Königreich Sachsen - Meissner Teller zum 100jährigen Jubiläum des Schützen-(Füsilier-)Regt. Prinz Georg Nr. 108 und des 1. und 2. Jäger-Bataillons Nr. 12 und 13

Porzellan mit grünem Dekor unter Glasur, am Rand mit Eichenlaubdekor, im Zentrum das Horn unter der Krone mit den Jahreszahlen "1809-1909". Rückseitig mit Schwertmarke. Zustand 2.

Die drei Einheiten wurden 1809 aufgestellt und trugen als Symbol das Horn.
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400,00

Königreich Sachsen - Meissner Teller zum 100jährigen Jubiläum des Schützen-(Füsilier-)Regt. Prinz Georg Nr. 108 und des 1. und 2. Jäger-Bataillons Nr. 12 und 13

Der vorliegende Meissner Porzellanteller dokumentiert das hundertjährige Jubiläum dreier bedeutender sächsischer Militäreinheiten im Jahr 1909. Die Meissner Porzellan-Manufaktur, die älteste Porzellanmanufaktur Europas, fertigte zahlreiche militärische Gedenkobjekte für das Königreich Sachsen an, die heute als wertvolle historische Zeugnisse der militärischen Tradition des Königreichs gelten.

Das Schützen-(Füsilier-)Regiment Prinz Georg Nr. 108 sowie das 1. und 2. Jäger-Bataillon Nr. 12 und 13 wurden alle im Jahr 1809 aufgestellt, einer Zeit tiefgreifender militärischer Reformen im Königreich Sachsen. Nach den napoleonischen Kriegen und den Niederlagen der Jahre 1806-1807 musste Sachsen seine Streitkräfte neu organisieren. Die Aufstellung dieser Einheiten erfolgte in einem Kontext, in dem Sachsen als Verbündeter Frankreichs eine bedeutende Truppenstärke aufrechterhalten musste.

Die drei Einheiten teilten das gemeinsame Symbol des Horns unter der Krone, das auf dem Teller zentral dargestellt ist. Das Horn war traditionell das Erkennungszeichen der leichten Infanterie, insbesondere der Jäger- und Schützentruppen. Diese Einheiten waren für ihre Beweglichkeit, Schießfertigkeit und Geländekenntnisse bekannt. Die Füsiliere bildeten ursprünglich eine eigene Truppengattung zwischen Musketieren und Grenadieren, entwickelten sich aber im Laufe des 19. Jahrhunderts zu regulären Infanterieeinheiten.

Das Eichenlaubdekor am Rand des Tellers symbolisiert Stärke, Beständigkeit und deutsche Militärtradition. Die Eiche war seit dem 19. Jahrhundert ein nationales Symbol des deutschen Kulturraums und fand besonders in militärischen Auszeichnungen und Ehrenzeichen Verwendung.

Die Schwertmarke auf der Rückseite identifiziert das Stück eindeutig als Produkt der Königlich-Sächsischen Porzellanmanufaktur Meissen. Diese gekreuzten Schwerter in Unterglasurblau sind seit 1722 das Markenzeichen der Manufaktur und eines der ältesten Warenzeichen der Welt. Militärische Gedenkobjekte aus Meissner Porzellan wurden häufig zu Jubiläen, bei Verabschiedungen von Offizieren oder als Ehrengeschenke angefertigt.

Das Jahr 1909 markierte einen Zeitpunkt relativer Stabilität im Deutschen Kaiserreich. Die sächsische Armee war integraler Bestandteil der deutschen Streitkräfte, behielt aber ihre eigenständige Organisationsstruktur und Traditionen. Jubiläumsfeiern wie diese dienten der Stärkung des Korpsgeistes und der Verbindung zwischen aktiven Soldaten, Veteranen und der Zivilbevölkerung.

Solche Gedenkteller wurden in begrenzten Auflagen hergestellt und an Offiziere, Unteroffiziere und verdiente Mannschaften ausgegeben. Sie fanden ihren Platz in Offizierskasinos, bei Veteranenvereinen und in Privatsammlungen. Die Qualität der Meissner Porzellanarbeiten machte diese Objekte zu geschätzten Sammlerstücken, die den militärischen Stolz und die regionale Identität repräsentierten.

Die historische Bedeutung solcher Objekte liegt heute nicht nur in ihrer kunsthandwerklichen Qualität, sondern auch in ihrem dokumentarischen Wert. Sie vermitteln Einblicke in die militärische Kultur des Kaiserreichs, in die Bedeutung von Tradition und Kontinuität sowie in die komplexen Beziehungen zwischen regionaler und nationaler Identität im föderalen System des Deutschen Reiches.

Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Ende der Monarchie 1918 verloren diese Regimenter ihre traditionellen Bezeichnungen. Viele Veteranen bewahrten jedoch solche Erinnerungsstücke als Zeugnisse einer vergangenen Epoche auf, wodurch sie zu wichtigen historischen Quellen für die Erforschung der Militärgeschichte des Königreichs Sachsen wurden.

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