Verleihungsliste für das Deutsche Kreuz in Gold - Januar 1943

DinA4 Doppelblatt im gebrauchten Zustand.
349254
100,00

Verleihungsliste für das Deutsche Kreuz in Gold - Januar 1943

Die vorliegende Verleihungsliste für das Deutsche Kreuz in Gold aus dem Januar 1943 stellt ein bedeutendes zeitgeschichtliches Dokument aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs dar. Solche Listen dokumentieren die Verleihung einer der wichtigsten Tapferkeitsauszeichnungen der deutschen Wehrmacht und bieten heute wertvolle Einblicke in die militärische Anerkennungspraxis jener Epoche.

Das Deutsche Kreuz wurde durch einen Erlass Adolf Hitlers am 28. September 1941 als neue Auszeichnungsstufe gestiftet. Es sollte die Lücke zwischen dem Eisernes Kreuz I. Klasse und den höchsten Auszeichnungen wie dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes schließen. Das Deutsche Kreuz existierte in zwei Stufen: in Gold für Tapferkeit vor dem Feind und in Silber für Verdienste im Kriegseinsatz. Die goldene Variante war dabei die deutlich häufiger verliehene Auszeichnung.

Die Auszeichnung bestand aus einem großen sternförmigen Abzeichen mit einem Durchmesser von 63 Millimetern, das ein Hakenkreuz im Zentrum zeigte, umgeben von einem Lorbeerkranz. Sie wurde auf der rechten Brustseite der Uniform getragen und war aufgrund ihrer Größe und ihres auffälligen Erscheinungsbildes im Volksmund auch als “Spiegelei” oder “Brust-Stern” bekannt.

Der Januar 1943 markiert einen bedeutsamen Zeitpunkt im Verlauf des Zweiten Weltkriegs. In diesem Monat erreichte die Schlacht um Stalingrad ihren dramatischen Höhepunkt, die mit der Kapitulation der 6. Armee am 2. Februar 1943 endete. An der Ostfront herrschten extreme Winterbedingungen, und die deutsche Wehrmacht befand sich erstmals in einer umfassenden strategischen Defensive. In Nordafrika hatte die britische 8. Armee Tripolis erobert, während im Atlantik der U-Boot-Krieg seinen Höhepunkt erreichte. In dieser Phase intensiver Kampfhandlungen wurden entsprechend viele Auszeichnungen für militärische Leistungen verliehen.

Verleihungslisten wie die vorliegende wurden als offizielle Dokumente erstellt, um die Verleihungen zu dokumentieren und bekannt zu machen. Diese Listen erfüllten mehrere wichtige Funktionen: Sie dienten der administrativen Erfassung, wurden in militärischen Publikationen wie der “Wehrmachtführung” oder dem “Deutschen Reichsanzeiger” veröffentlicht und dokumentierten die Auszeichnungsträger für die militärische Geschichtsschreibung. Die Listen enthielten üblicherweise Namen, Dienstgrad, Einheit und manchmal auch das Datum der Verleihung der ausgezeichneten Soldaten.

Die Verleihung des Deutschen Kreuzes in Gold unterlag strengen Kriterien. Voraussetzung war in der Regel bereits das Eiserne Kreuz I. Klasse. Die Auszeichnung sollte für wiederholte Einzeltaten besonderer Tapferkeit oder für hervorragende militärische Führungsleistungen über einen längeren Zeitraum verliehen werden. Die Entscheidung über die Verleihung lag bei höheren Kommandostellen, wobei ein aufwendiges Antragsverfahren mit Zeugenaussagen und detaillierten Berichten durchlaufen werden musste.

Das vorliegende Dokument im DIN-A4-Format als Doppelblatt entspricht der typischen Form solcher Verleihungslisten. Der gebrauchte Zustand deutet darauf hin, dass es sich um ein zeitgenössisches Originaldokument handelt, das möglicherweise dienstlich verwendet oder aufbewahrt wurde. Solche Listen wurden in militärischen Dienststellen geführt und sind heute selten erhalten geblieben.

Bis zum Kriegsende 1945 wurde das Deutsche Kreuz in Gold etwa 24.204 Mal verliehen, wobei die Mehrzahl der Verleihungen an Angehörige des Heeres ging, gefolgt von Luftwaffe, Marine und Waffen-SS. Die höchste Anzahl von Verleihungen erfolgte in den Jahren 1942 und 1943, als die Kämpfe an allen Fronten besonders intensiv waren.

Aus heutiger historischer Perspektive sind solche Verleihungslisten wertvolle Quellen für die militärgeschichtliche Forschung. Sie ermöglichen die Rekonstruktion von Militärbiographien, die Analyse von Verleihungspraxen und liefern Informationen über die organisatorische Struktur der Wehrmacht. Gleichzeitig müssen sie im kritischen Kontext des verbrecherischen Charakters des NS-Regimes und seiner Kriegführung betrachtet werden.

Für Sammler und Forscher militärhistorischer Dokumente stellen originale Verleihungslisten wichtige Primärquellen dar, die Einblick in die administrative Praxis der militärischen Auszeichnungsvergabe gewähren und zur Verifizierung individueller Verleihungen herangezogen werden können.