Kriegsmarine Pressefoto, "Bereitsein" heisst die Parole 6.7.1940

Maße ca. 13 x 18 cm, rückseitig mit Beschriftung. Gebrauchter Zustand.
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20,00

Kriegsmarine Pressefoto, "Bereitsein" heisst die Parole 6.7.1940

Das vorliegende Kriegsmarine-Pressefoto aus dem Jahr 1940 stellt ein bedeutendes Zeugnis der deutschen Marinepropaganda während des Zweiten Weltkriegs dar. Mit den Maßen von etwa 13 x 18 cm und einer rückseitigen Beschriftung mit dem Titel “Bereitsein heisst die Parole” vom 6. Juli 1940 dokumentiert dieses Foto die Propagandabestrebungen der Kriegsmarine in einer entscheidenden Phase des Krieges.

Im Sommer 1940 befand sich das Deutsche Reich in einer militärisch vorteilhaften Position. Der Westfeldzug war Ende Juni erfolgreich abgeschlossen worden, Frankreich hatte kapituliert, und die Wehrmacht kontrollierte weite Teile Westeuropas. Die Kriegsmarine spielte in dieser Phase eine zentrale Rolle in den strategischen Planungen, insbesondere im Hinblick auf die geplante Operation Seelöwe, die Invasion Großbritanniens. Das Datum des Fotos, der 6. Juli 1940, fällt genau in die Vorbereitungsphase dieser Operation.

Die Pressefotografie war ein wesentliches Instrument der nationalsozialistischen Propaganda. Das Oberkommando der Wehrmacht (OKW) und speziell die Propaganda-Kompanien produzierten täglich hunderte von Bildern, die über das Deutsche Nachrichtenbüro (DNB) an Zeitungen und Zeitschriften im In- und Ausland verteilt wurden. Diese Fotos sollten die militärische Stärke demonstrieren, die Moral an der Heimatfront stärken und das Bild einer unbesiegbaren Wehrmacht vermitteln.

Die Parole “Bereitsein” spiegelt die maritime Tradition und die militärische Doktrin der Kriegsmarine wider. Großadmiral Erich Raeder, der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine von 1928 bis 1943, legte besonderen Wert auf Disziplin, ständige Einsatzbereitschaft und die Aufrechterhaltung der maritimen Traditionen der kaiserlichen Marine. Solche Parolen waren Teil der militärischen Alltagskultur und sollten den Korpsgeist stärken.

Die technische Ausführung dieser Pressefotos folgte standardisierten Vorgaben. Das Format 13 x 18 cm war eines der gängigen Formate für Pressebilder und ermöglichte eine einfache Reproduktion in Zeitungen. Die rückseitige Beschriftung war obligatorisch und enthielt typischerweise Informationen wie Datum, Ort, Bildinhalt, Fotografennamen oder Kennziffern der Propaganda-Kompanie sowie oft einen Zensurstempel. Diese Beschriftungen sind heute wertvolle historische Quellen für die Datierung und Kontextualisierung der Bilder.

Die Kriegsmarine-Propaganda hatte im Jahr 1940 mehrere Erfolge zu verzeichnen, die medial ausgeschlachtet wurden. Die erfolgreichen U-Boot-Operationen im Atlantik, die Schlacht um Narvik im April 1940 und verschiedene Überwassereinsätze boten reichlich Material für die Presseberichterstattung. Die Propaganda betonte dabei die technische Überlegenheit, die Tapferkeit der Besatzungen und die unermüdliche Wachsamkeit der Marine.

Der Propagandaapparat der Kriegsmarine war gut organisiert. Unter Vizeadmiral Leopold Bürkner, der die Auslandsabteilung im OKW leitete, und in Zusammenarbeit mit dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda unter Joseph Goebbels wurde ein umfassendes System zur Kontrolle und Verbreitung von Bild- und Textmaterial geschaffen. Kriegsberichterstatter und Fotografen der Marine-Propaganda-Kompanien begleiteten Einheiten auf See und dokumentierten sowohl Kampfhandlungen als auch den Alltag an Bord.

Für Sammler und Historiker sind solche Pressefotos heute wichtige Primärquellen. Sie dokumentieren nicht nur die visuelle Propaganda des Regimes, sondern liefern auch wertvolle Informationen über Uniformen, Ausrüstung, Schiffstypen und den maritimen Alltag. Der “gebrauchte Zustand” des vorliegenden Fotos deutet darauf hin, dass es tatsächlich von einer Redaktion oder einem Pressearchiv verwendet wurde, was seinen dokumentarischen Wert erhöht.

Die Erforschung solcher Objekte trägt zum Verständnis der Propagandamaschinerie des Dritten Reiches bei und zeigt, wie Bilder gezielt zur Manipulation der öffentlichen Meinung eingesetzt wurden. Gleichzeitig mahnen sie zur kritischen Auseinandersetzung mit visuellen Quellen und ihrer historischen Kontextualisierung.