Nationalsozialistischer Reichskriegerbund ( NSRKB ) Schirmmützenadler
Der Nationalsozialistischer Reichskriegerbund (NSRKB) stellte eine bedeutende Organisation im nationalsozialistischen Deutschland dar, die sich der Betreuung ehemaliger Soldaten widmete. Der hier beschriebene Schirmmützenadler aus Aluminium mit der Herstellermarkierung “ges.gesch. 13” repräsentiert ein typisches Beispiel der Kopfbedeckungsabzeichen, die von Mitgliedern dieser Organisation getragen wurden.
Der NSRKB entstand am 4. März 1938 durch die Zusammenlegung des Kyffhäuserbundes und des NS-Reichskriegerbundes. Diese Verschmelzung war Teil der nationalsozialistischen Gleichschaltungspolitik, durch die alle Veteranenorganisationen unter eine zentrale, parteitreue Führung gestellt wurden. Der Kyffhäuserbund selbst hatte eine lange Tradition als Dachverband deutscher Kriegervereinen seit dem 19. Jahrhundert.
Die Uniformierung des NSRKB folgte strengen Richtlinien. Die Schirmmütze war ein wesentlicher Bestandteil der Dienstbekleidung für Führer und Mitglieder des Bundes. Der Adler, das zentrale Symbol der nationalsozialistischen Herrschaft, wurde prominent auf der Mützenvorderseite angebracht. Diese Adlerausführung in Aluminium war charakteristisch für die späten 1930er und frühen 1940er Jahre, als Materialknappheit zunehmend die Produktion beeinflusste.
Die Herstellermarkierung “ges.gesch. 13” steht für “gesetzlich geschützt” und eine Registrierungsnummer. Diese Kennzeichnung war im deutschen Fertigungsrecht üblich und schützte das spezifische Design vor Nachahmung. Die Nummer 13 verweist auf einen spezifischen Hersteller, der im Reichspatentamt registriert war. Verschiedene Hersteller von Militäreffekten und Abzeichen erhielten solche Nummern, wodurch die Herkunft und Qualität der Produkte nachvollziehbar blieb.
Der NSRKB-Adler unterschied sich in seiner Ausführung von anderen nationalsozialistischen Adlern durch spezifische stilistische Merkmale. Der Adler blickte nach rechts (aus Sicht des Betrachters), hielt ein Hakenkreuz in seinen Fängen und war in einer charakteristischen, stilisierten Form gestaltet. Die Aluminiumausführung ermöglichte eine kostengünstige Massenproduktion bei gleichzeitig akzeptabler Haltbarkeit.
Die organisatorische Struktur des NSRKB umfasste mehrere Millionen Mitglieder. Nach der Zwangseingliederung der traditionellen Veteranenverbände erreichte die Mitgliederzahl ihren Höhepunkt. Die Organisation gliederte sich in Gaue, Kreise und Ortsgruppen, parallel zur Struktur der NSDAP. Führende Persönlichkeiten waren unter anderem Oberst Wilhelm Reinhard, der als Bundesführer fungierte.
Die Aufgaben des NSRKB gingen über reine Kameradschaftspflege hinaus. Die Organisation diente der ideologischen Schulung, der Wehrertüchtigung und der Vorbereitung auf einen erneuten Krieg. Veteranen sollten ihre Erfahrungen an die jüngere Generation weitergeben und die militaristische Ideologie des Regimes unterstützen. Darüber hinaus kümmerte sich der Bund um soziale Belange seiner Mitglieder, organisierte Feiern zu militärischen Gedenktagen und pflegte Kriegsgräber.
Die Uniformbestimmungen des NSRKB wurden in offiziellen Richtlinien festgelegt. Die Schirmmütze mit dem Adlerabzeichen durfte nur von berechtigten Mitgliedern getragen werden. Die korrekte Anbringung des Adlers war genau vorgeschrieben: Er musste zentral über dem Schirm positioniert werden, mit spezifischen Abständen zu den Mützenrändern.
Mit dem Fortschreiten des Zweiten Weltkrieges veränderte sich die Bedeutung des NSRKB. Viele Mitglieder wurden reaktiviert oder in Heimatschutzeinheiten eingezogen. Die Organisation selbst konzentrierte sich zunehmend auf Luftschutzaufgaben und die Unterstützung der Kriegswirtschaft. Die Produktion von Uniformteilen und Abzeichen wurde kriegsbedingt vereinfacht und rationalisiert.
Nach der bedingungslosen Kapitulation 1945 wurde der NSRKB durch die Alliierten aufgelöst. Alle nationalsozialistischen Organisationen wurden verboten, ihre Symbole und Uniformen eingezogen oder vernichtet. Überlebende Stücke wie der beschriebene Schirmmützenadler wurden zu historischen Objekten, die heute die materielle Kultur des Dritten Reiches dokumentieren.
Aus heutiger Sicht dienen solche Objekte der historischen Forschung und Aufklärung. Sie verdeutlichen die Durchdringung aller gesellschaftlichen Bereiche durch nationalsozialistische Symbolik und Organisation. Der Zustand 2 des beschriebenen Adlers deutet auf eine gut erhaltene Erhaltung hin, was für Sammlungen und Museen von dokumentarischem Wert ist.