NSKK - nichttragbare Siegerplakette - " N.S.K.K.-K.W.Z. 3/IV/11 Orientierungsfahrt 12.6.1934 - 1. Preis "

Bronze, 58 x 88 mm, mit 3 Bohrungen, Zustand 2.
338848
240,00

NSKK - nichttragbare Siegerplakette - " N.S.K.K.-K.W.Z. 3/IV/11 Orientierungsfahrt 12.6.1934 - 1. Preis "

Diese bronzene Siegerplakette dokumentiert einen wichtigen Aspekt der Aktivitäten des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) in der frühen Phase des nationalsozialistischen Regimes. Die Plakette wurde am 12. Juni 1934 anlässlich einer Orientierungsfahrt vergeben, die vom NSKK-Kraftwagenzug 3/IV/11 organisiert wurde. Mit ihren Maßen von 58 x 88 mm und drei Bohrungen zur Befestigung handelt es sich um eine nichttragbare Auszeichnung, die vermutlich auf einem Sockel oder einer Tafel montiert wurde.

Das NSKK wurde 1931 als motorbetriebene Gliederung der NSDAP gegründet und hatte die Aufgabe, die Motorisierung in Deutschland zu fördern und eine vormilitärische Ausbildung von Kraftfahrern zu gewährleisten. Nach der Machtübernahme 1933 expandierte das NSKK rapide und gliederte sich in verschiedene regionale Einheiten. Die Bezeichnung Kraftwagenzug (KWZ) bezog sich auf eine lokale Untereinheit des NSKK, wobei die Nummerierung 3/IV/11 auf eine spezifische organisatorische Zuordnung innerhalb der hierarchischen Struktur hinweist.

Orientierungsfahrten waren ein zentraler Bestandteil der NSKK-Aktivitäten in den 1930er Jahren. Diese Veranstaltungen dienten mehreren Zwecken: Sie förderten die Fahrfertigkeiten der Mitglieder, insbesondere in Navigation und Orientierung, sie demonstrierten öffentlichkeitswirksam die Motorisierung Deutschlands und sie dienten der vormilitärischen Ausbildung. Die Teilnehmer mussten vorgegebene Strecken unter Zeitdruck abfahren, Kontrollpunkte finden und verschiedene Aufgaben bewältigen. Diese Wettbewerbe waren oft mit lokalen oder regionalen Festen verbunden und zogen sowohl Teilnehmer als auch Zuschauer an.

Das Jahr 1934 war für das NSKK ein Jahr der Konsolidierung. Nach der sogenannten Röhm-Affäre im Sommer 1934, bei der die Führung der SA ausgeschaltet wurde, gewann das NSKK als eigenständige Organisation an Bedeutung. Die Verleihung solcher Preisplaketten bei lokalen Veranstaltungen diente auch der Motivation der Mitglieder und der Förderung des Korpsgeistes innerhalb der einzelnen Einheiten.

Die Herstellung in Bronze war für Auszeichnungen dieser Art typisch. Bronze war ein kostengünstiges, aber dennoch würdig erscheinendes Material, das sich für die Massenproduktion eignete. Die drei Bohrungen weisen darauf hin, dass die Plakette nicht am Körper getragen, sondern dauerhaft montiert werden sollte, möglicherweise in einem Vereinsheim oder als Teil einer Trophäensammlung.

Solche lokalen Auszeichnungen sind heute wichtige historische Quellen, da sie Einblick in die Alltagsaktivitäten nationalsozialistischer Organisationen auf lokaler Ebene geben. Sie zeigen, wie das Regime durch sportliche und gesellschaftliche Veranstaltungen seine Ideologie verbreitete und die Bevölkerung in seine Strukturen einband. Die Förderung der Motorisierung hatte dabei auch einen klaren militärischen Hintergrund: Deutschland sollte im Kriegsfall über eine große Zahl ausgebildeter Kraftfahrer verfügen.

Aus heutiger Sicht sind solche Objekte bedeutende Zeitdokumente, die an ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte erinnern. Sie werden in Museen und Sammlungen bewahrt, um die historische Forschung zu unterstützen und als Mahnung zu dienen. Der Umgang mit solchen Objekten erfordert historische Sensibilität und eine klare Kontextualisierung.