Konvolut von 3 Miniaturen für Bandspangen, Knopflochschleifen
Diese Sammlung von drei Miniaturauszeichnungen repräsentiert einen bedeutenden Querschnitt deutscher militärischer Auszeichnungen aus zwei unterschiedlichen Epochen der deutschen Geschichte. Die vorliegenden Rohlinge ohne Nadel wurden als Bandspangen-Miniaturen oder Knopflochschleifen gefertigt und dienten dem diskreten Tragen von Auszeichnungen bei ziviler Kleidung oder bei besonderen Anlässen.
Die Medaille zur Erinnerung an den 13. März 1938 wurde durch Adolf Hitler am 1. Mai 1938 gestiftet und erinnerte an den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich. Diese Auszeichnung wurde an Personen verliehen, die aktiv an den Ereignissen des Anschlusses teilgenommen hatten, einschließlich Mitgliedern der Wehrmacht, der SS, der SA und anderer Organisationen, die zwischen dem 9. und 13. März 1938 in Österreich einmarschierten oder dort tätig waren. Auch österreichische Bürger, die sich für den Anschluss eingesetzt hatten, konnten die Medaille erhalten. Die Verleihungsbestimmungen wurden mehrfach erweitert, sodass schließlich etwa 318.000 Medaillen ausgegeben wurden. Die Medaille zeigt auf der Vorderseite einen Mann mit Hakenkreuzfahne und die Inschrift “13. März 1938”, auf der Rückseite die Inschrift “Ein Volk, Ein Reich, Ein Führer”.
Die Wehrmacht-Dienstauszeichnung für 4 Jahre war Teil eines umfassenden Systems von Dienstzeitauszeichnungen, das am 16. März 1936 durch Erlass des Führers und Reichskanzlers eingeführt wurde. Dieses System umfasste Stufen für 4, 12, 18, 25 und 40 Dienstjahre. Die vierjährige Auszeichnung war die unterste Stufe und wurde als silberfarbene Ausführung verliehen. Diese Auszeichnungen sollten die Treue und den langjährigen Dienst von Soldaten der Wehrmacht würdigen. Die Verleihung erfolgte automatisch nach Ableistung der entsprechenden Dienstzeit. Das Emblem zeigte auf der Vorderseite einen Adler mit Hakenkreuz und auf der Rückseite die Inschrift “Treue Dienste in der Wehrmacht” sowie die Anzahl der Dienstjahre. Diese Auszeichnungen wurden während des gesamten Zweiten Weltkriegs verliehen und blieben bis zum Kriegsende 1945 in Gebrauch.
Das Verwundetenabzeichen in Schwarz stammt aus dem Ersten Weltkrieg und wurde am 3. März 1918 durch Kaiser Wilhelm II. gestiftet. Es war die erste systematische deutsche Auszeichnung für Verwundete und wurde in drei Stufen verliehen: Schwarz für ein oder zwei Verwundungen, Silber für drei oder vier Verwundungen und Gold für fünf oder mehr Verwundungen oder schwere Kriegsversehrung. Das schwarze Abzeichen war die häufigste Stufe und wurde an Hunderttausende von Soldaten verliehen. Das Design zeigt einen Stahlhelm mit gekreuzten Schwertern und dem Monogramm Wilhelms II. Das Abzeichen konnte auch posthum verliehen werden. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Verwundetenabzeichen 1939 in modifizierter Form für den Zweiten Weltkrieg wieder eingeführt, wobei das kaiserliche Design durch ein nationalsozialistisches ersetzt wurde.
Die vorliegenden Miniaturen mit einer Größe von 9 mm waren speziell für das Tragen an Zivilkleidung konzipiert. Während die regulären Orden und Ehrenzeichen an Uniformen getragen wurden, ermöglichten Miniaturen oder Knopflochschleifen das diskrete Zeigen von Auszeichnungen bei gesellschaftlichen Anlässen, im Frack oder im Smoking. Die Herstellung solcher Miniaturen war ein eigener Industriezweig, und verschiedene Hersteller fertigten diese in unterschiedlichen Qualitätsstufen. Die hier beschriebenen Exemplare sind als Rohlinge ohne Nadel ausgeführt, was bedeutet, dass sie möglicherweise als Komponenten für die weitere Verarbeitung dienten oder zur Montage auf Bandspangen vorgesehen waren.
Die Kombination dieser drei Auszeichnungen in einer Sammlung ist historisch aufschlussreich. Sie verbindet Ehrenzeichen aus dem Ersten Weltkrieg mit solchen aus der NS-Zeit und spiegelt die militärische Kontinuität und die politischen Umbrüche der deutschen Geschichte zwischen 1914 und 1945 wider. Der Zustand 2 deutet auf gut erhaltene Exemplare mit leichten Gebrauchsspuren hin, was für militärische Miniaturabzeichen dieser Epoche durchaus üblich ist.