SA Einzel Schulterstück für einen SA-Sturmführer bis Sturmhauptführer Sa Gruppe Elbe 

Stoffunterlage stark beschädigt, Getragen, Zustand 3-. 
460846
125,00

SA Einzel Schulterstück für einen SA-Sturmführer bis Sturmhauptführer Sa Gruppe Elbe 

Das vorliegende Objekt ist ein Einzelschulterstück für einen SA-Sturmführer bis Sturmhauptführer der SA-Gruppe Elbe. Diese Rangabzeichen gehören zu den charakteristischen Uniformbestandteilen der Sturmabteilung (SA) während der Zeit des Nationalsozialismus und spiegeln die hierarchische Struktur dieser paramilitärischen Organisation wider.

Die Sturmabteilung, allgemein als SA bekannt, wurde 1920/21 als Ordnertruppe der NSDAP gegründet. Unter der Führung von Ernst Röhm entwickelte sie sich zu einer Massenorganisation mit mehreren Millionen Mitgliedern. Die SA spielte eine entscheidende Rolle beim Aufstieg der NSDAP zur Macht, insbesondere durch Straßenterror und die Einschüchterung politischer Gegner. Nach der Machtübernahme 1933 und besonders nach der sogenannten “Röhm-Revolte” im Juni 1934 verlor die SA jedoch zunehmend an politischer Bedeutung.

Die SA-Gruppe Elbe war eine der regionalen Gliederungen der SA im Gebiet des mittleren Deutschlands. Die SA war territorial in verschiedene Gruppen unterteilt, die nach geografischen Regionen oder Flüssen benannt wurden. Die Gruppe Elbe umfasste Gebiete in Sachsen und angrenzenden Regionen. Jede SA-Gruppe hatte ihren eigenen Gruppenführer und war weiter in Brigaden, Standarten, Sturmbanne und Stürme untergliedert.

Das Schulterstück (auch Schulterlasche oder Schulterklappe genannt) diente zur Kennzeichnung des Dienstgrades und der Zugehörigkeit zu einer bestimmten SA-Einheit. Die Rangabzeichen wurden auf der braunen SA-Uniform getragen, die zum charakteristischen Erkennungsmerkmal der Organisation wurde und ihr den volkstümlichen Namen “Braunhemden” einbrachte.

Der SA-Sturmführer entsprach etwa dem militärischen Rang eines Oberleutnants, während der SA-Sturmhauptführer dem Hauptmann gleichgestellt war. Diese Dienstgrade gehörten zu den mittleren Führungsebenen der SA-Hierarchie. Die Rangabzeichen wurden durch verschiedene Elemente dargestellt: Die Grundfarbe der Schulterstücke, die Anzahl und Anordnung von Sternen, Tressen oder Litzen sowie spezifische Farbkombinationen kennzeichneten den jeweiligen Dienstgrad.

Nach den Uniformvorschriften der SA, die mehrfach modifiziert wurden, trugen Sturmführer und Sturmhauptführer Schulterstücke mit spezifischen Kennzeichnungen. Die genaue Ausgestaltung änderte sich im Laufe der Zeit, wobei die Vorschriften der SA-Bekleidungsstelle die Details festlegten. Die Schulterstücke wurden typischerweise auf einer Stoffunterlage gefertigt und mit Metallfäden, Litzen oder aufgenähten Elementen verziert.

Der beschriebene Zustand des Objekts - “stark beschädigt” und “getragen” - ist bei historischen SA-Uniformstücken nicht ungewöhnlich. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele NS-Devotionalien vernichtet oder verborgen. Das Kontrollratsgesetz Nr. 2 vom September 1945 verfügte die Auflösung aller NS-Organisationen einschließlich der SA, und das Tragen ihrer Uniformen und Abzeichen wurde verboten.

Aus historischer Perspektive sind solche Objekte wichtige Zeugnisse für die Uniformkunde und die Organisationsstruktur der SA. Sie dokumentieren die visuelle Repräsentation von Hierarchie und Zugehörigkeit in einer Organisation, die maßgeblich zur Etablierung der NS-Diktatur beitrug. Gleichzeitig sind sie Relikte eines verbrecherischen Systems, das für Terror, Verfolgung und den Holocaust verantwortlich war.

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit solchen Objekten erfolgt heute im Kontext der NS-Forschung und der militärhistorischen Uniformkunde. Museen und Forschungseinrichtungen bewahren solche Stücke als Bildungs- und Dokumentationsmaterial auf, wobei stets der historische Kontext und die verbrecherische Natur der Organisation betont werden müssen.

Der Erhaltungszustand mit stark beschädigter Stoffunterlage weist auf jahrzehntelange Lagerung oder intensive frühere Nutzung hin. Solche Schäden sind typisch für Textilien aus dieser Zeit und erschweren oft die genaue Identifikation von Details und Herstellungsmerkmalen.