III. Reich - Freiburger Automobil Club ( F.A.C. ) - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Fuchsjagd 1933 "

Buntmetall und teilweise emailliert, 70 x 80 mm, mit 4 Bohrungen, Hersteller : C.Poellath Schrobenhausen, Zustand 2.
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280,00

III. Reich - Freiburger Automobil Club ( F.A.C. ) - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Fuchsjagd 1933 "

Die vorliegende nichttragbare Teilnehmerplakette des Freiburger Automobil Clubs (F.A.C.) zur Fuchsjagd 1933 repräsentiert ein bemerkenswertes Zeugnis der deutschen Automobilsportkultur in der frühen Phase des Dritten Reiches. Hergestellt aus Buntmetall und teilweise emailliert, mit den Maßen 70 x 80 mm und vier Bohrungen zur Befestigung, wurde diese Plakette von der renommierten Firma C. Poellath aus Schrobenhausen gefertigt, einem der führenden Hersteller von Orden, Ehrenzeichen und Sportabzeichen in Deutschland.

Der Freiburger Automobil Club war einer von zahlreichen regionalen Automobilclubs, die in Deutschland seit der Jahrhundertwende entstanden waren. Diese Vereine spielten eine zentrale Rolle bei der Förderung des Motorsports und der Automobilkultur in der Weimarer Republik und darüber hinaus. Freiburg im Breisgau, als bedeutende Stadt im deutschen Südwesten, besaß eine aktive Motorsportszene, die regelmäßig Veranstaltungen und Wettbewerbe organisierte.

Die Fuchsjagd war eine beliebte Form des Automobil-Orientierungssports, bei der die Teilnehmer einer vorgegebenen Route folgen mussten, die oft durch anspruchsvolles Gelände führte. Diese Veranstaltungen kombinierten sportliche Herausforderung mit gesellschaftlichem Ereignis und waren in den 1920er und 1930er Jahren weit verbreitet. Das Jahr 1933 markiert einen bedeutenden Wendepunkt in der deutschen Geschichte, da es das Jahr der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten war. Nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 begann die systematische Gleichschaltung aller gesellschaftlichen Bereiche, einschließlich der Sportvereine und Automobilclubs.

Die Verwendung der Bezeichnung “III. Reich” in der Objektbeschreibung ist charakteristisch für diese Zeitperiode. Die Nationalsozialisten bezeichneten ihre Herrschaft als das “Dritte Reich”, in Anlehnung an das Heilige Römische Reich (das Erste Reich) und das Deutsche Kaiserreich von 1871-1918 (das Zweite Reich). Bereits 1933 begannen die neuen Machthaber, ihre Ideologie in alle Bereiche des öffentlichen Lebens zu tragen, einschließlich des Motorsports.

Die Firma C. Poellath in Schrobenhausen hatte sich seit ihrer Gründung einen ausgezeichneten Ruf als Hersteller von qualitativ hochwertigen Abzeichen, Plaketten und Orden erworben. Das Unternehmen belieferte sowohl staatliche Stellen als auch private Vereine und Organisationen. Die handwerkliche Qualität der Poellath-Erzeugnisse war weithin anerkannt, und die Firma produzierte während der gesamten Zeit des Dritten Reiches eine Vielzahl von Auszeichnungen und Abzeichen für unterschiedlichste Zwecke.

Nichttragbare Plaketten wie diese waren typischerweise zur Befestigung an Automobilen oder als Wandschmuck gedacht. Die vier Bohrungen ermöglichten eine sichere Montage am Fahrzeug, wo sie als sichtbares Zeichen der Teilnahme an der Veranstaltung dienten. Solche Plaketten waren begehrte Erinnerungsstücke und dokumentierten die sportlichen Leistungen ihrer Besitzer. Die teilweise Emaillierung verlieh den Plaketten besondere optische Attraktivität und Haltbarkeit.

Der Motorsport erfuhr unter der nationalsozialistischen Herrschaft eine besondere Förderung, da er als Prestigeobjekt für deutsche technische Überlegenheit galt. Die berühmten Erfolge deutscher Rennwagen von Mercedes-Benz und Auto Union in den 1930er Jahren wurden propagandistisch ausgeschlachtet. Lokale Veranstaltungen wie die Freiburger Fuchsjagd blieben jedoch zunächst noch im traditionellen Rahmen regionaler Motorsportkultur verhaftet, bevor sie zunehmend in die nationalsozialistischen Organisationsstrukturen eingegliedert wurden.

Die Sammlung und Erhaltung solcher historischen Objekte ist von erheblicher kulturhistorischer Bedeutung. Sie dokumentieren nicht nur die Geschichte des Motorsports, sondern auch die gesellschaftlichen Verhältnisse ihrer Entstehungszeit. Für Sammler und Historiker bieten sie wertvolle Einblicke in die Alltagskultur und die sportlichen Aktivitäten der 1930er Jahre. Der gute Erhaltungszustand dieser Plakette unterstreicht ihre Bedeutung als historisches Dokument und macht sie zu einem wertvollen Zeugnis einer vergangenen Epoche deutscher Automobilgeschichte.