Kriegsmarine Schirmmützenadler für Mannschaften der Landeinheiten 

gewebte Ausführung auf grün. Zustand 2-.
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75,00

Kriegsmarine Schirmmützenadler für Mannschaften der Landeinheiten 

Der Kriegsmarine Schirmmützenadler für Mannschaften der Landeinheiten stellt ein charakteristisches Abzeichen der deutschen Kriegsmarine während des Zweiten Weltkrieges dar. Diese gewebte Ausführung auf grünem Grundstoff wurde von Mannschaftsdienstgraden der Marineinfanterie und anderen landseitigen Einheiten der Kriegsmarine getragen.

Die Kriegsmarine, als eine der drei Teilstreitkräfte der Wehrmacht von 1935 bis 1945, verfügte nicht nur über Seeschiffe und U-Boote, sondern auch über bedeutende Landeinheiten. Diese umfassten die Marineinfanterie, Küstenartillerie, Flakbatterien und verschiedene Garnisonseinheiten. Für diese landseitigen Verbände wurde eine spezielle Uniform vorgeschrieben, die sich von der klassischen dunkelblauen Marinekleidung unterschied.

Nach den Uniformbestimmungen der Kriegsmarine trugen Angehörige der Landeinheiten feldgraue oder grüne Uniformen, die sich an der Heeresuniform orientierten, jedoch marine-spezifische Abzeichen behielten. Die Schirmmütze für Mannschaften dieser Einheiten war entsprechend in grüner Farbe gehalten, um sich von der dunkelblauen Schirmmütze der regulären Seestreitkräfte zu unterscheiden.

Der Adler als Hoheitszeichen wurde auf der Schirmmütze oberhalb des Kokardenschildes angebracht. Die hier beschriebene gewebte Ausführung war die Standard-Variante für Mannschaftsdienstgrade. Im Gegensatz zu den metallenen Adlern der Offiziersränge wurden für Mannschaften und Unteroffiziere aus wirtschaftlichen und praktischen Gründen textile Abzeichen verwendet. Diese waren kostengünstiger in der Herstellung und leichter zu befestigen.

Die Gestaltung des Kriegsmarineadlers folgte den nationalsozialistischen Hoheitszeichen-Vorschriften. Der Adler war mit ausgebreiteten Schwingen dargestellt, in den Fängen ein Hakenkreuz haltend. Die Blickrichtung des Adlers war nach links (heraldisch rechts) gerichtet. Diese Darstellung unterschied sich von den Heeresadlern durch die spezifische Federgestaltung und die Proportionen.

Die Webtechnik dieser Abzeichen war hochentwickelt. Spezialisierte Firmen wie BeVo (Bandweberei Ewald Vorsteher), die Bandfabrik Erich Gahr oder andere textile Hersteller produzierten diese Abzeichen in großen Stückzahlen. Die Webung erfolgte auf Jacquard-Webstühlen, die es ermöglichten, feine Details und Schattierungen darzustellen. Der grüne Untergrund wurde dabei mit eingewebt, was eine dauerhafte Verbindung zwischen Motiv und Trägergewebe garantierte.

Die Marineinfanterie und Küsteneinheiten spielten besonders in den besetzten Gebieten eine wichtige Rolle. Sie sicherten Marinestützpunkte, Werften und Küstenbefestigungen. In Norwegen, Frankreich, den Niederlanden und im Ostseeraum waren umfangreiche Marinelandeinheiten stationiert. Diese Soldaten trugen die grüne Uniform mit den entsprechenden Abzeichen.

Die Trageweise war durch Dienstvorschriften genau geregelt. Der Adler wurde mittig über der Kokarde angebracht, wobei der Abstand und die Position exakt vorgeschrieben waren. Die Befestigung erfolgte durch Annähen, wobei die Mannschaften oder Schneidereien dies durchführten.

Nach Kriegsende 1945 wurde das Tragen dieser Abzeichen durch die alliierten Kontrollbestimmungen verboten. Viele Uniformteile und Abzeichen wurden vernichtet oder von ihren Hoheitszeichen befreit. Überlebende Exemplare wurden zu Sammlerobjekten und historischen Dokumenten.

Heute sind solche Originalabzeichen wichtige militärhistorische Artefakte. Sie dokumentieren die Uniformkunde, Textiltechnik und organisatorische Struktur der Kriegsmarine. Sammler und Museen bewahren diese Objekte als Zeugnisse der Geschichte. Die Zustandsbeurteilung erfolgt nach Kriterien wie Erhaltung der Farben, Vollständigkeit der Webung und allgemeinem Erscheinungsbild.

Die wissenschaftliche Bedeutung dieser Objekte liegt in ihrer Aussagekraft über die militärische Organisation, Produktionsmethoden der Kriegszeit und die Hierarchie der Wehrmacht. Sie ermöglichen Rückschlüsse auf die Größe und Ausstattung der Landeinheiten der Kriegsmarine und dokumentieren einen spezifischen Aspekt der deutschen Militärgeschichte zwischen 1935 und 1945.