SA Ehrenwinkel für "Alte Kämpfer" für Angehörige der Marine-SA bzw. NSKK-Motorbootstandarten

Silberner  Winkel mit schwarzen Durchzügen wie für die SS, allerdings auf marineblauem Tuch. Ungetragen, Zustand 2+. Extrem selten.
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SA Ehrenwinkel für "Alte Kämpfer" für Angehörige der Marine-SA bzw. NSKK-Motorbootstandarten

Der SA-Ehrenwinkel für Alte Kämpfer stellt eines der seltensten und historisch bedeutsamsten Abzeichen der nationalsozialistischen Bewegung dar. Dieses spezielle Exemplar wurde für Angehörige der Marine-SA beziehungsweise der NSKK-Motorbootstandarten gefertigt und unterscheidet sich durch seine maritime Ausführung von den bekannteren Varianten.

Die Einführung des SA-Ehrenwinkels erfolgte durch einen Erlass Adolf Hitlers vom 29. Januar 1933, unmittelbar nach der Machtübernahme. Dieses Abzeichen sollte jene Parteimitglieder auszeichnen, die bereits vor dem entscheidenden Reichstagswahltag am 14. September 1930 der NSDAP beigetreten waren und aktiv am Kampf um die Macht teilgenommen hatten. Diese Personen galten als “Alte Kämpfer” der Bewegung.

Der klassische SA-Ehrenwinkel wurde in Form eines silbernen Winkels mit schwarzen Durchzügen auf braunem Tuch getragen. Die hier beschriebene maritime Variante weist jedoch eine besondere Eigenschaft auf: Sie ist auf marineblauem Tuch gefertigt, was sie eindeutig der Marine-SA oder den NSKK-Motorbootstandarten zuordnet. Die silbernen Winkel mit schwarzen Durchzügen entsprechen in ihrer Gestaltung der SS-Variante, wurden jedoch auf dem charakteristischen marineblauen Untergrund angebracht.

Die Marine-SA wurde 1934 aus verschiedenen maritimen SA-Einheiten gebildet und hatte die Aufgabe, nationalsozialistische Präsenz in Küstengebieten und Hafenstädten zu demonstrieren. Sie rekrutierte sich vorwiegend aus ehemaligen Marinesoldaten, Seeleuten und Hafenarbeitern. Die Uniform der Marine-SA unterschied sich durch ihre marineblaue Farbe deutlich von der braunen Standarduniform der SA.

Das Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps (NSKK) entwickelte ebenfalls maritime Einheiten, die sogenannten Motorbootstandarten. Diese Formationen waren für die Ausbildung im Motorbootdienst zuständig und sollten eine maritime Reserve für die spätere Wehrmacht bilden. Sie operierten auf Binnengewässern und Küstenabschnitten und trugen zur paramilitärischen Vorbereitung der deutschen Bevölkerung bei.

Die Verleihungskriterien für den SA-Ehrenwinkel waren streng geregelt. Neben dem Eintrittsdatum vor dem 14. September 1930 mussten die Träger nachweisen, dass sie aktiv an mindestens 60 SA-Veranstaltungen teilgenommen hatten. Dies konnte durch ein spezielles Kontrollbuch dokumentiert werden, in dem Dienste und Einsätze vermerkt wurden. Die Verleihung erfolgte durch die jeweiligen SA-Führer und wurde in den Personalunterlagen festgehalten.

Der Ehrenwinkel wurde auf dem rechten Oberarm der Uniform getragen, etwa handbreit über dem Ellbogen. Seine Position war genau vorgeschrieben und durfte nicht variiert werden. Das Abzeichen symbolisierte nicht nur die frühe Zugehörigkeit zur Bewegung, sondern auch die besondere Treue und den Einsatz in der “Kampfzeit” vor der Machtübernahme.

Die hier beschriebene Variante in ungetragenem Zustand ist als extrem selten zu bezeichnen. Dies hat mehrere Gründe: Erstens war die Anzahl der Marine-SA-Angehörigen und NSKK-Motorbootstandarten-Mitglieder, die gleichzeitig die Kriterien für den Ehrenwinkel erfüllten, verhältnismäßig gering. Zweitens wurden maritime SA-Einheiten erst nach 1930 in größerem Umfang aufgebaut, sodass der Anteil der “Alten Kämpfer” in diesen Formationen begrenzt war. Drittens wurden viele dieser Abzeichen nach 1945 vernichtet oder gingen verloren.

Die Fertigung erfolgte durch verschiedene Hersteller, wobei die Qualität variieren konnte. Das silberne Material der Winkel bestand häufig aus Aluminium oder versilbertem Metall. Die schwarzen Durchzüge wurden entweder aufgestickt oder aufgenäht. Das marineblaue Tuch entsprach dem Material der Marine-SA-Uniformen und musste farblich exakt abgestimmt sein.

Nach der Röhm-Affäre im Juni 1934 und der damit verbundenen Entmachtung der SA verlor der Ehrenwinkel zunehmend an Bedeutung. Dennoch blieb er bis 1945 ein offizielles Auszeichnungsstück der SA und durfte weiterhin getragen werden. Die Marine-SA wurde in die allgemeine SA-Struktur integriert, behielt aber ihre maritime Ausrichtung bei.

Aus historischer Sicht dokumentiert der SA-Ehrenwinkel für Marine-Angehörige die Organisationsstruktur und Hierarchie der nationalsozialistischen Massenorganisationen. Er zeigt die Bestrebungen des Regimes, alle Gesellschaftsbereiche zu durchdringen und paramilitärisch zu organisieren, einschließlich der maritimen Sphäre.

Heute sind diese Abzeichen wichtige Studienobjekte für die Erforschung der NS-Zeit und ihrer Organisationsformen. Sie dokumentieren die Insignien- und Auszeichnungspraxis des Regimes sowie die Bedeutung von Loyalität und früher Mitgliedschaft innerhalb der Bewegung.

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