Japan, Dokumentengruppe eines Soldaten

Verleihungsurkunden: Orden der aufgehenden Sonne 6. Klasse, Maße ca. 59,5 x 45,5 cm. Medaille für die erste Nationale Volkszählung, Maße ca. 40 x 30 cm. Eingerollt. Beschädigt, Zustand 2.
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Japan, Dokumentengruppe eines Soldaten

Diese Dokumentengruppe eines japanischen Soldaten repräsentiert wichtige Aspekte der japanischen Gesellschaft und des militärischen Ehrensystems während der Meiji- und Taishō-Ära. Die beiden Verleihungsurkunden dokumentieren einerseits eine militärische oder zivile Auszeichnung und andererseits die Teilnahme an einem bedeutenden administrativen Meilenstein in der japanischen Modernisierung.

Der Orden der aufgehenden Sonne (旭日章, Kyokujitsu-shō) wurde am 10. April 1875 von Kaiser Meiji gestiftet und war die erste moderne Ordensauszeichnung Japans nach westlichem Vorbild. Der Orden wurde ursprünglich in acht Klassen unterteilt, wobei die 6. Klasse (Rokutō Kyokujitsu-shō) eine mittlere Rangstufe darstellte. Diese Auszeichnung wurde sowohl an Militärangehörige als auch an Zivilpersonen für herausragende Verdienste um den Staat verliehen. Die 6. Klasse war typischerweise für Offiziere mittleren Ranges, höhere Beamte oder Personen vorgesehen, die sich durch langfristige, verdienstvolle Tätigkeit ausgezeichnet hatten.

Die Verleihungsurkunde mit den Maßen von etwa 59,5 x 45,5 cm entspricht der traditionellen japanischen Dokumentengestaltung dieser Zeit. Solche Urkunden wurden auf hochwertigem Papier ausgefertigt und trugen häufig das kaiserliche Siegel sowie kalligraphische Texte, die den Namen des Empfängers, den Verleihungsgrund und das Datum festhielten. Die Größe und Ausführung dieser Dokumente spiegelten die Bedeutung der Auszeichnung wider und sollten die Ehrerbietung gegenüber dem Kaiser als Quelle aller Ehrungen unterstreichen.

Die zweite Urkunde bezieht sich auf die Medaille für die erste Nationale Volkszählung (Dai-ichi-kai Kokusei Chōsa Kinen Shō), die im Jahr 1920 (Taishō 9) verliehen wurde. Die erste moderne Volkszählung in Japan fand am 1. Oktober 1920 statt und war ein gewaltiges administratives Unterfangen, das die gesamte Bevölkerung des japanischen Reiches erfassen sollte. Diese Zählung wurde nach westlichem Vorbild durchgeführt und markierte einen wichtigen Schritt in der statistischen Modernisierung Japans.

Für die Durchführung dieser Volkszählung wurden zahlreiche Beamte, Militärangehörige und Freiwillige mobilisiert. Die Gedenkmedaille wurde an diejenigen verliehen, die aktiv an der Durchführung der Zählung beteiligt waren, einschließlich Zählern, Aufsichtspersonen und koordinierenden Beamten. Die Verleihung dieser Medaille unterstreicht die Bedeutung, die der japanische Staat der statistischen Erfassung seiner Bevölkerung beimaß, sowie die Anerkennung für diejenigen, die an diesem nationalen Projekt mitwirkten.

Der Besitz beider Urkunden durch dieselbe Person deutet auf einen Soldaten oder Beamten hin, der sowohl im militärischen oder zivilen Dienst Verdienste erworben hatte als auch 1920 an der Volkszählung beteiligt war. Dies war nicht ungewöhnlich, da Militärangehörige häufig für administrative Aufgaben herangezogen wurden, insbesondere bei nationalen Projekten, die organisatorische Kapazitäten erforderten.

Die Tatsache, dass die Dokumente eingerollt aufbewahrt wurden, entspricht der traditionellen japanischen Praxis der Dokumentenaufbewahrung. Wichtige Urkunden und Schriftstücke wurden oft gerollt und in speziellen Behältern (Tomobako) oder Stoffhüllen aufbewahrt, um sie vor Beschädigung zu schützen. Der angegebene Erhaltungszustand 2 mit Beschädigungen ist bei Dokumenten dieses Alters nicht ungewöhnlich, da Papier besonders anfällig für Feuchtigkeit, Insektenbefall und mechanische Abnutzung ist.

Diese Dokumentengruppe bietet wertvolle Einblicke in das japanische Auszeichnungssystem und die staatliche Verwaltungspraxis der frühen Taishō-Periode. Sie dokumentiert sowohl die Kontinuität des im 19. Jahrhundert etablierten Ehrensystems als auch die fortschreitende Modernisierung der staatlichen Administration. Die Volkszählung von 1920 war Teil der umfassenderen Bemühungen Japans, sich als moderne Nation zu etablieren und statistische Grundlagen für politische und wirtschaftliche Planung zu schaffen.

Für Sammler und Historiker sind solche Dokumentengruppen von besonderem Interesse, da sie authentische Zeugnisse individueller Lebensläufe innerhalb des größeren historischen Kontexts darstellen. Sie ermöglichen es, die Verbindung zwischen persönlichem Verdienst, staatlicher Anerkennung und den gesellschaftlichen Transformationen der Zeit nachzuvollziehen.