Elastolin - 1. Weltkrieg Preussen 2 Soldaten marschierend

10 cm, graue Uniform und Pickelhaube, Zustand 2.
445850
40,00

Elastolin - 1. Weltkrieg Preussen 2 Soldaten marschierend

Die beschriebenen Elastolin-Figuren repräsentieren preußische Soldaten des Ersten Weltkriegs in marschierender Pose und verkörpern eine bedeutende Epoche der deutschen Spielzeugherstellung sowie der militärischen Ikonographie des frühen 20. Jahrhunderts.

Die Firma Elastolin wurde von der O. & M. Hausser Firma in Ludwigsburg betrieben, die ab den 1900er Jahren zu einem der führenden Hersteller von Massefiguren wurde. Der Name “Elastolin” bezeichnet das patentierte Material, eine Mischung aus Kasein, Kreide, Glycerin und anderen Zusätzen, die auf einen Drahtrahmen modelliert wurde. Diese Zusammensetzung machte die Figuren leichter und weniger zerbrechlich als ihre Pendants aus Blei oder Zinn, was besonders für Kinderspielzeug wichtig war.

Die dargestellte graue Uniform mit Pickelhaube entspricht der typischen Felduniform der deutschen Armee, wie sie ab 1910 eingeführt wurde. Die Pickelhaube, der charakteristische Spitzhelm der preußischen und später gesamtdeutschen Streitkräfte, war seit 1842 im Einsatz und wurde zum Symbol des deutschen Militarismus. Bei Kriegsausbruch 1914 trugen die meisten deutschen Soldaten noch die Pickelhaube, allerdings wurde die auffällige Messingspitze häufig mit einem stoffenen Überzug versehen oder durch eine praktischere Version ersetzt.

Die feldgraue Uniform, die diese Figuren zeigen, wurde zwischen 1907 und 1910 als Ersatz für die bunten Uniformen des 19. Jahrhunderts eingeführt. Diese Modernisierung war eine Reaktion auf die veränderte Kriegsführung, bei der Tarnung zunehmend wichtiger wurde. Die Farbe variierte von einem grünlichen bis bräunlichen Grau und bot bessere Deckung im Gelände als die früheren blauen und roten Uniformen.

Die Produktion von Militärspielzeug hatte in Deutschland eine lange Tradition und erreichte in der Zeit vor und während des Ersten Weltkriegs ihren Höhepunkt. Diese Figuren dienten nicht nur als Spielzeug, sondern auch als Mittel zur Vermittlung patriotischer Werte und militärischer Ideale. Kinder spielten mit ihnen Schlachten nach und wurden so mit militärischen Konzepten und nationaler Identität vertraut gemacht.

Elastolin-Figuren waren besonders detailliert und realistisch gestaltet. Die Künstler der Firma studierten Uniformvorschriften, militärische Ausrüstung und Bewegungsabläufe, um authentische Darstellungen zu schaffen. Die Figuren wurden in verschiedenen Posen hergestellt: marschierend, schießend, im Sturmangriff, mit verschiedenen Waffen und in unterschiedlichen Rängen.

Nach dem Ersten Weltkrieg und den Bestimmungen des Versailler Vertrags von 1919, die Deutschland strenge militärische Beschränkungen auferlegten, veränderte sich die Produktion von Militärspielzeug. Dennoch blieb die Nachfrage nach Figuren aus dem Ersten Weltkrieg bestehen, sowohl aus nostalgischen Gründen als auch als historische Sammelobjekte.

Die Größe von 10 cm war eine Standardgröße für Elastolin-Figuren und ermöglichte es, ganze Armeen und Schlachtszenen aufzubauen. Diese Skala bot einen guten Kompromiss zwischen Detailgenauigkeit und praktischer Handhabbarkeit.

Heute sind Elastolin-Figuren aus dem Ersten Weltkrieg begehrte Sammlerstücke. Der angegebene Zustand 2 deutet auf gut erhaltene Exemplare hin, bei denen die Bemalung weitgehend original und die Substanz intakt ist. Die Erhaltung solcher Figuren ist bemerkenswert, da das Kasein-Material anfällig für Feuchtigkeit und Temperaturwechsel ist und im Laufe der Jahrzehnte zu Rissen oder Verfärbungen neigen kann.

Die militärhistorische Bedeutung solcher Figuren liegt nicht nur in ihrer handwerklichen Qualität, sondern auch in ihrem Zeugniswert für die Militär- und Kulturgeschichte des frühen 20. Jahrhunderts. Sie dokumentieren, wie militärische Uniformen und Ausrüstung aussahen, und spiegeln die gesellschaftliche Bedeutung wider, die dem Militär in der wilhelminischen Ära beigemessen wurde.