NSKK - nichttragbare Siegerplakette - " NSKK Motorgr. Leipzig 2. Querfeldeinfahrt am Bienitz 18.9.1938 - 1. Preis "

Leichtmetall , der Kranz vergoldet, Höhe 98 mm, mit 3 Bohrungen zum befestigen. Rückseitig mit Hersteller "Wilh. Helbing, Leipzig W 33".  Zustand 2+.
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300,00

NSKK - nichttragbare Siegerplakette - " NSKK Motorgr. Leipzig 2. Querfeldeinfahrt am Bienitz 18.9.1938 - 1. Preis "

Die vorliegende NSKK-Siegerplakette repräsentiert ein faszinierendes Zeugnis der motorsportlichen Aktivitäten des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) in der Vorkriegszeit des Dritten Reiches. Diese nichttragbare Auszeichnung wurde anlässlich der 2. Querfeldeinfahrt am Bienitz am 18. September 1938 von der NSKK-Motorgruppe Leipzig als erster Preis vergeben.

Das NSKK wurde am 1. Mai 1931 zunächst als Unterorganisation der SA gegründet und entwickelte sich nach der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 zu einer eigenständigen Gliederung der NSDAP. Unter der Führung von NSKK-Korpsführer Adolf Hühnlein wuchs die Organisation bis 1939 auf über 500.000 Mitglieder an. Die Hauptaufgabe des NSKK bestand in der kraftfahrtechnischen Ausbildung sowie der Förderung des Motorsports im Deutschen Reich. Die Organisation war in verschiedene Motorgruppen gegliedert, die regional organisiert waren und motorsportliche Veranstaltungen durchführten.

Die Motorgruppe Leipzig war Teil der Motorbrigade Mitte und organisierte regelmäßig Motorsportveranstaltungen in der Region. Der Bienitz, ein Auengebiet westlich von Leipzig, bot sich als ideales Gelände für Querfeldeinfahrten (Geländerennen) an. Diese Veranstaltungen dienten nicht nur der sportlichen Ertüchtigung, sondern waren auch Teil der wehrsportlichen Ausbildung, da Geländefahrten als wichtige Vorbereitung für militärische Einsätze galten.

Die Plakette selbst ist aus Leichtmetall gefertigt, wobei der Kranz vergoldet ist. Mit einer Höhe von 98 mm und drei Bohrungen zur Befestigung war sie eindeutig nicht zum Tragen an der Uniform bestimmt, sondern als Wandplakette oder zur Aufstellung konzipiert. Die rückseitige Herstellerbezeichnung “Wilh. Helbing, Leipzig W 33” verweist auf eine renommierte Leipziger Firma, die sich auf die Herstellung von Auszeichnungen und Ehrenpreisen spezialisiert hatte.

Das Jahr 1938 war für das NSKK von besonderer Bedeutung. Nach dem Anschluss Österreichs im März 1938 und der Sudetenkrise im Herbst desselben Jahres intensivierte das Regime die vormilitärische Ausbildung. Das NSKK spielte dabei eine zentrale Rolle, da es Kraftfahrer für die Wehrmacht ausbildete und die Bevölkerung an motorisierte Fortbewegung heranführte. Motorsportveranstaltungen wie die Querfeldeinfahrt am Bienitz waren Teil dieser systematischen Vorbereitung auf den Krieg.

Die Gestaltung solcher Siegerplaketten folgte typischerweise der nationalsozialistischen Formensprache mit Symbolen wie Hakenkreuz, Eichenlaub und NSKK-Emblemen. Der vergoldete Kranz symbolisierte dabei den Sieg und die Ehre des Preisträgers. Diese Objekte wurden in relativ geringer Stückzahl hergestellt und nur an die Sieger der jeweiligen Veranstaltungen vergeben, was ihren Sammlerwert erklärt.

Im Kontext der Motorsportgeschichte dokumentieren solche Plaketten die intensive Förderung des Motorsports durch das NS-Regime. Deutschland sollte zur führenden “Kraftfahrnation” werden, was sich nicht nur in den Grand-Prix-Erfolgen von Mercedes-Benz und Auto Union manifestierte, sondern auch in zahllosen lokalen und regionalen Motorsportveranstaltungen. Das NSKK fungierte dabei als organisatorisches Rückgrat dieser Bestrebungen.

Nach 1945 wurden NSKK-Gegenstände im Rahmen der Entnazifizierung weitgehend eingezogen und vernichtet. Überlebende Objekte wie diese Plakette sind heute historische Dokumente, die Einblick in die Alltagskultur und Organisationsstrukturen des Dritten Reiches geben. Sie dienen der historischen Forschung und Bildung, müssen aber stets im Kontext des verbrecherischen Charakters des NS-Regimes betrachtet werden.