Reichsfinanzverwaltung/Zollgrenschutz Eichenlaubkranz für die Schirmmütze der Mannschaften
Der Eichenlaubkranz für die Schirmmütze der Mannschaften der Reichsfinanzverwaltung/Zollgrenzschutz stellt ein charakteristisches Abzeichen der deutschen Zollbehörden während der Zeit des Nationalsozialismus dar. Diese Kokarde aus Aluminium wurde von einfachen Mannschaftsdienstgraden des Zollgrenzschutzes an der Schirmmütze getragen und symbolisierte die Zugehörigkeit zu dieser paramilitärischen Formation der Reichsfinanzverwaltung.
Der Zollgrenzschutz wurde offiziell am 1. Juli 1937 als bewaffneter Zweig der Reichsfinanzverwaltung gegründet. Diese Organisation entstand aus der Zusammenlegung verschiedener Zoll- und Grenzschutzeinheiten und unterstand dem Reichsfinanzministerium. Der Zollgrenzschutz hatte die Aufgabe, die Reichsgrenzen zu überwachen, den Schmuggel zu bekämpfen und die Zollgesetze durchzusetzen. Mit der zunehmenden Militarisierung des Deutschen Reiches erhielt der Zollgrenzschutz eine immer stärker paramilitärische Ausrichtung.
Die Uniformierung des Zollgrenzschutzes orientierte sich an militärischen Vorbildern, unterschied sich jedoch durch spezifische Abzeichen und Insignien von Wehrmacht und SS. Der Eichenlaubkranz für die Schirmmütze war eines dieser charakteristischen Erkennungszeichen. Das Eichenlaub als Symbol hatte in der deutschen Militärtradition eine lange Geschichte und stand für Stärke, Beständigkeit und deutsche Tugenden. Bei der Reichsfinanzverwaltung und dem Zollgrenzschutz diente es als Hoheitszeichen, das die staatliche Autorität der Träger unterstrich.
Die Herstellung dieser Abzeichen erfolgte aus Aluminium, einem leichten und kostengünstigen Material, das sich besonders für Massenproduktionen eignete. Das Metall wurde geprägt oder gegossen und anschließend entsprechend bearbeitet. Die Befestigung an der Schirmmütze erfolgte mittels zweier Splinte auf der Rückseite, die durch das Mützentuch gesteckt und umgebogen wurden. Bei dem hier beschriebenen Exemplar ist ein Splint abgebrochen, was auf intensiven Gebrauch oder unsachgemäße Handhabung hinweist.
Die Trageweise war durch Bekleidungsvorschriften genau geregelt. Der Eichenlaubkranz wurde zentral an der Vorderseite der Schirmmütze oberhalb des Mützenbandes angebracht. Für Mannschaftsdienstgrade war die Ausführung in Aluminium vorgeschrieben, während höhere Dienstgrade teilweise vergoldete oder anders gestaltete Varianten trugen. Die genaue Positionierung und Ausrichtung des Abzeichens waren in den Uniformvorschriften der Reichsfinanzverwaltung festgelegt.
Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 änderte sich die Rolle des Zollgrenzschutzes erheblich. Viele Einheiten wurden für militärische Aufgaben herangezogen, insbesondere für die Sicherung besetzter Gebiete und Grenzregionen. Der Zollgrenzschutz wurde teilweise in die Wehrmacht integriert oder arbeitete eng mit militärischen und polizeilichen Stellen zusammen. Dies führte zu einer weiteren Militarisierung der Organisation und ihrer Uniformierung.
Im Jahr 1944 wurde der Zollgrenzschutz formell aufgelöst und seine Angehörigen wurden größtenteils in die Wehrmacht übernommen. Damit endete die eigenständige Existenz dieser Formation, und die spezifischen Uniformteile und Abzeichen verloren ihre offizielle Verwendung. Nach dem Zusammenbruch des Deutschen Reiches 1945 wurde die gesamte Organisation der Reichsfinanzverwaltung aufgelöst.
Aus sammlungsgeschichtlicher Perspektive sind solche Eichenlaubkränze heute begehrte Objekte für Militaria-Sammler und historische Museen. Sie dokumentieren einen spezifischen Aspekt der deutschen Verwaltungs- und Uniformgeschichte der NS-Zeit. Der Erhaltungszustand wird nach einem standardisierten System bewertet, wobei “Zustand 2” für gut erhaltene Stücke mit nur geringen Gebrauchsspuren steht. Der abgebrochene Splint stellt dabei einen typischen Mangel dar, der die Authentizität des Stückes jedoch nicht beeinträchtigt.
Die wissenschaftliche Bedeutung solcher Objekte liegt in ihrem Quellenwert für die Erforschung der Organisationsgeschichte des NS-Staates. Sie zeigen die Durchdringung aller Verwaltungsbereiche mit militärischen und paramilitärischen Strukturen und die systematische Verwendung von Symbolen zur Demonstration staatlicher Autorität. Gleichzeitig dokumentieren sie die handwerkliche und industrielle Produktion von Uniformbestandteilen in dieser Epoche.