Nationalsozialistischer Reichskriegerbund ( NSRKB ) Schirmmützenadler
Der Nationalsozialistischer Reichskriegerbund (NSRKB) Schirmmützenadler stellt ein bedeutendes Relikt der paramilitärischen Organisationsstruktur des nationalsozialistischen Deutschlands dar. Dieses spezielle Exemplar aus Aluminium trägt die Herstellermarkierung “ges.gesch. 13”, was für “gesetzlich geschützt” steht und auf einen registrierten Hersteller hinweist.
Der NSRKB wurde im Jahr 1938 durch die Zusammenlegung mehrerer Veteranenorganisationen gegründet, nachdem die traditionellen deutschen Soldatenverbände wie der Kyffhäuserbund und der Stahlhelm-Bund der Frontsoldaten zwangsweise gleichgeschaltet wurden. Die Organisation diente der ideologischen Ausrichtung ehemaliger Soldaten des Ersten Weltkriegs und sollte diese in das nationalsozialistische System integrieren. Der Reichskriegerbund unterstand direkt der NSDAP-Führung und wurde von Wilhelm Reinhard geleitet.
Die Uniform des NSRKB orientierte sich stark an militärischen Vorbildern, wies jedoch spezifische Besonderheiten auf. Die Schirmmütze als Teil der Ausgehuniform trug auf der Vorderseite einen charakteristischen Adler, der sich von anderen NS-Organisationsadlern unterschied. Der Schirmmützenadler zeigte das Hoheitszeichen des Deutschen Reiches – einen nach rechts blickenden Adler mit ausgebreiteten Schwingen, der ein Hakenkreuz in seinen Fängen hielt.
Die Herstellung dieser Abzeichen erfolgte durch verschiedene, von der Reichszeugmeisterei zugelassene Hersteller. Die Markierung “ges.gesch.” mit einer Nummer war ein übliches Kennzeichnungssystem, das die Einhaltung von Qualitätsstandards und die Berechtigung zur Produktion militärischer Insignien dokumentierte. Aluminium als Material war während der gesamten NS-Zeit verbreitet, da es leicht, kostengünstig und einfach zu bearbeiten war.
Die Uniformvorschriften des NSRKB wurden in mehreren Erlassen zwischen 1938 und 1943 festgelegt. Die Schirmmütze selbst war in feldgrauer oder brauner Ausführung erhältlich, je nach Dienststellung und Verwendungszweck. Der Adler wurde dabei zentral über dem Mützenschirm angebracht und bildete zusammen mit der Kokarde in den Reichsfarben das charakteristische Erscheinungsbild.
Der Reichskriegerbund hatte im Jahr 1939 etwa 4 Millionen Mitglieder und war damit eine der größten NS-Organisationen. Seine Aufgaben umfassten die Pflege des Frontkameradschaftsgedankens, die Betreuung von Kriegsversehrten und Hinterbliebenen sowie die Durchführung von Gedenkveranstaltungen. Während des Zweiten Weltkriegs verlagerte sich die Tätigkeit zunehmend auf Unterstützungsleistungen für die Wehrmacht und die Heimatfront.
Nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes 1945 wurde der NSRKB zusammen mit allen anderen nationalsozialistischen Organisationen durch das Kontrollratsgesetz Nr. 2 vom 10. Oktober 1945 aufgelöst und verboten. Die Uniformen und Insignien wurden größtenteils vernichtet oder von alliierten Truppen als Kriegstrophäen mitgenommen.
Heute stellen solche Objekte wichtige historische Quellen für die Erforschung der NS-Zeit dar. Sie dokumentieren die umfassende Durchdringung der deutschen Gesellschaft mit nationalsozialistischer Symbolik und die organisatorische Struktur des Regimes. Der Zustand 2 dieses Exemplars deutet auf eine gut erhaltene Beschaffenheit mit leichten Gebrauchsspuren hin, was bei Objekten aus dieser Zeit relativ selten ist.
Für Sammler und Historiker sind solche Stücke von Bedeutung zur Dokumentation und wissenschaftlichen Aufarbeitung. In Deutschland unterliegt der Umgang mit NS-Devotionalien strengen gesetzlichen Regelungen gemäß § 86a StGB, der das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen unter Strafe stellt. Ausnahmen gelten für wissenschaftliche, historische und aufklärerische Zwecke.