Kriegsmarine Fotoalbum, Angehöriger des Leichten Kreuzer Köln auf Auslandsreise und im spanischen Bürgerkrieg

2 Alben, Blaue Alben, mit Aufschrift "Zur Erinnerung an meine Dienstzeit", ca. 170 und 190 Fotos. Rekruten Asubildung, Sport, Geländedienst, Ausflug nach Borkum, Kameraden der 3. Korporalschaft, abkommandiert auf "Kreuzer Köln", , Panzerschiff "Admiral Scheer", U-Boot, Räumboot, Kiel, Ostsee Strand Swinemünde, Schulschiff, Unternehmen Memel 1939, Stoßtrupp Kommando wird ausgeschifft, Kapitän zu See Burchardi wird abkommandiert, Auslandsreise mit Kreuzer Köln nach Spanien und Portugal, Panzerschiff "Deutschland", Zerstörer "Z 12", fahrt durch den Atlantik, Hafen von Algeciras, Stierkampf, Spanien, Portugal, Panzerschiff "Admiral Graf Spee", Portraitfoto mit Spanienkreuz, Sevilla, Tanger, Malaga, Panzerschiff "Deutschland" bringt seine Toten in die Heimat, Beisetzung auf den Heldenfriedhof, Adolf Hitler bei der Beisetzung, Gibraltar, in Florenz, Besuch in Lissabon, Fahrt mit der "Köln" nach Norwegen 1938, zerstörte Friedenssteuerstelle. Zustand 2.
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Kriegsmarine Fotoalbum, Angehöriger des Leichten Kreuzer Köln auf Auslandsreise und im spanischen Bürgerkrieg

Diese beiden Fotoalben dokumentieren eindrucksvoll die Dienstzeit eines Kriegsmarineangehörigen an Bord des Leichten Kreuzers Köln während einer der politisch volatilsten Perioden der europäischen Geschichte zwischen 1936 und 1939. Mit insgesamt etwa 360 Fotografien bieten sie einen authentischen Einblick in das Leben eines deutschen Marinesoldaten während der Vorkriegsjahre und des Spanischen Bürgerkriegs.

Der Leichte Kreuzer Köln war ein Kriegsschiff der Königsberg-Klasse, das 1929 in Dienst gestellt wurde. Mit einer Verdrängung von etwa 6.650 Tonnen und einer Bewaffnung von neun 15-cm-Geschützen in Drillingstürmen repräsentierte die Köln die moderne deutsche Marinerüstung der Weimarer Republik und des frühen Dritten Reiches. Das Schiff spielte eine bedeutende Rolle während der deutschen Intervention im Spanischen Bürgerkrieg von 1936 bis 1939.

Die Alben beginnen mit der Rekrutenausbildung, die das strenge Ausbildungsprogramm der Kriegsmarine dokumentiert. Sport, Geländedienst und Kameradschaftsbildung waren wesentliche Bestandteile der militärischen Sozialisation. Der Besuch auf Borkum deutet auf die Tradition der Ausflüge hin, die zur Stärkung des Korpsgeistes dienten. Die Erwähnung der “3. Korporalschaft” verweist auf die hierarchische Gliederung der Mannschaftsdienstgrade an Bord.

Besonders bedeutsam sind die Fotografien vom Spanischen Bürgerkrieg (1936-1939). Deutschland entsandte mehrere Kriegsschiffe, darunter die Köln, das Panzerschiff Deutschland und den Admiral Graf Spee, offiziell zur “Nichteinmischungskontrolle”, tatsächlich jedoch zur Unterstützung der nationalistischen Truppen General Francos. Die Bilder aus Algeciras, Sevilla, Tanger und Málaga dokumentieren die Präsenz der deutschen Kriegsmarine im westlichen Mittelmeer und an der spanischen Atlantikküste.

Ein dramatisches Ereignis, das in den Alben festgehalten ist, betrifft das Panzerschiff Deutschland. Am 29. Mai 1937 wurde die Deutschland im Hafen von Ibiza von republikanischen Flugzeugen bombardiert, wobei 31 Besatzungsmitglieder getötet und 110 verwundet wurden. Die Fotografien der “Beisetzung auf dem Heldenfriedhof” mit Adolf Hitler beziehen sich auf die Trauerfeier am 11. Juni 1937 in Wilhelmshaven, die zu einer massiven Propagandaveranstaltung des NS-Regimes ausgebaut wurde. Hitler nutzte dieses Ereignis, um die deutsche Öffentlichkeit gegen die spanische Republik zu mobilisieren.

Das erwähnte Spanienkreuz war eine Auszeichnung, die am 14. April 1939 durch Hitler gestiftet wurde, um die Teilnehmer der Legion Condor und der Kriegsmarine-Einheiten im Spanischen Bürgerkrieg zu ehren. Es existierte in verschiedenen Stufen: Bronze, Silber und Gold, mit und ohne Schwertern. Das Portraitfoto mit dieser Auszeichnung belegt die aktive Teilnahme des Albumbesitzers an den Operationen vor der spanischen Küste.

Die Besetzung des Memellandes im März 1939 (als “Unternehmen Memel” bezeichnet) war eine der letzten territorialen Annexionen Nazi-Deutschlands vor Kriegsausbruch. Die Kriegsmarine spielte dabei eine zentrale Rolle, indem sie Truppen und Material transportierte. Die Fotografien des “Stoßtrupp Kommandos” dokumentieren die militärische Landungsoperation.

Kapitän zur See Burchardi bezieht sich wahrscheinlich auf Theodor Burchardi, der verschiedene Kommandos in der Kriegsmarine innehatte. Solche Kommandowechsel waren in der Marine üblich und wurden oft fotografisch festgehalten.

Die Reisen nach Norwegen 1938, Portugal und Italien (Florenz) spiegeln die diplomatischen Missionen der Kriegsmarine wider. Diese “Freundschaftsbesuche” dienten der Machtdemonstration und der Stärkung diplomatischer Beziehungen. Der Besuch in Lissabon ist im Kontext der traditionell engen deutsch-portugiesischen Beziehungen zu sehen.

Die Erwähnung der “zerstörten Friedenssteuerstelle” ist schwer zu interpretieren, könnte sich aber auf Zolleinrichtungen oder administrative Gebäude beziehen, die während militärischer Operationen beschädigt wurden.

Die Bilder anderer Kriegsschiffe wie dem Panzerschiff Admiral Scheer, U-Booten, Räumbooten und dem Zerstörer Z 12 zeigen die Vielfalt der deutschen Marineeinheiten, mit denen der Albumbesitzer in Kontakt kam. Aufnahmen von Kiel und Swinemünde dokumentieren die wichtigsten deutschen Marinebasen an Nord- und Ostsee.

Solche Fotoalben waren in der Kriegsmarine weit verbreitet. Sie wurden oft in standardisierten blauen Einbänden mit der Aufschrift “Zur Erinnerung an meine Dienstzeit” verkauft und dienten der persönlichen Erinnerung sowie der Selbstdarstellung gegenüber Familie und Kameraden. Sie bieten heute unschätzbare Primärquellen für die Marinegeschichte und die Alltagserfahrungen der Soldaten in der Vorkriegszeit des Zweiten Weltkriegs.

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