Reichsfinanzverwaltung/Zollgrenschutz Eichenlaubkranz und Kokarde für die Schirmmütze der Mannschaften

Feinzink, Kokarde wurde mittig schwarz überlackiert, Zustand 2-.
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60,00

Reichsfinanzverwaltung/Zollgrenschutz Eichenlaubkranz und Kokarde für die Schirmmütze der Mannschaften

Die Reichsfinanzverwaltung und der Zollgrenzschutz bildeten während des Dritten Reiches eine wichtige paramilitärische Organisation, die für die Sicherung der deutschen Grenzen und die Kontrolle des Warenverkehrs zuständig war. Das vorliegende Objekt, ein Eichenlaubkranz mit Kokarde für die Schirmmütze der Mannschaften, repräsentiert ein charakteristisches Element der Uniformierung dieser Formation.

Der Zollgrenzschutz entstand 1937 aus der Umstrukturierung der zivilen Zollverwaltung. Mit der zunehmenden Militarisierung des deutschen Staates erhielt auch die Zollverwaltung eine stärker militärische Ausrichtung. Die Organisation unterstand dem Reichsfinanzministerium und war in erster Linie für die Überwachung der Reichsgrenzen, die Bekämpfung des Schmuggels und die Durchsetzung der Zollbestimmungen verantwortlich. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden dem Zollgrenzschutz auch militärische Aufgaben übertragen.

Die Kokarde als Hoheitszeichen hatte in der deutschen Militärgeschichte eine lange Tradition. Sie diente der Kennzeichnung der Zugehörigkeit zu einer bestimmten staatlichen oder militärischen Organisation. Die Kokarde des Zollgrenzschutzes bestand typischerweise aus den Nationalfarben Schwarz-Weiß-Rot, die auch im Dritten Reich als Farben des Deutschen Reiches neben der NSDAP-Flagge verwendet wurden. Das vorliegende Exemplar aus Feinzink zeigt eine mittig schwarz überlackierte Ausführung, was auf eine vereinfachte Produktionsweise hindeutet, wie sie besonders in den späteren Kriegsjahren üblich wurde.

Der Eichenlaubkranz umrahmte die Kokarde und war ein traditionelles Symbol deutscher Militäreinheiten. Die Eiche galt seit Jahrhunderten als Symbol für Stärke, Beständigkeit und deutsche Treue. Die Kombination von Eichenlaubkranz und Kokarde bildete das zentrale Mützenabzeichen, das auf der Vorderseite der Schirmmütze angebracht wurde. Für Mannschaftsdienstgrade waren diese Abzeichen in der Regel aus kostengünstigeren Materialien wie Zink gefertigt, während Offiziere häufig Ausführungen aus Aluminium oder sogar versilberten Metallen trugen.

Die Herstellung solcher Abzeichen erfolgte durch spezialisierte Firmen, die im Auftrag der Reichsfinanzverwaltung produzierten. Die Verwendung von Feinzink war während der Kriegsjahre weit verbreitet, da wertvollere Metalle für die Rüstungsproduktion benötigt wurden. Die Lackierung diente nicht nur der farblichen Gestaltung, sondern auch dem Korrosionsschutz des Metalls.

Die Uniformierung des Zollgrenzschutzes orientierte sich stark an militärischen Vorbildern. Die Schirmmütze war Bestandteil der Ausgehuniform und der Dienstuniform. Sie unterschied sich von anderen Formationen durch spezifische Details wie die Farbe des Mützenstreifens und eben die besondere Form der Kokarde. Die genauen Vorschriften zur Tragweise und Ausführung dieser Abzeichen waren in entsprechenden Uniformvorschriften detailliert festgelegt.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 wurde die Reichsfinanzverwaltung aufgelöst und der Zollgrenzschutz als Organisation beendet. In den Nachkriegsjahren entstanden in beiden deutschen Staaten neue Zollverwaltungen, die jedoch eine zivile Struktur erhielten. Heute sind solche Abzeichen Sammlerstücke, die ein Zeugnis der Geschichte der deutschen Finanzverwaltung und ihrer Militarisierung während der NS-Zeit darstellen.

Das vorliegende Objekt im Erhaltungszustand 2- befindet sich in gutem Zustand mit nur geringen Gebrauchsspuren. Solche Abzeichen sind heute wichtige Studienobjekte für die Erforschung der Uniformierung paramilitärischer Organisationen des Dritten Reiches und dokumentieren die zunehmende Verschmelzung von zivilen und militärischen Strukturen in dieser Periode der deutschen Geschichte.