaltet. Der DRKB wurde schrittweise in die NS-Organisationsstruktur eingegliedert und verlor seine Autonomie. 1938 wurde der Bund schließlich offiziell im NS-Reichskriegerbund (NSRKB) aufgelöst. Viele der vor 1933 verliehenen Auszeichnungen blieben jedoch in Gebrauch, und ihre Träger durften sie weiterhin tragen, solange sie nicht im Widerspruch zur NS-Symbolik standen.

Die Schießausbildung in Veteranenverbänden hatte in Deutschland eine lange Tradition, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreichte. Nach den Befreiungskriegen gegen Napoleon entstanden zahlreiche Veteranenvereine, die neben der Erinnerungspflege auch die wehrsportliche Ertüchtigung ihrer Mitglieder betrieben. Schießwettbewerbe waren dabei ein zentrales Element und dienten der Aufrechterhaltung militärischer Fertigkeiten in Friedenszeiten.

Aus sammlerischer und historischer Perspektive sind diese Auszeichnungen heute wichtige Zeugnisse der deutschen Militär- und Sozialgeschichte der Zwischenkriegszeit. Sie dokumentieren die Organisationsstruktur, die Aktivitäten und die Wertesysteme der Veteranenverbände in einer politisch hochgradig volatilen Epoche. Die verschiedenen Formen und Varianten der Abzeichen spiegeln auch die wirtschaftlichen und materiellen Bedingungen ihrer Entstehungszeit wider.

Die Erhaltung solcher historischer Objekte in gutem Zustand ermöglicht es Forschern und Interessierten, die materielle Kultur dieser Periode zu studieren und die Kontinuitäten sowie Brüche in der deutschen Militärgeschichte zwischen Kaiserreich, Weimarer Republik und NS-Zeit nachzuvollziehen.