Kriegsmarine Fotogruppe, Deutsches Kreuz in Gold Träger Wilhelm Kruse auf U-Boot U-48, 6. Feindfahrt 26.5. - 29.6.1940

Ca. 43 Fotos. in Trondheim, nach der 6. Feindfahrt, auf hoher See, an Deck, Verladung von Flugzeugen, Abschusswimpel. Zustand 2.
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620,00

Kriegsmarine Fotogruppe, Deutsches Kreuz in Gold Träger Wilhelm Kruse auf U-Boot U-48, 6. Feindfahrt 26.5. - 29.6.1940

Diese Fotosammlung dokumentiert einen bedeutenden Moment in der Geschichte der deutschen U-Boot-Waffe während des Zweiten Weltkriegs. Die Aufnahmen zeigen Wilhelm Kruse, einen Träger des Deutschen Kreuzes in Gold, während und nach der 6. Feindfahrt des U-Boots U-48 vom 26. Mai bis 29. Juni 1940.

U-48 war eines der erfolgreichsten U-Boote der gesamten Kriegsmarine und das erfolgreichste deutsche U-Boot des Zweiten Weltkriegs gemessen an der versenkten Tonnage. Als Boot des Typs VII B wurde es am 22. April 1939 in Dienst gestellt und operierte hauptsächlich im Nordatlantik gegen alliierte Handelsschiffe. Unter verschiedenen Kommandanten, darunter Herbert Schultze und Hans-Rudolf Rösing, versenkte U-48 während seiner Dienstzeit über 50 Schiffe mit einer Gesamttonnage von mehr als 300.000 BRT.

Die 6. Feindfahrt im Frühsommer 1940 fiel in eine Phase, die von U-Boot-Besatzungen als die “glückliche Zeit” oder “Erste Glückliche Zeit” bezeichnet wurde. Nach dem Fall Frankreichs im Juni 1940 gewann die Kriegsmarine Zugang zu französischen Atlantikhäfen, was die operativen Möglichkeiten der U-Boote erheblich erweiterte. Die in den Fotos erwähnte Stadt Trondheim in Norwegen diente als wichtiger Stützpunkt für deutsche U-Boote nach der Besetzung Norwegens im April 1940.

Das Deutsche Kreuz in Gold, das Wilhelm Kruse trug, wurde am 28. September 1941 durch Adolf Hitler gestiftet und rangierte in der Hierarchie der Auszeichnungen zwischen dem Eisernen Kreuz I. Klasse und dem Ritterkreuz. Es wurde für wiederholte Tapferkeit im Kampf oder herausragende Führungsleistungen verliehen. Die Auszeichnung bestand aus einem goldenen Hakenkreuz, umgeben von einem Strahlenkranz, und wurde auf der rechten Brustseite der Uniform getragen.

Die Fotosammlung zeigt verschiedene Aspekte des U-Boot-Lebens: Aufnahmen auf hoher See dokumentieren die rauen Bedingungen, unter denen die Besatzungen operierten. Fotos an Deck zeigen die beengten Verhältnisse auf dem kleinen Turm eines Typ-VII-Bootes. Besonders interessant sind die Aufnahmen der Verladung von Flugzeugen, wahrscheinlich beschädigte oder erbeutete Flugzeuge, die als Beutegut transportiert wurden, sowie die Abschusswimpel, die auf dem Sehrohr oder Turm gehisst wurden und die versenkten feindlichen Schiffe symbolisierten.

Die etwa 43 Fotografien stellen ein wertvolles zeitgeschichtliches Dokument dar. Während des Krieges war das Fotografieren an Bord von U-Booten offiziell reguliert, doch viele Besatzungsmitglieder führten private Kameras mit sich. Diese persönlichen Aufnahmen bieten heute einen unschätzbaren Einblick in den Alltag der U-Boot-Fahrer, ihre Kameradschaft und die Realität des Seekriegs.

Die Periode von Mai bis Juni 1940 war geprägt von intensiven Kampfhandlungen im Atlantik. Deutsche U-Boote operierten gegen britische Versorgungskonvois, die für das Überleben Großbritanniens lebenswichtig waren. Die Schlacht um den Atlantik, die sich über den gesamten Krieg erstreckte, war eine der längsten und entscheidendsten Kampagnen des Zweiten Weltkriegs.

U-Boot-Besatzungen gehörten zu den am stärksten gefährdeten Einheiten der Wehrmacht. Von etwa 40.000 deutschen U-Boot-Fahrern kehrten etwa 30.000 nicht zurück – eine Verlustrate von 75 Prozent. Die Bedingungen an Bord waren extrem: monatelange Fahrten in beengten, feuchten und oft übel riechenden Räumen, ständige Gefahr durch Wasserbomben und feindliche Zerstörer, sowie die psychische Belastung des Kampfeinsatzes.

Solche Fotosammlungen sind heute wichtige Quellen für Historiker und Museen. Sie dokumentieren nicht nur militärische Operationen, sondern auch menschliche Aspekte: die Gesichter junger Männer, ihre Uniformen, ihre Ausrüstung und Momente der Entspannung zwischen den Gefechtseinsätzen. Als historische Artefakte bieten sie authentische visuelle Zeugnisse einer dramatischen Periode der Seekriegsgeschichte.