Reichstreubund ehemaliger Berufssoldaten ( RTB ) - silberne Ehrennadel für 10 jährige Mitgliedschaft
Die silberne Ehrennadel für 10-jährige Mitgliedschaft des Reichstreubundes ehemaliger Berufssoldaten (RTB) stellt ein bedeutendes Zeugnis der Veteranenorganisationen in der Weimarer Republik und im Dritten Reich dar. Diese Auszeichnung wurde an Mitglieder verliehen, die dem Verband ein Jahrzehnt lang die Treue gehalten hatten, und symbolisiert die Bemühungen ehemaliger Berufssoldaten, ihre Interessen in der politisch turbulenten Zeit zwischen 1918 und 1945 zu wahren.
Der Reichstreubund ehemaliger Berufssoldaten wurde nach dem Ersten Weltkrieg gegründet, als Tausende von Berufssoldaten der kaiserlichen Armee durch die Bestimmungen des Versailler Vertrages von 1919 ihre Positionen verloren. Die Reduktion der deutschen Streitkräfte auf maximal 100.000 Mann bedeutete für viele langjährige Soldaten das Ende ihrer militärischen Karrieren. Der RTB entstand als Interessenvertretung dieser Veteranen, die sich um Pensionsansprüche, soziale Absicherung und berufliche Wiedereingliederung kümmerte.
Die Organisation entwickelte ein umfassendes System von Ehrenzeichen und Abzeichen, um langjährige Mitgliedschaft und Verdienste anzuerkennen. Die silberne Ehrennadel für 10-jährige Mitgliedschaft gehörte zu diesem Auszeichnungssystem. Die Nadel wurde typischerweise in hochwertiger Ausführung hergestellt, oft in Silber oder versilbertem Material, und trug meist das Emblem oder die Insignien des RTB.
Der genannte Hersteller Gante Berlin GES.GESCH. war eine der renommierten Berliner Firmen, die sich auf die Produktion von militärischen Auszeichnungen, Orden und Abzeichen spezialisiert hatte. Die Bezeichnung “GES.GESCH.” steht für “gesetzlich geschützt” und weist auf die rechtlich geschützte Herstellung dieser offiziellen Verbandsauszeichnungen hin. Berliner Manufakturen wie Gante waren für ihre handwerkliche Qualität bekannt und produzierten sowohl für staatliche als auch für private Organisationen.
Die lange Nadel, an der die Auszeichnung befestigt war, entsprach der damaligen Trageweise solcher Ehrenzeichen. Diese wurden üblicherweise an der Zivilkleidung, meist am Revers des Jacketts, getragen und demonstrierten die Zugehörigkeit zum Veteranenverband sowie die langjährige Treue zur Organisation.
Nach der Machtergreifung 1933 wurden viele Veteranenorganisationen, einschließlich des RTB, in das nationalsozialistische System eingegliedert oder neu ausgerichtet. Der Nationalsozialistischer Reichskriegerbund (NSRKB), später umbenannt in NS-Reichskriegerbund (NSRKB), wurde zur Dachorganisation für alle Veteranenverbände. Dennoch behielten viele dieser Organisationen ihre spezifischen Abzeichen und Traditionen bei, zumindest in den ersten Jahren des Regimes.
Die Bedeutung solcher Veteranenorganisationen in der deutschen Gesellschaft der Zwischenkriegszeit kann kaum überschätzt werden. Sie dienten nicht nur als soziale Netzwerke und Interessenvertretungen, sondern spielten auch eine wichtige Rolle bei der Bewahrung militärischer Traditionen und der Pflege des Kameradschaftsgedankens. Die Verleihung von Ehrennadeln für langjährige Mitgliedschaft war ein Instrument zur Mitgliederbindung und zur Anerkennung der Loyalität gegenüber dem Verband.
Aus heutiger Sicht sind solche Objekte wichtige historische Quellen für das Verständnis der Veteranenkultur und der gesellschaftlichen Stellung ehemaliger Soldaten in der Zeit zwischen den Weltkriegen. Sie dokumentieren die organisatorischen Strukturen, die handwerkliche Qualität der Auszeichnungsproduktion und die symbolische Bedeutung von Mitgliedschaft und Zugehörigkeit in dieser Epoche.
Für Sammler und Historiker stellen diese Ehrennadeln wertvolle Studienobjekte dar, die Einblicke in die Materialkultur, die Herstellungstechniken und die sozialgeschichtlichen Aspekte der Zeit bieten. Der Erhaltungszustand “Zustand 2” deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar mit geringen Gebrauchsspuren hin, was die historische Authentizität und den dokumentarischen Wert des Objekts unterstreicht.