Elastolin - Heer Sanitätssoldat als Bahrenträger mit Stahlhelm
Die Elastolin-Figur eines Sanitätssoldaten der Wehrmacht als Bahrenträger mit Stahlhelm repräsentiert einen wichtigen Aspekt der deutschen Militärgeschichte und der Sammlerkultur des 20. Jahrhunderts. Diese 7,5 cm große Figur gehört zu den klassischen Produkten der Firma Hausser, die unter dem Markennamen Elastolin von den 1920er Jahren bis in die Nachkriegszeit hochwertige Spielzeug- und Sammelfiguren herstellte.
Die Firma Hausser und Elastolin
Die Firma O. & M. Hausser wurde 1904 in Ludwigsburg gegründet und entwickelte sich zu einem der führenden deutschen Hersteller von Massefiguren. Der Markenname Elastolin bezeichnete ein spezielles Material, eine Masse aus Sägemehl, Leim, Kasein und anderen Bindemitteln, die eine gewisse Elastizität aufwies und dadurch bruchfester als Porzellan war. Diese Innovation ermöglichte die Herstellung detailreicher militärischer Figuren, die sowohl als Spielzeug als auch als Sammlerobjekte Verwendung fanden.
Der Sanitätsdienst der Wehrmacht
Die dargestellte Figur zeigt einen Angehörigen des Sanitätsdienstes des Heeres während der Zeit des Zweiten Weltkriegs (1939-1945). Der Sanitätsdienst war eine unverzichtbare Komponente der militärischen Organisation und für die medizinische Versorgung der Truppen verantwortlich. Sanitätssoldaten waren mit der Bergung, Erstversorgung und dem Transport verwundeter Soldaten vom Gefechtsfeld zu den Verbandplätzen und weiter zu Feldlazaretten betraut.
Nach der Genfer Konvention von 1929 waren Sanitätspersonal und -einrichtungen durch das Rote Kreuz auf weißem Grund gekennzeichnet und genossen theoretischen Schutz vor direkten Kampfhandlungen. Sanitätssoldaten trugen üblicherweise eine weiße Armbinde mit rotem Kreuz am linken Oberarm. Trotz ihres nichtkombattanten Status waren sie jedoch den Gefahren des Krieges ausgesetzt und trugen daher reguläre Uniformen und Stahlhelme.
Ausrüstung und Darstellung
Die Elastolin-Figur zeigt den Sanitätssoldaten in typischer Ausrüstung mit dem charakteristischen Stahlhelm M35, M40 oder M42, der ab 1935 in verschiedenen Varianten in der Wehrmacht Verwendung fand. Als Bahrenträger war er Teil eines zweiköpfigen Teams, das verwundete Soldaten mittels einer Krankentrage transportierte. Diese Tragen bestanden typischerweise aus einem Stahlrohrrahmen mit Segeltuchbespannung und waren zusammenklappbar für den leichteren Transport.
Historischer Kontext der Produktion
Elastolin-Figuren der Wehrmacht wurden hauptsächlich in den späten 1930er Jahren und während des Zweiten Weltkriegs produziert. Diese Figuren dienten der patriotischen Erziehung und entsprachen der damaligen Propagandapolitik. Nach 1945 wurde die Produktion militärischer Figuren zunächst von den Alliierten untersagt, später jedoch unter veränderten Bedingungen wieder aufgenommen.
Sammlerwert und Zustandsbewertung
Der angegebene Zustand 2 entspricht in der Sammlerterminologie einem sehr guten bis guten Erhaltungszustand mit möglicherweise minimalen Gebrauchsspuren. Elastolin-Figuren aus der Vorkriegs- und Kriegszeit sind heute gefragte Sammlerobjekte, wobei Sanitätsfiguren aufgrund ihrer speziellen Funktion und oft geringeren Produktionszahlen im Vergleich zu kämpfenden Einheiten besonders interessant sind.
Wissenschaftliche Bedeutung
Aus militärhistorischer Sicht bieten solche Figuren wertvolle Einblicke in die Uniformierung, Ausrüstung und Organisation militärischer Einheiten. Sie dokumentieren, wie militärische Realität in zivilen Kontext übersetzt wurde und welche Aspekte des Militärwesens als darstellenswert galten. Die Tatsache, dass auch Sanitätspersonal produziert wurde, zeigt, dass man nicht nur kämpfende Truppen, sondern auch unterstützende Dienste als Teil der militärischen Identität verstanden hat.
Heute werden solche Objekte in Museen und Privatsammlungen als Zeugnisse der Militär- und Kulturgeschichte bewahrt und wissenschaftlich dokumentiert.